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Wirtschaftsministerium zieht Bilanz zu 1 Jahr Hessenfonds

360 Unternehmen gefördert - Bilanz nach einem Jahr Hessenfonds

© Hit Radio FFH

Eine Zwischenbilanz nach einem Jahr Hessenfonds hat unter anderem das Wirtschaftsministerium gezogen.

Die schwarz-rote Landesregierung zieht ein positives Fazit nach einem Jahr des "HessenFonds". Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums seien insgesamt 360 Unternehmen gefördert, 8.000 Arbeitsplätze gesichert und 600 neue Jobs geschaffen worden.

Bei der Vorstellung der Bilanz im Circle Hub Offenbach zeigten sich Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori, Finanzminister Alexander Lorz, Digitalministern Kristina Sinemus und Dr. Michael Reckhard, Mitglied der WIBank-Geschäftsleitung zufrieden. Von insgesamt einer Milliarde Euro Förderung inklusive Kredite für Risikokapital wurden 292 Millionen Euro an Krediten beantragt und 158 Millionen Euro bewilligt.

Der Fokus des "HessenFonds" liege auf Projekten zur Transformation und Innovation, die im ersten Jahr dem Wirtschaftsministerium nach 90 Prozent der Förderungen ausgemacht haben. Der Fonds steht Unternehmern unabhängig von der Unternehmensgröße offen. Gefördert werden Gründungen, Unternehmensnachfolgen sowie Innovations- und Transformationsvorhaben.

Das sagen die hessischen Minister

Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori betonte, dass der Fonds einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der hessischen Wirtschaft leiste. Finanzminister Alexander Lorz hob hervor, dass der Fonds gezielt Unternehmen unterstützt, um Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. Digitalministerin Kristina Sinemus nannte den "HessenFonds" einen “zentralen Hebel für Digitalisierung, Reslienz und Innovation”.

Kaum Nachfrage nach Unternehmensbeteiligungen

Die Förderungen in Form von Krediten (Anteil am “HessenFonds” 750 Millionen Euro) ist gefragt. Bei den Unternehmensbeteiligungen (250 Millionen Euro) sieht es anders aus: "Aktuell sind zwei Unternehmensbeteiligungen auch eingegangen, in Höhe von etwas mehr als 5 Millionen Euro. Insofern ist da die Nachfrage aktuell noch nicht so groß", erklärte Mansoori auf Nachfrage von Hit Radio FFH.

Positive Praxisbeispiele

Ein Beispiel für die erfolgreiche Nutzung des "HessenFonds" ist das Dieburger Unternehmen Frontier Fuels. Es erhielt ein Kleindarlehen in Höhe von 300.000 Euro und konnte damit seine Lieferkapazitäten für Biotreibstoffe nach eigenen Angaben verdoppeln. Diese tragen zur Dekarbonisierung der Schifffahrt bei und sind günstiger als marktübliche Alternativen.

Wer von dem Fonds profitiert

Wie geplant habe der "HessenFonds" auch unterschiedliche Teile der hessischen Wirtschaft erreicht. Rund 46 Prozent der Förderung entfallen auf Unternehmen, aus Industrie und Handel, knapp 12 Prozent auf Handwerksunternehmen und etwa 40 Prozent auf Freie Berufe. Auch nach Branchen ergibt sich ein breites Bild. Besonders stark vertreten ist das Gesundheitswesen mit knapp 30 Prozent der Darlehen. Jeweils rund 10 Prozent entfallen auf beratende Berufe, Dienstleistungen, den Einzelhandel sowie das Baugewerbe.

In welchen Regionen gefördert wird

Regional zeigt sich ebenfalls eine landesweite Verteilung: Rund 46 Prozent der Kredite gingen an Unternehmen im Regierungsbezirk Darmstadt, rund 21 Prozent an den Regierungsbezirk Gießen und rund 33 Prozent in den Regierungsbezirk Kassel.


Vielfältige Fördermöglichkeiten

Unternehmen können, abhängig vom Bedarf, aus verschiedenen Kreditprodukten wählen, darunter Kleindarlehen und Großdarlehen. Anträge werden über die WIBank gestellt. Interessierte Unternehmen können sich auf der Webseite der WIBank über die Fördermöglichkeiten informieren.

Kritik von der Opposition

Nicht alle teilen die positive Bilanz. Die oppositionellen Fraktionen von AfD und FDP im Hessischen Landtag übten scharfe Kritik: FDP-Fraktionschef Stefan Naas zweifelt an den präsentierten Zahlen: “Die Zahlen der bereitgestellten Mittel sind schöngerechnet, und im laufenden Haushalt sind nur 22 Millionen Euro eingestellt”. Außerdem warnt er vor Mitnahmeeffekten. Statt eines "von der Allgemeinheit bezahlten Subventionstopfs" fordert er strukturelle Reformen bei Energiekosten und Steuern. 

AfD-Wirtschaftssprecher Andreas Lichert geht noch weiter und bezeichnet den Hessenfonds als “Planwirtschaft light”. Die an Bedingungen wie Dekarbonisierung und Nachhaltigkeit geknüpften Förderungen seien staatliche Intervention statt ordnungspolitischer Vernunft - angesichts der hohen hessischen Insolvenzrate ein falsches Signal.

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