Hessische Drogenbande zerschlagen - Chef in Bosnien gefasst
Schmugglerbande aus Hessen - Drogenboss in Bosnien gefasst
Ein mutmaßlicher Drogenboss aus dem Rhein-Main-Gebiet dachte, er wäre in Sicherheit - bis ihn die Fahnder bis nach Sarajevo verfolgten. Jetzt sitzt er fest.
Ermittlerinnen und Ermittler der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) Hessen haben eine Drogenschmugglerbande aus dem Rhein-Main-Gebiet zerschlagen. Insgesamt wurden acht Tatverdächtige festgenommen, darunter den mutmaßlichen Kopf der Bande am 17. Juli in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo.
Alles begann mit illegalen Drogen-Bunkern
Den Ausgangspunkt der Ermittlungen bildeten spektakuläre Funde im April 2025: In vier leerstehenden Immobilien, die als illegale Bunker genutzt wurden, stellten Zollfahnder und Polizisten insgesamt mehr als 600 Kilogramm Drogen sicher. Konkret handelte es sich um rund 350 Kilogramm Marihuana, mehr als 200 Kilogramm Amphetamin und rund 186 Kilogramm Codein. Die Bunker befanden sich in Frankfurt am Main, Trebur, Niedernhausen und Walluf.
Spur führte zu einer zweiten Schmugglerbande
Im Zuge dieser Ermittlungen stießen die Fahnder auf eine weitere kriminelle Gruppierung. Die GER Hessen - ein gemeinsames Ermittlungsteam des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main und des Hessischen Landeskriminalamts (HLKA) - nahm daraufhin im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wiesbaden ein neues, komplexes Verfahren auf.
Kokain aus den Niederlanden, Kuriere mit Geheimverstecken
Der mutmaßliche Hauptverantwortliche der zweiten Gruppe soll die Einfuhr von mindestens 88 Kilogramm Kokain aus den Niederlanden nach Deutschland organisiert haben. Dabei setzte er auf professionell ausgestattete Schmuggelfahrzeuge mit versteckten Hohlräumen. Das Rauschgift war für eine europaweite Verteilung bestimmt.
Großrazzia in München, Frankfurt und der Schweiz
Im Mai 2026 schlugen Spezialeinheiten von Zoll und Polizei gleichzeitig in München, Frankfurt am Main und in der Schweiz zu. Dabei wurden rund 88 Kilogramm Kokain, Crystal-Meth und Amphetamin im einstelligen Kilogrammbereich sowie 145.000 Euro Bargeld sichergestellt. Zwei Frauen und fünf Männer im Alter von 23 bis 39 Jahren wurden festgenommen - sie sitzen derzeit alle in Untersuchungshaft.
Kopf der Bande in Sarajevo gefasst
Den mutmaßlichen Chef der Gruppe spürte die Zielfahndung des HLKA schließlich in Sarajevo auf. Bosnische Strafverfolgungsbehörden nahmen den 34-Jährigen am 17. Juli 2026 fest. Bei der Durchsuchung seiner Aufenthaltsräume wurden zudem drei scharfe Schusswaffen samt Munition beschlagnahmt.
Auslieferung nach Deutschland geplant
Der Festgenommene soll nun zwecks Strafverfolgung nach Deutschland überstellt werden. Die weiteren Ermittlungen führen das Zollfahndungsamt Frankfurt am Main und das HLKA gemeinsam im Rahmen der GER Hessen, die seit ihrer Gründung im Jahr 2012 auf grenzüberschreitende Rauschgiftkriminalität spezialisiert ist.