Macheten-Attacke in Kelkheim - Hunderte bei Gedenkfeier
Eine Frau wird brutal getötet. Drei junge Menschen greifen mutig ein, Dutzende andere werden Zeugen der Tat. Der Abend hat Kelkheim verändert. Am Samstagabend (18.07.) haben hunderte Menschen auf dem Marktplatz der getöteten 58-Jährigen gedacht.
Bürgermeister Albrecht Kündiger sagte, Geistliche der katholischen und der evangelischen Kirche seien vor Ort, auch ein Vertreter der kroatischen Gemeinde werde da sein. "Wir wollen bei der Gedenkfeier bewusst das Gedenken in den Mittelpunkt stellen", sagte der Bürgermeister. Auf politische Statements wolle man ausdrücklich verzichten.
Frau starb noch am Tatort
Ein 60 Jahre alter Kroate soll am Dienstagabend seiner 58-jährigen Ehefrau mit einer Machete "mindestens 30 abgrenzbare Stich- und Schnittverletzungen im Bereich des Kopfes, Halses, Nackens und Oberkörpers zugefügt haben", hatte die Staatsanwaltschaft am Tag nach der Tat mitgeteilt. Zahlreiche Passanten wurden Zeugen des Angriffs. Die Ehefrau starb noch am Tatort.
Ehemann in U-Haft
Der Mann habe "aus übersteigertem Besitzdenken und Eifersucht" gehandelt, so die Staatsanwaltschaft. Er sitzt wegen des Verdachts des Mordes in Untersuchungshaft.
“Tat nicht politisch ausschlachten”
Täter und Opfer seien Bürger der Stadt Kelkheim, sagte er. Das Opfer habe hier gearbeitet und viele Mitbürger hätten die Familie gekannt. "Das Opfer ist eine Kelkheimerin", sagte er. "Auch der Täter ist ein Kelkheimer, um das deutlich zu sagen." Er warnte davor, die Tat politisch auszuschlachten.
Viele haben Tat mit angesehen
Zu der Tat sei es direkt vor dem Wohnhaus des Opfers in der Nähe des Markplatzes gekommen, sagte er. Fast 30, möglicherweise noch mehr Augenzeugen hätten die Tat mit ansehen müssen, sagte der Bürgermeister. "Das Schlimme ist und das macht uns besonders betroffen, unter diesen Augenzeugen sind auch zahlreiche Jugendliche und Kinder."
Jugendliche traumatisiert
Der Erste Stadtrat Dirk Hofmann berichtete, er sei kurz nach der Tat informiert worden. Als er am Tatort angekommen sei, sei der "Ort, wo das Opfer zusammengebrochen war", bereits abgesperrt gewesen. "Ich bin durch das Areal gegangen, wo die Polizei die Zeugenvernehmung hat stattfinden lassen", sagte er. Er habe gesehen "wie viele Kinder, Jugendliche weinend dort saßen, befragt wurden".
Ehrung für mutige Helfer
Drei Menschen haben den Tatverdächtigen beim mutmaßlichen Mord an einer Frau in Kelkheim gestellt und nach Angaben des Bürgermeisters versucht, die Tat zu verhindern. Dabei handele es sich um einen 28 Jahre alten Deutschen aus dem Frankfurter Westen, einen 17 Jahre alten Jugendlichen aus Kelkheim mit pakistanischer Herkunft und einen 32-jährigen Afghanen, sagte Kelkheims Bürgermeister.
"Den Mut, den die dort bewiesen haben, dass sie den Täter festgehalten haben, dass sie noch versucht haben, die Tat zu verhindern, was nicht zu verhindern war, das ist unglaublich", sagte Kündiger. "Wir haben fest vor, dass wir diese Bürger, diese drei mutigen Menschen auch ehren, in welcher Form auch immer." Ihm sei berichtet worden, dass die drei am Abend der Tat blutverschmiert gewesen seien.