Viele Notrufe im Lahn-Dill-Kreis: Darum stinkt es gerade
Darum stinkt es gerade so sehr - Viele Notrufe im Lahn-Dill-Kreis
Im gesamten Lahn-Dill-Kreis bis hin zum Vogelsbergkreis liegt aktuell ein Geruch nach verbranntem Holz und Kunststoff in der Luft. Deswegen gehen gerade viele Notrufe bei der Leitstelle ein.
Zahlreiche besorgte Bürger haben wegen des starken Geruchs bereits die Leitstelle kontaktiert, heißt es von den Behörden. Nach einer umfassenden Erkundung stehe jedoch fest, dass der Rauch aller Wahrscheinlichkeit nach von Nordrhein-Westfalen aus bis nach Hessen zieht. In der Eifel gibt es aktuell einen großen Waldbrand.
Nur bei Notfällen die 112 anrufen
Die Feuerwehr bittet darum, die Notrufnummern 110 und 112 nur bei tatsächlichen Notfällen oder lokalen Brandherden zu wählen. Wachsamkeit bezüglich Feuer und Rauchentwicklungen in der direkten Umgebung sei dennoch geboten.
Größter Waldbrand in NRW-Geschichte
In der Gemeinde Hürtgenwald im Kreis Düren brennen rund 300 Hektar Waldfläche, was der Größe von etwa 420 Fußballfeldern entspricht. Es ist laut NRW-Landesregierung der bisher größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens.
Weltkriegsmunition erschwert Löscharbeiten
Die Löscharbeiten gestalten sich den Angaben zufolge extrem schwierig. Weil in dem Gebiet noch Weltkriegsmunition im Boden liegt, die teilweise bereits durch die Hitze explodiert ist, können die Feuerwehrleute nicht ohne Weiteres in den Wald vordringen.
Hubschrauber und Panzer im Einsatz
Zur Bekämpfung der Flammen sind rund 1.400 Einsatzkräfte vor Ort. Sie werden aus der Luft von zahlreichen Löschhubschraubern unterstützt. Um ein weiteres Ausbreiten des Feuers zu verhindern, schlagen Bergepanzer der Bundeswehr zudem Brandschneisen in das Gelände.
Evakuierung eines Ortsteils
Wegen der Flammen musste ein angrenzender Ortsteil komplett evakuiert werden. Rund 2.000 Menschen haben laut Behörden ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen. Bislang wurden fünf Menschen bei dem Brand verletzt, darunter vier Einsatzkräfte.
Ursache noch unklar
Warum das Feuer in der Eifel ausgebrochen ist, steht noch nicht abschließend fest. Die dortige Landesregierung hält menschliches Fehlverhalten für möglich und appelliert angesichts der Lage dringend an die Bevölkerung, Wälder derzeit grundsätzlich nicht zu betreten. Fluchtwege könnten durch die Flammen rasant schnell abgeschnitten werden.