Piloten, jetzt Flugbegleiter - Lufthansa-Streiks gehen weiter
Am Tag des Festakts zu "100 Jahre Lufthansa" ruft die Kabinengewerkschaft Ufo zum Streik auf. Auch die Piloten wollen bei der Protestkundgebung ein Zeichen setzen. Und die nächsten Streiks folgen.
Passagiere der Lufthansa müssen trotz des beendeten Pilotenstreiks auch an diesem Mittwoch mit zahlreichen Flugausfällen rechnen. Seit Mitternacht befinden sich die rund 20.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter der Lufthansa und ihrer Regionaltochter Cityline im Ausstand.
Zu dieser Streikwelle des fliegenden Personals bis einschließlich Donnerstag hat die Kabinengewerkschaft Ufo aufgerufen. Sie will in dem Tarifkonflikt bessere Arbeitsbedingungen im Manteltarif erreichen. Vor allem an den Drehkreuzen Frankfurt und München dürften erneut hunderte Flüge ausfallen.
Zudem kündigte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) schon die nächsten Streiks bei der Lufthansa an: So soll ein Ausstand am Donnerstag und Freitag die Kerngesellschaft Lufthansa, die Frachtgesellschaft Cargo AG und die Regionalgesellschaft CityLine treffen. Der Ferienflieger Eurowings soll ferner am Donnerstag bestreikt werden. Zugleich schlägt VC ein Schlichtungsverfahren vor, um den Tarifkonflikt zu lösen, wozu die Lufthansa sich grundsätzlich bereit erklärte.
Festakt mit Kanzler geplant
Die Streiks überschatten damit den Festakt zu "100 Jahre Lufthansa". In das neue Besucherzentrum "Hangar One" sind unter anderen Kanzler Friedrich Merz und Verkehrsminister Patrick Schnieder (beide CDU) geladen.
Ufo rief zu einer Protestkundgebung auf, um nach eigenen Angaben ein Zeichen gegen die "Politik der harten Hand" im Unternehmen zu setzen. Auch die Pilotengewerkschaft forderte ihre Mitglieder auf, an der Kundgebung teilzunehmen. Sie kämpft um höhere Betriebsrenten.
Zwischen den Tarifparteien sind die Fronten weiterhin verhärtet. Während die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit Angebote zu den strittigen Fragen um Betriebsrenten und Einkommen verlangt, lehnt das Management jedwede Kostensteigerungen bei der ertragsschwachen Kern-Airline ab. Jeder Streik verkleinere die betroffene Fluggesellschaft, hatte Personalchef Michael Niggemann gewarnt.
Ähnlich ist die Situation bei der Kabinengewerkschaft Ufo, die für bessere Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag streikt und für die Beschäftigten der Cityline einen Sozialplan erreichen will. In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag) hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr klargemacht, dass Vorstand und Aufsichtsrat an der beschlossenen Strategie festhalten: "Wir operieren Flugzeuge ausschließlich dort, wo sie Wert generieren."
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