Im Rahmen der Leichtathletik-EM - SGE-Athletin Kolbe veruteilt Rassismus
Nach ihrem Halbfinal-Aus beim 800-Meter-Lauf bei der Leichtathletik-EM spricht Smilla Kolbe offen über rassistische Kommentare im Netz unter Beiträgen ihrer Teamkollegen. Die 24-Jährige, die für Eintracht Frankfurt aufläuft, ruft zu Fairness und Respekt auf.
800-Meter-Läuferin Smilla Kolbe hat nach ihrem EM-Halbfinale rassistische Hass-Kommentare im Netz gegen ihre Teamkollegen verurteilt und einen emotionalen Appell an die Fans gerichtet. "Wir vertreten hier alle ein Land, Deutschland. Wir treten hier mit Fairness und Respekt irgendwie an. Das sind die Werte im Sport. Und ich erwarte das genauso von allen, die supporten und zuschauen", sagte Kolbe bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham. Die 24-Jährige hatte in ihrem Halbfinale als Sechste um nur zwei Hundertstelsekunden den Endlauf am Freitagabend verpasst.
Doch das Rennen rückte schnell in den Hintergrund. "Ich freue mich extrem über den ganzen Support, den ich kriege", sagte Kolbe und fügte hinzu: "Ich will gar nicht wissen, was wäre, wenn ich nicht so weiß wäre, wie ich bin. Das finde ich irgendwie erschreckend. Ich sehe das in anderen Kommentarspalten. Ich finde einfach, das ist nicht fair."
Mabry veröffentlicht rassistische Kommentare
Unterstützung erhielt Kolbe von Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Mabry, die in einer Instagram-Story rassistische Kommentare sowie einen Ausschnitt eines ZDF-Interviews von Kolbe mit dem Wort "Danke" und einem Herz-Emoji mit einem Verband veröffentlichte. Mabry, die in Birmingham EM-Bronze gewann, hat einen aus Nigeria stammenden Vater und eine deutsche Mutter.
Konkrete Teamkolleginnen oder Teamkollegen, die von den Hass-Kommentaren betroffen sind, nannte Kolbe zuvor nicht. "Das sieht man unter vielen Posts. Deswegen sage ich nicht mehr. Also ich will mich auch aufs Positive konzentrieren. Ich wollte es einfach nur loswerden, weil mir das extrem wichtig ist."