Gefährlicher Einsatz durch Waldbrand bei Bad Schwalbach
Waldbrand bei Bad Schwalbach - Neuer Brandherd entdeckt
Der Rauch war zwischenzeitlich sogar in Wiesbaden zu riechen: Bereits seit dem frühen Mittwochnachmittag ist die Feuerwehr im Wald bei Bad Schwalbach im Rheingau-Taunus-Kreis wegen eines Waldbrandes im Dauereinsatz. In der Nacht auf Freitag war eine Brandwache vor Ort.
Der Waldbrand bei Bad Schwalbach im Rheingau-Taunus-Kreis fordert die Feuerwehr weiterhin. "Wir waren eigentlich der Meinung, dass das Feuer aus ist. Dann haben wir aber noch ein Spotfeuer entdeckt, das jetzt gerade bekämpft wird", sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Abend. Ein sogenanntes Spotfeuer ist ein weiterer kleiner Brandherd. Dieser sei wahrscheinlich durch Funkenflug in einem bislang nicht betroffenen Bereich entstanden, erläuterte der Sprecher.
Vier verletzte Feuerwehrleute
Bei den Löscharbeiten wurde ihm zufolge ein Feuerwehrmann durch einen Ast am Auge leicht verletzt. Drei weitere Feuerwehrleute waren bei dem Einsatz bereits zuvor leicht verletzt worden. Sie erlitten Kreislaufprobleme und wurden medizinisch versorgt.
Drei Fußballfelder Wald abgebrannt
Rund 25.000 Quadratmeter Wald standen laut Feuerwehr zwischen dem Bad Schwalbacher Stadtteil Hettenhain und Taunusstein-Seitzenhahn zwischenzeitlich in Flammen – das entspricht einer Fläche von mehr als drei Fußballfeldern.
Gefahr durch umstürzende Bäume
Die Arbeit der Einsatzkräfte war lange gefährlich: Für die Feuerwehrleute bestand ein hohes Risiko, da bereits reihenweise verbrannte Bäume umgestürzt sind. Forstmitarbeiter waren deshalb am Donnerstag mit entsprechenden Maschinen und Kettensägen im Einsatz, um den Löscheinsatz abzusichern und um Bäume sicher zu fällen. Hier stehe die Feuerwehr von Anfang an in enger Abstimmung mit den Wald-Experten vom Forst, so Feuerwehrsprecher Michael Ehresmann zu HIT RADIO FFH.
Im Brand-Hotspot bisher zu heiß
Weiteres Problem laut Ehresmann: Zum eigentlichen Brandfeld habe man im Wald erst gar nicht richtig vordringen können. Hier sei es lange einfach zu heiß gewesen für die Einsatzkräfte.
Feuer auch auf Schlangenbader Gemarkung übergegangen
Die Nachricht vom Brand habe die Behörden am Mittwoch (05.08.) gegen 13.20 Uhr erreicht, sagte Bürgermeisterin Angela Strabone aus Bad Schwalbach in einer Videobotschaft. Man habe zur Lokalisierung der Stelle etwa 30 Minuten gebraucht. Das Feuer sei auch auf die Schlangenbader Gemarkung übergegangen.
Unwegsamer Wald
Bürgermeister Marco Eyring aus Schlangenbad sagte in der gleichen Videobotschaft: "Wichtig für die Bevölkerung: Es besteht aktuell keine Gefahr", sagte Eyring in der gleichen Videobotschaft. Das Feuer sei abseits der Siedlungsflächen in einem etwas unwegsamen Wald ausgebrochen. "Der Einsatz eines Löschhubschraubers musste zwischenzeitlich eingestellt werden, weil dies in Bezug auf Löscharbeiten problematisch für die Einsatzkräfte war."
Feuer an weiterer Stelle im Wald
Am Mittwochabend fing es dann noch an einer zweiten Stelle in der Nähe an zu brennen: eine rund 1.000 Quadratmeter große Waldfläche im Bereich von Bad Schwalbach-Fischbach. Dieser Waldbrand sei laut Feuerwehr eine eigenständige Einsatzstelle gewesen und stand nicht im Zusammenhang mit dem Waldbrand bei Bad Schwalbach-Hettenhain. Hier gab es am Donnerstagmorgen noch Nachlöscharbeiten.
Feuerwehrkräfte aus dem gesamten Landkreis
Feuerwehrkräfte aus dem gesamten Rheingau-Taunus-Kreis seien alarmiert worden, hieß es. Es wurde geprüft, wie genügend Wasser in das unwegsame Waldgebiet gebracht und eine dauerhafte Versorgung aufgebaut werden könne.
Rauchgeruch auch in Wiesbaden
Laut Polizei gingen wegen des Waldbrandes zahlreiche Notrufe aus dem Rheingau-Taunus-Kreis und aus Wiesbaden ein. In der Landeshauptstadt war der Brandgeruch wahrnehmbar. Inzwischen könnte die Meldung für das Wiesbadener Stadtgebiet aufgehoben werden.
Polizei: Keine Gefahr für Anwohner
Für bewohnte Gebiete bestand laut Polizei keine Gefahr. Auch das Taunus Wunderland konnte demnach regulär besucht werden.
Viele Einsätze für die Feuerwehr
Für die Feuerwehr in Hessen gibt es aktuell viele Einsätze - auch bedingt durch die große Trockenheit.
Kommt bald Regen? Das Wetter im FFH-Land
Ebenfalls im Rheingau-Taunus-Kreis etwa hat ein brennendes Wohnmobil neben der A3 bei Niedernhausen ein Waldstück in Brand gesetzt. Und auch bei Lauterbach-Heblos im Vogelsbergkreis gab es bis zum späten Abend einen großen Flächenbrand.