FFH-Stichprobe bei Optikern - Sonnenfinsternis-Brillen sind Mangelware
Am Mittwochabend ist über Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Wer das Himmelsschauspiel beobachten möchte, braucht dafür allerdings den richtigen Augenschutz. Doch kurz vorher kann die Suche nach einer geeigneten Sonnenfinsternis-Brille schwierig werden, das zeigt eine FFH-Stichprobe.
Die befragten Optiker berichten von einer “extrem hohen Nachfrage”. Allein am Montag gab es bei einigen etwa in Wiesbaden oder Flörsheim dutzende Anfragen. “Das Telefon stand nicht still”, sagte uns ein Bad Nauheimer Optiker.
“Der Preis war heiß"
Ein befragter Optiker aus Rüdesheim ist ausverkauft und hatte eigentlich vor, eine Brille für sich zu behalten. Ein Kunde wollte seinem Sohn aber den Wunsch erfüllen, die Sonnenfinsternis mit eigenen Augen zu sehen und hat dem Optiker deswegen verhältnismäßig viel Geld für die Brille geboten. Nach eigenen Angaben konnte der Optiker das Angebote nicht ausschlagen. Außerdem hat er dem Jungen so eine Freude gemacht.
Trotz Lieferengpässe war alles weg
Fast alle befragten Geschäfte sind ausverkauft. Auch ein Optikergeschäft in Frankfurt. Das hatte zwar schon frühzeitig Sonnenfinsternisbrillen bestellt - diese kamen aber zwei Wochen zu spät an. “Wir haben 50 Stück bestellt, die kamen um 16:00 Uhr an. Die letzte ging dann am gleichen Tag zwei Stunden später über den Tresen", sagte uns der Filialleiter.
Einige waren nicht vorbereitet
Manche Geschäfte hatten überhaupt keine Brillen im Angebot, unter anderem weil sie nicht mit einer so extremen Nachfrage gerechnet haben. “Wir waren nicht gewappnet”, heißt es etwa aus einem Geschäft in Biedenkopf. Ein Betrieb in Künzell ist seiner Auszubildenden dankbar. Sie hat in den Sozialen Medien von der Sonnenfinsternis erfahren. Das Geschäft hat nur deswegen rechtzeitig Brilen bestellt. Die sind inzwischen aber auch alle weg.
Planetarien und Elektronikmärkte als Alternative
Auch Planetarien und Sternwarten geben rund um die Beobachtung teilweise Schutzbrillen aus. Zudem werden sie bei großen Elektronikhändlern oder in spezialisierten Astroshops angeboten. Wer versucht im Internet zu bestellen, wird die Lieferung nicht mehr rechtzeitig bekommen. Außerdem sollte unbedingt geprüft werden, ob die Brillen wirklich für eine Sonnenfinsternis geeignet sind.
Normale Sonnenbrille reicht nicht
Auf keinen Fall solltet ihr mit einer handelsüblichen Sonnenbrille in die Sonne schauen, da das Licht stark genug ist, um die Netzhaut zu schädigen. Das ist besonders tückisch: Die Netzhaut besitze keine Schmerzrezeptoren, erklärt Felicitas Bucher, Oberärztin an der Universitätsklinik Freiburg. Betroffene bemerken eine Schädigung demnach oft erst viel später.
Beobachtung mit der Lochkamera
Echte Sonnenfinsternis-Brillen haben deshalb eine spezielle Filterfolie, die nur einen minimalen Teil des Sonnenlichts durchlässt. Wer keine Brille mehr ergattern kann, muss das Spektakel aber nicht verpassen. Es lässt sich auch indirekt und sicher beobachten – zum Beispiel mit einer selbstgebastelten Lochkamera, die das Bild der Sonne durch ein Loch im Karton auf eine helle Fläche projiziert.