Nach Brandanschlag in Frankfurt - Anklage wegen Mordversuchs gegen Teenager
War es eine Auftragstat? Ein Jugendlicher soll eine Kugelbombe und Brandbeschleuniger in ein Café geworfen haben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Die Vorwürfe wiegen schwer.
Nach dem Brandanschlag auf ein Frankfurter Café im vergangenen Sommer hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 15-Jährigen wegen versuchten Mordes erhoben. Der Jugendliche steht unter Verdacht, Anfang August eine Kugelbombe und mehrere Liter Brandbeschleuniger in das Lokal geworfen zu haben, wie Oberstaatsanwalt Dominik Mies mitteilte.
Ins Freie gerettet
Dort sei der Sprengsatz detoniert und habe den Raum in Vollbrand gesetzt. Durch sein beherztes Eingreifen habe der Wirt sich und vier Gäste weitgehend unversehrt ins Freie bringen können.
Angeklagter aus den Niederlanden
Es handele sich nach vorläufiger Einschätzung um eine Tat aus dem Spektrum "crime-as-a-service" ("Kriminalität als Dienstleistung"), erläuterte Mies. Demnach wurde der niederländische Angeklagte für die mutmaßliche Auftragstat in seinem Heimatland angeworben. "Er soll für die Tat aus den Niederlanden ins Rhein-Main-Gebiet verbracht und bei der konkreten Tatausführung gezielt angeleitet worden sein", ergänzte der Staatsanwalt.
Was das Motiv der mutmaßlichen Auftraggeber war, dazu will sich die Behörde auf Nachfrage von HIT RADIO FFH nicht äußern.
Festnahme kurz nach dem Anschlag
Der 15-Jährige war kurz nach dem Anschlag gefasst worden. Die Anklage wurde bei der Jugendkammer des Landgerichts Frankfurt erhoben.
Im vergangenen Jahr hatte es in Hessen mehrere Brandanschläge dieser Art auf Cafés und Wohnhäuser gegeben. Laut Staatsanwaltschaft besteht möglicherweise ein Zusammenhang zwischen diesem Fall und einer Tat im August in Taunusstein. Dort war ein Wohnhaus das Ziel. Ein 18-Jähriger wurde kurz darauf festgenommen.