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Immer mehr Ukraine-Flüchtlinge in Hessen: Bouffier fordert Finanzhilfe

Bouffier fordert Finanzhilfen - Täglich mehr Ukraine-Kriegsflüchtlinge

© dpa

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier geht davon aus, dass der Krieg in der Ukraine für Hessen immense finanzielle Folgen haben wird. Deswegen fordert er Finanzhilfe vom Bund für Flüchtlingsbetreuung (Archivbild).

Die Zahl der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine steigt in Hessen und damit auch die Kosten für die Versorgung. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) mahnt Unterstützung von der Bundesregierung an.

Bouffier veruerteilt den russischen Angriff auf die Ukraine und sagt Kriegsflüchtlingen die umfangreiche Unterstützung von Hessen zu.

Zahl der Ukraine-Kriegsflüchtlinge steigt täglich

Über 8.000 Flüchtlinge seien mittlerweile in der Erstaufnahme in Gießen aufgenommen worden, sagte Bouffier im hessischen Landtag in Wiesbaden. In den Schulen im Land seien rund 1.300 ukrainische Flüchtlingskinder angekommen. "Und die Zahlen steigen täglich."

Bouffier bezeichnet Putin als "Kriegsverbrecher"

"Wer so etwas tut wie Putin und seine Armee, begeht ein Kriegsverbrechen", sagte der Regierungschef zum Vorgehen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. "Und ein solcher Kriegsverbrecher gehört nicht an die Spitze eines Staates, sondern er gehört vor den internationalen Strafgerichtshof, um sich dort zu verantworten."

Bis zu 700 Millionen Euro Extra-Kosten pro Jahr

Bei einer angenommenen Zahl von einer Million Kriegsflüchtlingen in Deutschland würden nach dem "Königsteiner-Schlüssel" rund 75.000 Menschen nach Hessen kommen, sagte der Ministerpräsident in seiner Regierungserklärung mit dem Titel "Zurück zu Frieden, Freiheit und Demokratie. Solidarität mit der Ukraine". Nach den Erfahrungen mit der Aufnahme der Flüchtlinge aus den zurückliegenden Jahren rechne das Finanzministerium bei einer solchen Zahl von Schutzsuchenden mit besonderen Aufwendungen zwischen 400 Millionen und 700 Millionen Euro im Jahr.

Ministerpräsident Bouffier: "Diese Zeitenwende wird auch uns massiv fordern"

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Bouffier: Hessen schafft das nicht alleine

Es sei völlig klar, dass kein Bundesland diese gesamten Kosten für die Flüchtlingsbetreuung alleine leisten könne, betonte Bouffier. Es handele sich um eine nationale Aufgabe, die auch eine massive und finanzielle Unterstützung des Bundes erfordere. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) habe das grundsätzlich anerkannt. Es sei eine Arbeitsgruppe gebildet worden, die bis zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 7. April eine gemeinsame Lösung erarbeiten soll.

Vorwurf: Verteilung der Kriegsflüchtlinge funktioniert nicht

Die vom Bund übernommene Steuerung bei der Verteilung der Kriegsflüchtlinge auf die Länder funktioniere leider nicht, kritisierte der Ministerpräsident. Das habe die Folge, dass die Flüchtlinge aus der Ukraine sehr ungesteuert in den Ländern und Kommunen ankommen. Bouffier bedankte sich daher besonders für die große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung, bei den Städten und Gemeinden sowie bei den Mitarbeitern in den Erstaufnahmeeinrichtungen für ihre schnelle und unbürokratische Hilfe.

Flüchtlinge bleiben möglicherweise länger

Die Flüchtlinge aus der Ukraine wollten eigentlich nicht auf Dauer in Hessen hierbleiben, sondern so schnell wie möglich in ihre Heimat zurück, sagte der Regierungschef. Niemand könne aber sagen, wann dies wieder möglich sein werde. Es müsse sich deshalb darauf eingestellt werden, dass die Flüchtlinge auch längere Zeit im Land bleiben werden. Diese Menschen könnten aber nicht dauerhaft in Bürgerhäusern, Turnhallen oder Übergangsunterkünften leben.

Schnelles Bauhilfsprogramm ist nötig

Um wenigstens etwas Abhilfe zu schaffen, werde die Landesregierung wie in der Flüchtlingskrise 2015 die vielfältigen Bau- und vor allem Bauordnungsvorschriften zur Nutzung bestehender Gebäude vorübergehend aussetzen, kündigte Bouffier an. Das werde helfen. Die Bewältigung dieser Aufgabe durch die Kommunen könne jedoch ohne ein schnelles Bauhilfsprogramm nicht möglich sein. Weder die Länder noch die Kommunen könnten diese Aufgaben und Kosten alleine stemmen.

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