Hohe Spritpreise: Länder fordern weitere Maßnahmen
Hohe Spritpreise - Länder fordern weitergehende Maßnahmen
Am Donnerstag stimmt der Bundesrat über das geplante Spritpreispaket ab. Aber reicht das aus?
Mehrere Bundesländer fordern jetzt weitere Maßnahmen.
Länder: Maßnahmen reichen nicht aus
Als Reaktion auf die stark gestiegenen Spritpreise fordern mehrere Bundesländer die Bundesregierung zu weitergehenden Schritten auf, um Verbraucherinnen und Verbraucher zu entlasten. "Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus", sagte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur vor der Verkehrsministerkonferenz in Lindau (Bayern) am Mittwoch und Donnerstag. "Wir brauchen entschlossenere Eingriffe wie eine Übergewinnsteuer und strengere kartellrechtliche Maßnahmen." Bei einer "Übergewinnsteuer" geht es um eine Art Extra-Steuer auf kriegsbedingte Profite.
Krischer: Einnahmen gezielt investieren
Entscheidend sei, dass die daraus erzielten Einnahmen gezielt investiert werden, sagte Krischer. "Sie müssen zu spürbaren Entlastungen der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie für langfristige Investitionen in eine bezahlbare und nachhaltige Mobilität, insbesondere durch den Ausbau der Elektromobilität und des öffentlichen Nahverkehrs, eingesetzt werden."
Höhere Preise nur noch einmal täglich?
Der Bundestag stimmt am Donnerstag über ein Spritpaket ab. Zum einen sollen nach österreichischem Vorbild Tankstellen künftig nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr, die Preise erhöhen dürfen. Preissenkungen sollen jederzeit möglich sein. Die neue Regel soll für mehr Transparenz und weniger kurzfristige Preissprünge an der Zapfsäule sorgen. Zudem ist eine Verschärfung des Kartellrechts geplant.
Spritpreis steigt stärker als Rohölpreis
In einem Beschlussvorschlag der Länder Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zur Verkehrsministerkonferenz heißt es, es sei zu bezweifeln, dass diese Maßnahmen ausreichten, um den negativen Auswirkungen des überproportionalen Kraftstoffpreisanstieges in Deutschland schnell und effektiv zu begegnen. Die Erhöhung der Kraftstoffpreise in Deutschland falle zum Teil deutlich höher aus als die kriegsbedingte Steigerung des Rohölpreises sowie die Entwicklung der Kraftstoffpreise in den meisten anderen EU-Mitgliedsstaaten.
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