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Historischer Marathon: Kenianer knackt Zwei-Stunden-Marke

Leichtathletik - Historischer Marathon: Kenianer knackt Zw

Sensation in London: Sabastian Sawe bleibt als erster Mensch in einem offiziellen Marathon-Wettkampf unter zwei Stunden. Der Kenianer trägt sich mit dem Weltrekord in die Sport-Geschichtsbücher ein.

Erst streckte Sabastian Sawe nach seinem epischen Marathon-Weltrekordlauf in London beim Zieleinlauf jubelnd die Arme aus, wenige Minuten nach dem Rennen für die Geschichtsbücher posierte der Kenianer mit dem Schuh seines Ausrüsters. Die Siegerzeit von 1:59:30 Stunden stand auf dem Schuh geschrieben. Als erster Mensch der Welt blieb Sawe bei einem offiziellen Wettkampf über die 42,195 Kilometer unter der magischen Schallmauer von zwei Stunden.

"Ich bin so glücklich. Das ist ein Tag, an den ich mich immer erinnern werde", sagte Sawe, der schon im Vorjahr in London gewann und 2025 auch den Berlin-Marathon für sich entschied. Seine bisherige Bestzeit lag bei 2:02:05 Stunden vom Valencia-Marathon 2024.

65 Sekunden schneller als die alte Bestmarke

In London pulverisierte Sawe nicht nur seine eigene Bestleistung deutlich. Er blieb mit seiner Zeit ganze 65 Sekunden unter dem bisherigen Weltrekord seines Landsmanns Kelvin Kiptum, der 2023 in Chicago 2:00:35 Stunden lief. Kiptum war nur wenige Monate später im Februar 2024 bei einem Verkehrsunfall in seiner Heimat ums Leben gekommen.

In einem von Beginn an superschnellen Lauf unterbot Sawe diese Marke deutlich - und stieß mit seiner Zeit in eine neue Marathon-Dimension vor. Der Ostafrikaner brauchte in London für jeden Kilometer etwa 2:49 Minuten und erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 21,2 Kilometern pro Stunde. Das würde manch ein Radfahrer nicht schaffen.

Auch der Zweitplatzierte knackt Schallmauer

Sawe machte auch den zweitplatzierten Yomif Kejelcha aus Äthiopien zum Nebendarsteller. Bei seinem Marathon-Debüt lief Kejelcha 1:59:41 Stunden und war dem Sieger lange ebenbürtig. Selbst der Dritte Jacob Kiplimo (2:00:28 Stunden) aus Uganda blieb unter der alten Weltrekordzeit. Lange liefen sie in einer größeren Spitzengruppe zusammen, ehe sich Kejelcha und Sawe absetzen konnten. In der Schlussphase entschied Sawe das packende Duell für sich.

"Ich fühlte mich stark, als wir uns dem Ziel näherten. Als ich die Ziellinie erreichte, sah ich die Zeit, und ich war total begeistert", sagte Sawe, der die zweite Hälfte in beeindruckenden 59:01 Minuten zurücklegte. Zum Alter des Siegers gibt es widersprüchliche Angaben, laut Leichtathletik-Weltverband ist er 31 Jahre alt.

Sawe schrieb mit seiner Zeit Sport-Geschichte, wenngleich vor ihm bereits der zweimalige Olympiasieger und ehemalige Weltrekordler Eliud Kipchoge einen Marathon unter zwei Stunden absolviert hatte. Der Kenianer schaffte die klassische Strecke am 12. Oktober 2019 in Wien in 1:59:40 Stunden. Dieser Lauf war allerdings nicht öffentlich und fand unter Laborbedingungen mit wechselnden Tempomachern statt. Daher galt die Zeit nicht als Weltrekord.

Petros verfehlt deutschen Rekord klar, Fitwi in Hamburg nur knapp

Der deutsche Rekordhalter Amanal Petros verpasste dieses Mal eine Topplatzierung. Er lief wie gewohnt ein defensives Rennen und hielt sich lange in der Verfolgergruppe auf. Petros war in London auf der ersten Hälfte noch auf Kurs, seinen deutschen Rekord zu knacken. Doch nach gut 25 Kilometern musste der 30-Jährige abreißen lassen. Petros landete in 2:08:31 Stunden auf dem 15. Platz und verfehlte seinen deutschen Rekord um mehr als vier Minuten.

Deutlich schneller als Petros war Samuel Fitwi beim Hamburg-Marathon. Mit einer persönlichen Bestleistung von 2:04:45 Stunden blieb er 42 Sekunden über dem deutschen Rekord von Petros und wurde hinter dem Überraschungssieger Othmane El Goumri aus Marokko starker Zweiter. Seine eigene Bestmarke aus dem Jahr 2024 beim Valencia-Marathon verbesserte Fitwi um elf Sekunden. "Ich bin sehr, sehr happy", sagte Fitwi beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) nach seinem Rennen.

Kai Pflaume und Sebastian Vettel waren auch dabei

Der viermalige Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat den London-Marathon in unter drei Stunden geschafft. Vettel brauchte damit pro Kilometer etwa 4:14 Minuten und lief eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 14,1 Kilometern pro Stunde. Er war nicht der einzige Promi, der am prestigeträchtigen Lauf in der britischen Metropole teilnahm. Unter anderem war auch der englische Ex-Fußballer Tony Adams dabei. Und auch der deutsche TV-Moderator Kai Pflaume startete in London. Der 58-Jährige, der auch schon den New-York-Marathon lief, kam nach 3:18:32 Stunden ins Ziel. Pflaume war damit gut 15 Minuten schneller als noch 2023 in der US-Metropole.

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