KI-Plan für Darmstadt-Eberstadt - Magistrat beschließt neues Rechenzentrum
In Darmstadt-Eberstadt soll ein neuer Campus für Künstliche Intelligenz und digitale Infrastruktur entstehen. Den Weg dafür hat der Magistrat nun mit einem Beschluss für einen neuen Bebauungsplan freigemacht. Das Großprojekt soll nicht nur die lokale Wirtschaft stärken, sondern künftig auch Abwärme für die direkte Umgebung liefern.
Geplant ist das neue Rechenzentrum im Westen des Stadtteils zwischen der Marienburg- und der Industriestraße. Wie aus den Unterlagen hervorgeht, soll auf dem Areal ein kompletter Campus für digitale Infrastruktur sowie die dazugehörigen technischen Nebenanlagen errichtet werden. Das bisher überwiegend gewerblich geprägte Plangebiet liegt in der Nachbarschaft zu Wohnvierteln, der Justizvollzugsanstalt, der Autobahn 5 und angrenzenden Waldflächen.
Wichtige Zukunftstechnologie für die Region
Für das Projekt muss das geltende Baurecht geändert werden, da der alte Bebauungsplan aus dem Jahr 1982 die benötigten baulichen Dimensionen für ein solches Vorhaben nicht zulässt. Stadtplanungsdezernent Paul Georg Wandrey betonte die Relevanz des Projekts. Der neue Plan trage der zunehmenden Bedeutung leistungsfähiger Rechenzentren für die Digitalisierung und die regionale Wirtschaft Rechnung. „KI und Rechenleistung sind wichtige Zukunftstechnologien“, erklärte Wandrey. Diese Infrastrukturen würden in Deutschland gebraucht und nicht nur in den USA, China und Indien.
Abwärme soll genutzt werden
Den Angaben zufolge soll die neue Anlage nach den modernsten technischen Standards gebaut und betrieben werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf einem ressourcenschonenden Betrieb. Die bei den Serveranlagen zwangsläufig entstehende Abwärme soll nicht ungenutzt bleiben. Vielmehr ist geplant, diese als Ressource für eine nachhaltige Wärmeversorgung im direkten Umfeld des Rechenzentrums einzusetzen. Der Vorhabenträger unterstütze dieses Ziel der Stadt bestmöglich, heißt es.
Vertrag wartet auf Unterschrift
Das Projekt fügt sich laut Magistrat in ein übergeordnetes städtebauliches Ansiedlungskonzept für Rechenzentren ein, das sich derzeit noch in der Erarbeitung befindet. Ein erster städtebaulicher Vertrag für das Areal in Eberstadt liegt bereits vor und wurde von der Vorhabenträgerin einseitig unterschrieben. Sobald die Stadtverordnetenversammlung das Projekt endgültig absegnet, wird die Stadt das Dokument gegenzeichnen und damit rechtskräftig machen. Im Anschluss wird der Aufstellungsbeschluss offiziell bekannt gemacht.