Social Media für Kinder - Ministerin will Erlaubnis ab 13 Jahren
Über Gefahren von TikTok und Co. für Kinder wird hitzig debattiert, nun haben Fachleute konkrete Empfehlungen abgegeben. Familienministerin Karin Prien plant für die Nutzung sozialer Medien eine Altersgrenze von 13 Jahren.
Ausnahmen soll es nur für “nachweislich kindgerechte Angebote” wie beispielsweise Messenger-Dienste geben. Für Teenager zwischen 13 und 18 Jahren sollen zudem abgestufte Schutzvorkehrungen gelten.
Schutz für Teenager
Zur wirksamen Altersüberprüfung setzt Prien auf die sogenannte EUDI-Wallet ab dem Jahr 2027. Die Ministerin strebt eine europäische Lösung an, bereitet jedoch parallel notwendige nationale Regelungen vor.
Rechtliche Schritte geplant
Die Gesetzgebung soll noch in diesem Jahr beginnen, wobei Prien auf einen politischen Kompromiss in der Koalition hofft. Hintergrund der 56 Experten-Empfehlungen ist die Sorge vor Suchtgefahren, Mobbing und Hassrede.
Kampf gegen Suchtgefahren
Laut der Expertenkommission weisen bereits etwa 300.000 Jugendliche ein problematisches Suchtverhalten auf. Die Fachleute schlugen zwei Varianten vor, wie Nutzungsverbote gesetzlich verankert werden könnten.
Alarmierende Zahlen
Prien bevorzugt die Mindestaltersgrenze von 13 Jahren inklusive der Deaktivierung riskanter Funktionen für Minderjährige. Eine zweite Option setzt eher auf die Ergänzung des EU-Digital Services Act für spezifische Funktionsbeschränkungen.
Deaktivierung von Risiken
Im internationalen Vergleich ist Priens Vorschlag eher weich, da Australien etwa Verbote bis 16 Jahre plant. Die deutsche Kommission mahnt jedoch, nationale Alleingänge wegen der grenzüberschreitenden Dienste zu vermeiden.
Internationaler Vergleich
Die Experten plädieren dafür, vor allem die Plattformanbieter stärker in die Pflicht zu nehmen. Ein verbindlicher Katalog soll künftig sichere und altersgerechte Voreinstellungen für alle Dienste vorschreiben.
Anbieter in der Pflicht
Dazu gehört das Verbot von manipulativen Algorithmen und Sucht verstärkenden Endlos-Feeds. Ziel ist es, dass sich die digitale Welt an das Kind anpasst und nicht umgekehrt.
Kindgerechte digitale Welt
Neben Präventionsmaßnahmen empfiehlt die Kommission auch ein Handyverbot an Schulen bis zur siebten Klasse. Prien unterstützt diesen Vorschlag und hält einen länderübergreifenden Konsens für möglich.
Handy-Aus im Unterricht
Zudem soll die elterliche Medienerziehung im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert werden, ähnlich wie die gewaltfreie Erziehung. Justizministerin Hubig unterstützt strengere Jugendschutzpflichten, die auch für milliardenschwere Plattformen gelten müssen.