Pfarrer-Rücktritt in Oberursel - Er will seine heimliche Freundin heiraten
Nach 16 Jahren verlässt Pfarrer Unfried überraschend die Pfarrei St. Ursula in Oberursel. Der Grund für den plötzlichen Rücktritt ist privater Natur: Der Geistliche hat sich für seine Partnerin entschieden und möchte heiraten. Das Bistum hat ihn daraufhin von all seinen Aufgaben entbunden.
Der Rücktritt kam für die Gemeinde und die Bistumsleitung völlig unerwartet. Während eines Besuchs des Bischofs habe der Pfarrer seinen Verzicht auf die Pfarrei erklärt, teilt das Bistum mit. Er lebe den Angaben zufolge bereits seit vielen Jahren in einer Beziehung mit einer Frau und habe sich nun endgültig für diesen Lebensweg entschieden.
Entscheidung gegen das Zölibat
Dem Seelsorger sei der Schritt laut Bistum nicht leichtgefallen, er habe seine Aufgaben stets mit vollem Herzen erfüllt. Er scheide demnach nicht aus Groll aus dem Amt, wisse aber um die Unvereinbarkeit seiner Partnerschaft mit dem Zölibatsversprechen der katholischen Kirche. Daher gebe er das Priesteramt nun vollständig auf.
Bischof zieht sofortige Konsequenz
Das Kirchenrecht greift in diesem Fall umgehend: Der Bischof hat den Geistlichen von sämtlichen Aufgaben entbunden. Trotz des plötzlichen Weggangs bedankt sich die Bistumsleitung für die vergangenen 37 Dienstjahre, in denen der Pfarrer in verschiedenen Funktionen als Impulsgeber gewirkt habe. Seine Entscheidung für einen anderen Lebensweg gelte es nun zu respektieren.
Gottesdienste fallen aus
Für die Kirchengemeinde hat der Rücktritt direkte organisatorische Folgen. Sämtliche Werktagsgottesdienste müssen laut Bistum vorerst abgesagt werden. Die Sonntagsgottesdienste sollen als sogenannte Wortgottesfeiern durch das lokale Pastoralteam übernommen werden.
Ruheständler übernimmt vorerst
Wie es in St. Ursula weitergeht, muss nun geklärt werden. Bis ein neuer Pfarrer gefunden ist, wird die Pfarrei übergangsweise von Paul Lawatsch geleitet. Der Geistliche lebt eigentlich bereits im Ruhestand und springt nun als Pfarrverwalter ein. Ein persönlicher Abschied von dem bisherigen Pfarrer soll für die Gemeinde zu einem späteren Zeitpunkt noch möglich gemacht werden.