Nach Lilien-Pleite in Bielefeld - Richter fordert Kampfgeist gegen Hannover
Der Frust nach der Pleite der Lilien gegen Bielefeld saß tief, aber lange festbeißen will sich Darmstadts Marco Richter daran nicht. Zwei Tage nach dem enttäuschenden Auftritt blickt er schon wieder nach vorn - und zwar mit ordentlich Vorfreude auf das Topspiel gegen Hannover 96 am Samstagabend.
„Heute auf dem Feld ist die Freude wieder zurück“, sagte Richter nach dem Training. Nach dem schwachen Auftritt zuletzt sei die Stimmung zunächst „sehr am Boden“ gewesen, doch inzwischen wehe wieder „ein ganz anderer Wind“ durch die Mannschaft.
Klare Worte nach schwachem Auftritt
Richter nahm nach der Niederlage kein Blatt vor den Mund. Darmstadt habe „verdient verloren“, weil schlicht zu wenig zusammenlief. „Von hinten nach vorne nicht funktioniert, offensiv viel zu wenig, defensiv dann den ein oder anderen Fehler zugelassen“, sagte der 27-Jährige. Die Analyse sei deshalb kurz, aber deutlich ausgefallen. Viel Zeit zum Jammern will man am Böllenfalltor aber nicht verschwenden. Es sei ein Spiel gewesen, „das man schnell vergessen sollte“, meinte Richter. Jeder habe nach dem Abpfiff selbst gewusst, „dass es nicht seine Bestleistung war“. Deshalb gelte nun: abhaken, Trainingswoche sauber gestalten und den Fokus komplett auf das Wochenende legen.
“Das Kämpferische muss wieder auf den Platz”
Für die restliche Saison fordert Richter von sich selbst und vom Team noch einmal einen Gang hochzuschalten. „Wir müssen auf jeden Fall die ein oder andere Schippe wieder drauflegen“, sagte er. Gerade vor dem nächsten Heimspiel gegen Hannover müsse Darmstadt wieder das auf den Platz bringen, was die Mannschaft in dieser Saison stark gemacht habe. „Das Kämpferische muss wieder auf den Platz, das Läuferische muss wieder auf den Platz“, betonte Richter. Und die Vorfreude auf das Flutlichtspiel ist bei ihm deutlich zu spüren: „Samstagabend gibt es nichts Geileres auf jeden Fall.“
Aufstieg im Hinterkopf - aber kein Dauerthema
Natürlich schwebt das Thema Aufstieg über den letzten Saisonwochen. Richter weiß das - und spricht es auch offen an, ohne es künstlich aufzublasen. Jeder in der Mannschaft denke sicher mal daran, sagte er. „Jeder, der sagt, dass er sich darüber noch keine Gedanken gemacht hat, der lügt wahrscheinlich ein bisschen.“ Trotzdem sei der Aufstieg innerhalb des Teams kein großes Dauerthema. Im Mittelpunkt stünden die letzten sechs Spiele und eben das nächste Duell mit Hannover. Darmstadt wolle die Partien gewinnen - und wenn daraus am Ende mehr werde, sei das die logische Folge.
Heimstark, auswärts mit Luft nach oben
Ein großes Thema bleibt die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsauftritten. Während Darmstadt zu Hause bislang eine Macht ist, tut sich das Team in fremden Stadien deutlich schwerer. Eine echte Erklärung hat Richter dafür selbst nicht. Umso besser aus Darmstädter Sicht: Drei echte Kracher stehen noch am Bölle an. „Hier hat jeder Schiss hinzufahren“, sagte Richter mit einem Grinsen. Genau mit dieser Haltung wolle Darmstadt auch gegen Hannover auftreten.
Hannover? „Volle Kanone draufgehen“
Mit Hannover 96 erwartet Richter einen Gegner, der ganz anders auftreten dürfte als zuletzt Bielefeld. Hannover sei individuell „super stark“, spiele aggressiv und habe nach vorne viel Qualität. Darmstadt müsse deshalb vom ersten Moment an hellwach sein. Angst vor der Bedeutung des Spiels? Fehlanzeige. Auch wenn beide Teams punktgleich sind, sei das Duell für ihn kein „Do-or-die-Spiel“. Die Marschroute ist klar: Darmstadt wolle „von Anfang an dafür sorgen, dass Hannover Angst vor uns hat“ und „volle Kanone draufgehen“, erzählte Richter auf Nachfrage von FFH.