Darmstadt gegen Hannover: Kohfeldt hofft auf cooles Spiel
Vor dem Hannover-Kracher - Kohfeldt: „Ziemlich cooles Spiel“
In der neuen Saison der 2. Fußball-Bundesliga fehlt bisher noch ein Sieg: Sonntagmittag steht Darmstadt 98 wieder unter Strom - und Trainer Florian Kohfeldt verspricht seinen Fans ein echtes Spektakel, ganz ohne Druck im Nacken.
Am Sonntag um 13.30 Uhr empfängt der SV Darmstadt 98 im Stadion am Böllenfalltor Hannover 96. Vor der Partie zeigt sich Cheftrainer Florian Kohfeldt kämpferisch und erklärt den Entwicklungsprozess, in dem seine Mannschaft steckt.
Neuer Treffpunkt vor dem Spiel
Schon vor Anpfiff gibt es einen besonderen Programmpunkt: Um 12.15 Uhr wird der neue Jonathan-Heimes-Platz vor der Haupttribüne offiziell eröffnet. Kohfeldt selbst wird die Eröffnung aus terminlichen Gründen wohl nicht live miterleben, äußerte sich aber emotional zur Bedeutung des Ortes: „Ich glaube, es ist ein sehr würdiges Symbol, das so zu machen, wie der Verein es jetzt gemacht hat.“ Er betonte zudem, dass die Verlegung vor das Stadion einen besonderen Symbolwert habe: „Ich finde es sehr, sehr gut, dass diese Lösung so gefunden wurde, weil es da einen höheren Symbolcharakter hat.“ Das Thema will der Coach auch mit seiner Mannschaft besprechen, damit die Geschichte hinter dem Namen für alle Spieler greifbar wird.
Personallage vor dem Duell
Auf dem Rasen muss Kohfeldt weiterhin auf mehrere Spieler verzichten. Marseiler, Papela und Nürnberger fehlen laut Vereinsangaben bekanntermaßen weiterhin, dazu fehlt Kai Klefisch gesperrt und auch für Fynn Lakenmacher kommt die Partie noch zu früh. Alle anderen Spieler stehen dem Trainer nach aktuellem Stand zur Verfügung. Restkarten für den Heimbereich gibt es laut Verein noch im Online-Ticketshop, das Gästekontingent ist dagegen komplett ausgeschöpft.
Kein Druck, aber jede Menge Vorfreude
Auf die Frage, ob angesichts von nur einem Punkt aus zwei Spielen Druck auf seiner Mannschaft laste, reagierte Kohfeldt gelassen. Er verwies auf den Pokalsieg der vergangenen Woche und eine gute Trainingswoche als Rückenwind. Besonderen Druck verspüre er nicht, machte aber deutlich: „Ich verspüre vor jedem Spiel Druck, weil ich will jedes Spiel gewinnen, und ich glaube, das gilt auch für meine Mannschaft.“ Am Ende brachte er seine Erwartungshaltung an die Partie auf den Punkt: „Deshalb definitiv kein Druckspiel in irgendeiner Form, aber schon ein ziemlich cooles Spiel.“
Respekt vor starkem Gegner
Inhaltlich rechnet Kohfeldt mit einem anspruchsvollen Gegner. Er lobte die individuelle Qualität Hannovers, insbesondere die Neuzugänge, und beschrieb den Ansatz von Trainerkollege Christian Titz als sehr offensiv und aggressiv - eine Spielweise, die er "grundsätzlich sehr mag". Zugleich erinnerte er an das Rückspiel der Vorsaison, in dem seine Mannschaft trotz langer Ballbesitzphasen mit 0:2 verloren hatte, weil klare Torchancen fehlten.
Offensive im Aufbau
Auf die Frage nach der bislang schwächelnden Offensive erklärte Kohfeldt, dass ihm durch den Ausfall der Linksverteidiger zuletzt keine idealen Besetzungen möglich gewesen seien. Dennoch sah er im Spiel gegen Jena bereits Fortschritte im letzten Drittel. Sein Grundprinzip bleibt unverändert: „Ich will Offensivfußball spielen, ich will Torchancen rausspielen.“ Entsprechend deutlich fiel seine Ansage für Sonntag aus: „So offensiv wie möglich, könnt ihr uns erwarten.“
Duell der Neuzugänge weiter offen
Auch der interne Wettkampf um die Stürmerposition zwischen Milan Smit und Ho-Jae Lee bleibt spannend. Kohfeldt stellte klar, dass Marktwerte für seine Aufstellung keine Rolle spielen, und verwies auf Beispiele aus der Vergangenheit, in denen sich vermeintlich weniger prominente Spieler durchgesetzt hätten. Wer gegen Hannover beginnt, ließ er bewusst offen.
Prozess mit Geduld - aber Lust auf den nächsten Schritt
Zum laufenden Umbruch beim SV98 äußerte sich Kohfeldt ungewohnt persönlich. Er wisse genau, worauf er sich mit dieser Saison eingelassen habe, und stehe voll dahinter: „Ich wusste genau, was diese Saison kommt. Und ich habe mich dafür entschieden, weil ich Bock darauf habe.“ Trotz aller Geduld, die der Prozess brauche, will er weiterhin um jeden Sieg kämpfen und blickt mit Energie auf die kommenden Wochen.
Ausblick
Wie weit die Mannschaft im laufenden Umbruch bereits ist, soll sich am Sonntag zeigen. Anstoß im Merck-Stadion am Böllenfalltor ist um 13.30 Uhr, Tickets für den Heimbereich sind laut Verein noch im Online-Ticketshop von Darmstadt 98 erhältlich.