Glatteis-Warnungen in Hessen - Erste Unfälle auf den Straßen
Straßen und Wege können blitzschnell spiegelglatt werden, warnt der Deutsche Wetterdienst und rät von Aufenthalten im Freien und von Fahrten ab. Es kam bereits zu ersten Unfällen auf den Straßen und zu Ausfällen bei vielen Buslinien.
Der erste Arbeits- und Schultag nach den Weihnachtsferien startet in Hessen und weiteren Bundesländern mit Glatteis. In der Nacht zogen von Westen her Niederschläge auf. Zunächst schneit es – mit Neuschneemengen zwischen einem und drei Zentimetern, im Bergland können es bis zu 5 Zentimeter sein.
Später geht der Schnee in gefrierenden Regen über. Der DWD warnt vor "erheblicher Glatteisgefahr". Am Mittag ziehen die Niederschläge ostwärts ab. Aus Südwesten kommt aber bereits neuer Regen, der besonders ab dem Nachmittag im Bergland erneut gefrieren kann.
Erste Schulausfälle gemeldet
Heute ist der erste Tag nach den Winterferien in Hessen. Wegen der Wetterlage haben bereits erste Schulen den Präsenzunterricht gestrichen. In NRW sind sogar alle Schulen betroffen. Auch in Niedersachsen fällt der Präsenzunterricht aus.
Aktuelle Schulausfälle in Hessen und Umgebung im Überblick
In Hessen liegt die Entscheidung, ob die Schule ausfällt, bei den jeweiligen Schulleitern, die dann die Lehrer und über vorher festgelegte Kommunikationswege die Eltern und Schüler informieren. Das hessische Bildungsministerium ging dennoch von einem normalen Schulstart nach den Ferien aus.
Eltern sollen sich über Wetterlage informieren
Sollte sich das in einzelnen Regionen des Landes durch erhebliche Eisglätte oder einen Schneeeinbruch ändern, würden Erziehungsberechtigte am Morgen entscheiden, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar und sicher sei, sagte ein Sprecher. "Im Fall des Fernbleibens muss die Schule auf den üblichen Kommunikationswegen informiert werden", hieß es. "Die Eltern sollten sich daher ständig über die aktuellen Straßen- und Witterungsverhältnisse informieren und dann abwägend entscheiden."
Schulträger entscheiden bei extremen Wetter
“Falls die Sicherheit des Schulweges durch ein extremeres Winterwetter nicht mehr gewährleistet werden könnte, würden die Schulträger (Stadt, Landkreis) in enger Abstimmung mit Schulleitungen und unter Einbeziehung der Einschätzungen des öffentlichen Nahverkehrs über den Ausfall des Präsenz-Schulbetriebs entscheiden”, heißt es vom Land Hessen in einer Mitteilung zum Schulstart.
Wir helfen dabei, möglichst viele Betroffene schnell zu erreichen, indem wir Schulausfälle auf unserer Webseite und in der FFH-App veröffentlichen. Gründe für einen Schulausfall können gefährliche Wetterlagen, Probleme im Schulgebäude, ein Wasserrohrbruch oder ein Heizungsausfall sein.
Glatteis-Warnung für die Regionen Darmstadt, Gießen, Kassel - außerdem für Mainz in Rheinland-Pfalz. Unnötige Fahrten sollten vermieden werden.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Montag (12.01.) eine Unwetterwarnung vor Glatteis für Teile Hessens herausgegeben. "Es besteht hohe Glättegefahr", teilte der DWD mit. Die Warnung ist Stufe drei von vier. Es bestehe "Gefahr für Leib und Leben durch plötzlich überfrierende Nässe oder plötzlich gefrierenden Regen".
Die Warnung gilt in Hessen für die Regierungsbezirke Darmstadt, Gießen, Kassel - und außerdem für Mainz in Rheinland-Pfalz. Gefährlich ist es von Montag 5.00 Uhr bis 20.00 Uhr.
Der DWD rät, den Aufenthalt im Freien und Fahrten zu vermeiden und das Verhalten im Straßenverkehr anzupassen. Es seien Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen bis hin zu Sperrungen und Schließungen zu erwarten. Autofahrer sollten möglichst volltanken und Decken und warme Getränke mitführen.
Frankfurter Flughafen streicht Flüge
Am Frankfurter Flughafen sind am Morgen wegen der Glatteiswarnungen zahlreiche Flüge gestrichen worden. Von den im Tagesverlauf geplanten 1052 Flügen seien 98 gestrichen, sagte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport. Die Zahl könne im Tagesverlauf noch steigen.
Der große Winterdienst sei im Einsatz, auch das Rollfeld müsse geräumt werden. Auf den Parkpositionen der Flugzeuge seien 34 Fahrzeuge zur Enteisung der Maschinen im Einsatz.
Passagiere sollen Flugstatus prüfen
Die Passagiere würden dringend gebeten, rechtzeitig vor ihrer Reise ihren Flugstatus zu prüfen, für die Anreise entsprechend der Wetterlage mehr Zeit einzuplanen. Zudem sollten sie mindestens drei Stunden vor Abflug am Terminal am Frankfurter Flughafen sein, so die Sprecherin.
Erste Unfälle durch Glatteis
In Frankfurt ist ein LKW auf der Hansaalle, Ecke Wolfgangstraße, gegen ein geparktes Auto gerutscht. Dadurch ist ein Blechschaden entstanden. Ein ähnlicher Vorfall hat sich auch auf der Mönchhofstraße ereignet, da ist ein Fahrzeug gegen ein anderes Auto gerutscht.
In Wiesbaden hält sich das Glätte-Chaos in Grenzen, mehrere Autos sind gegen Leitplanken gerutscht.
In Weinbach hat sich heute Morgen ein Fahrzeug auf einer Kreisstraße überschlagen. Es gibt drei Verletzte.
In Lorsch kam es zu einem Unfall mit einer möglicherweise leicht verletzten Person. Dort sind drei PKW aufeinander gefahren, weil es in dem Bereich von Auffahrten auf Bundestraßen glatt war.
Die Polizei warnt Autofahrer davor, dass sich durch das Eis die Bremswege verlängern.
Auch Busverkehr betroffen
Laut dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) kommt es aktuell im RMV-Gebiet witterungsbedingt zu Einschränkungen im Busverkehr. Es sei mit Verspätungen und Ausfällen zu rechnen. Einige Linien werden den Angaben zufolge komplett eingestellt.
In diesen Gebieten kommt es zu Ausfällen
Betroffen sind demnach die Gebiete Gießen, Wetterau, Main-Taunus-Kreis sowie die Landkreise Marburg-Biedenkopf und Limburg-Weilburg. Ebenfalls gibt es Probleme im Lahn-Dill-Kreis, Hochtaunuskreis sowie im Rheingau-Taunus-Kreis.
In Nordhessen fallen auch Busse aus
Auch in Nordhessen sorgt die Wetterlage für Probleme. Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) sowie die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) teilten auf ihren Internetseiten mit, es könne aktuell auf vielen Linien zu Verspätungen und Ausfällen kommen.
"Traumhafte Bedingungen" in Wintersportgebieten
Für die Wintersportgebiete in Willingen und an der Wasserkuppe wurde das Wetter am letzten Ferienwochenende winterlich. "Es hat in der Nacht ein bisschen geschneit", sagte der Sprecher des Skigebiets Willingen am Samstag. "Im Moment sind wirklich traumhafte Bedingungen. Es ist auch richtig was los."
Ein Sprecher der Wiegand Erlebnisberge GmbH, die die Ski- und Rodelarena an der Wasserkuppe betreibt, sagte: "Wir haben guten Betrieb." Der Panoramalift sei geöffnet und auch der Schlittenlift laufe. "Wir hatten kein Wetterchaos. Wir hatten ganz normales Winterwetter", sagte der Sprecher.
Am Hoherodskopf im Vogelsberg öffnete am Sonntag die Rennwiese in der Ski- und Rodelarena. Dank 30 Zentimetern Neuschnee könne der Betrieb ab 10 Uhr laufen. "Ob auf Skiern, dem Schlitten oder einfach zum Schneespaß – die frische Schneedecke sorgt für beste Bedingungen und winterliches Vergnügen."
Frankfurt setzt auf weiteren Kältebus
Wegen der niedrigen Temperaturen setzt die Stadt Frankfurt an diesem Wochenende einen zweiten Kältebus ein. Es würden zwar genügend Schlafplätze für obdachlose Menschen angeboten – aber viele wollten oder könnten das Angebot nicht annehmen, sagte der Pressesprecher des Sozialdezernats der Stadt Frankfurt.
Der zweite Kältebus wird in den Nächten zum Sonntag sowie zum Montag unterwegs sein. Regulär fährt ein Kältebus zwischen Mitte Oktober und Ende Mai durch die Stadt.