Belästigungsvorwürfe: Staatssekretär Sönmez wird entlassen
Nach Belästigungsvorwürfen - Wirtschaftsstaatssekretär muss gehen
Schon wieder eine Entlassung im hessischen Wirtschaftsministerium, die für Wirbel sorgt: Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori will die Zusammenarbeit mit seinem Staatssekretär Umut Sönmez beenden. Offizielle Gründe für die Entlassung werden nicht genannt.
Wie das Wirtschaftsministerium mitteilte, hat Mansoori Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) gebeten, Sönmez mit sofortiger Wirkung aus dem Beamtenverhältnis zu entlassen. Zu den Gründen der Entlassung äußerte sich eine Ministeriumssprecherin nicht.
Rhein will Entlassung vornehmen
Rhein werde dem Wunsch nachkommen, sagte uns ein Regierungssprecher. “Das für eine gedeihliche Zusammenarbeit erforderliche Vertrauensverhältnis ist nicht mehr gegeben." Formal ist für die Entlassung noch ein Kabinettsbeschluss nötig.
Sexuelle Belästigung auf Fastnachtsfeier?
Einem früheren Bericht des Hessischen Rundfunks zufolge soll Sömnez auf einer Fastnachtsfeier im Wirtschaftsministerium eine Kollegin sexuell belästigt haben.
“Vorverurteilende Berichterstattung”
Sömnez selbst meldete sich von einem privaten Mail-Account mit einer Stellungnahme zu Wort. Darin spricht er von einer “vorverurteilenden Presseberichterstattung des Hessischen Rundfunks”. Seine Entlassung begrüße er, damit Schaden vom Land Hessen, dem Ministerium, der Koalition und seiner Partei abgehalten würde.
Sömnez weist Vorwürfe zurück
"Den Vorwurf einer sexuellen Belästigung weise ich entschieden zurück”, schreibt Sömnez weiter. “Zum Verfahren stelle ich fest: Ich finde es gut, dass das Ministerium eine Untersuchung eingeleitet hat. Ich erhoffe mir von diesem üblichen und im öffentlichen Dienst als gute Praxis etablierten Verfahren die Möglichkeit der Richtigstellung und der Rehabilitation.”
Zweite Entlassung unter Mansoori
Es ist nicht das erste Mal in dieser Legislaturperiode, dass es an der Hausspitze des Wirtschaftsministeriums Querelen gibt. Im Juli 2024 entließ Mansoori seine damalige Staatssekretärin Lamia Messari-Becker - nach nur fünf Monaten im Amt. Er begründete dies mit einem "nicht hinnehmbaren Fehlverhalten" im Privatleben, ohne dies öffentlich zu erläutern. Die Affäre zog einen Landtagsuntersuchungsausschuss nach sich.
U-Ausschuss beschäftigte Landtag
Es wurde später publik, dass der Minister der Bauphysik-Professorin insbesondere vorgeworfen hatte, in einem Elterngespräch am Gymnasium ihrer Tochter mit ihrer Position als Staatssekretärin Druck ausgeübt zu haben – für eine bessere Abiturnote. Messari-Becker wies dies als falsch zurück, sie wehrte sich mit Anwälten dagegen und sprach von Rufschädigung.