Can Uzun (r.) sorgte in der neunten Spielminute für die SGE-Führung. Mainz-Keeper Robin Zentner (l.) - zurück in der Startelf - musste früh hinter sich greifen.
Trainer Urs Fischer (l., 1. FSV Mainz 05) und sein Gegenüber Adi Hütter (r., Eintracht Frankfurt) vor Spielbeginn.
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Erster Saisonsieg für Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt! Im Rhein-Main-Duell feiern die Hessen auswärts mit 3:1 einen Statement-Erfolg. Für Mainz 05 ist es die erste Niederlage in dieser Spielzeit.
Can Uzun lieferte den ersten Treffer auf dem Weg zum ersten SGE-Ligaerfolg seit dem 11. April. Der Youngster traf bereits nach neun Minuten. Kurz vor der Pause hielt Noah Atubolu einen Mainzer Foulelfmeter von Nadiem Amiri (43.), ehe Jonathan Burkardt vor der Pause für die SGE auf 0:2 stellte (45.+1). Uzun erhöhte nach einer Stunde mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack. Philipp Tietz' Treffer blieb am Ende Ergebniskosmetik (89.).
Debütant Aseko von Beginn an
Eintracht-Trainer Adi Hütter tauschte nach der 1:4-Klatsche gegen Augsburg doppelt: Im Mittelfeld neben Onyedika startete Debütant Aseko für Götze. In der Abwehr - diesmal mit Dreierkette - begann Maluze, dafür blieb Stürmer Ebnoutalib erst einmal auf der Bank. Seine Kader-Rückkehr feierte Nnamdi Collins. Die Mainzer starteten im Vergleich zum 5:0-Erfolg beim HSV nahezu unverändert, lediglich Stammkeeper Zentner rückte wieder für Schwolow zwischen die Pfosten.
Burkardt: "Das ist der Weg"
Jonathan Burkardt nach dem Spiel erleichtert im Gespräch mit FFH-Reporterin Sonja Pahl
Es ist wirklich ein sehr, sehr gutes Gefühl, vor allem nach den ersten zwei Spieltagen, die schwierig für uns waren, dass wir jetzt drei Punkte hier holen konnten bei einem wirklich schweren Auswärtsspiel, wo die Eintracht sich die letzten Jahre immer schwer getan hat. Tut sehr, sehr gut. Hast du damit gerechnet, dass es so einen Spielverlauf gibt, der euch doch dann so gesehen von außen betrachtet relativ einfach gemacht hat? Na ja, einfach war es nicht. Der Spielverlauf hat uns in die Karten gespielt, ja, aber wir haben da auch viel für getan. Wir haben extrem kompakt gestanden, glaube ich, und haben immer die Ruhe behalten. Und dass Noah dann diesen Elfmeter hält, war natürlich ein sehr, sehr wichtiges Signal für uns und hat uns ein sehr, sehr gutes Gefühl gegeben. Trotzdem, ja, die zweite Halbzeit wieder kompakt und gut gespielt und das ist, glaube ich, der Weg. Dann vielleicht noch zu Freiburg, ihr habt auch nach vorne geblickt. Wenn ihr jetzt mit diesem guten Erfolg im Spiel seid, dann ist das ein sehr, sehr guter Erfolg. Im Rücken, das Freiburg-Spiel, was erwartest du denn dann davon? Ich glaube, Rückenwind und schon mal ganz wichtig, dass wir gesehen haben, wie es eben geht und wie wir erfolgreich sein können. Und Freiburg ist ein ähnlicher Gegner, glaube ich, wie Mainz und wir wollen wieder diese Kompaktheit, dieses Gemeinsame in den Vordergrund stellen und dann haben wir, glaube ich, gute Chancen, auch dort wieder zu punkten.
Das erste Ausrufezeichen in der stimmungsvollen Partie setzte die SGE: Ritsu Doan nahm sich infolge eines Freistoßes mit links einen Volley-Abschluss halbrechts von der Strafraumkante. Der Ball sprang vom linken Innenpfosten aber wieder aus dem Tor heraus (6.). Drei Minuten später schaltete die Eintracht nach einem Potulski-Fehler blitzschnell um. Der Ex-Mainzer Burkhardt raste die halbrechte Bahn nach vorn und legte dann im Sechzehner quer auf den freien Uzun. Der 20-Jährige musste aus guten acht Metern nur noch einschieben (9.) - wieder einmal eine frühe Führung der SGE. Für Mainz war es das erste Liga-Gegentor der bisherigen Saison.
Krösche: "Schritt in die richtige Richtung"
Markus Krösche, Sport-Geschäftführer der SGE, nach dem Spiel am Mikrofon von FFH-Reporterin Sonja Pahl
Das war wichtig, jetzt war ja schon ein bisschen Druck auf dem Kessel. Die Mainzer haben in Hamburg ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht, von daher war es wichtig, dass wir heute gewonnen haben, auch klar gewonnen haben. Und am Ende sind es jetzt aber trotzdem nur drei Punkte. Dein Trainer hatte ja vorher gesagt, die Mannschaft muss zusammenrücken und muss auch zusammenhalten, damit nicht in der zweiten Halbzeit wieder so Sachen passieren wie gegen Augsburg, gegen Union Berlin. Was hast du heute für eine Mannschaft gesehen da draußen? Ja, am Ende, dass sie zusammen agiert haben, dass wir wenig individuelle Fehler gemacht haben. Das, was uns letzte Woche so ein bisschen das Spiel gekostet hat, haben wir diese Woche nicht gemacht. Ich meine, man muss immer ein bisschen sehen, wir müssen dieser Mannschaft auch ein bisschen Zeit geben. Am Ende sind viele neue Spieler, heute waren glaube ich fünf, sechs neue wieder auf dem Platz. Aber trotzdem war es wichtig, dass wir heute zusammen auch verteidigt haben, ein bisschen kompakter gestanden haben, gut umgeschaltet haben. Von daher war das heute ein Schritt in die richtige Richtung.
Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte blieben die Spielanteile ausgeglichen, doch Strafraum-Annäherungen zeigten eigentlich nur die Hessen. Bis auf einen missglückten Koch-Fehlpass nach knapp 26 Minuten, als Atubolu gerade noch rechtzeitig vor dem herannahenden Tierz an den Ball kam. Zehn Minuten später dann der erste gute Gegenstoß über Becker und Tietz - letzterer schoss von der Strafraumkante aber über das Frankfurter Tor. Auf der anderen Seite rettete Zentner gegen Baum (39.).
Jonathan Burkardt (m.) setzt sich gegen Fabio Gruber (l.) durch und trifft kurz vor der Pause gegen seinen Ex-Verein zum 0:2.
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Atubolu hält Foulelfmeter und Burkardt erhöht
Die Mainzer kamen vor der Pause immer besser rein. Und dann zeigte Schiri Zwayer auf den Punkt: Onyedika brachte Becker im Sechzehner zu Fall. Elfmeterkiller Atubolu sprang beim Amiri-Strafstoß aber zum sechsten Mal in Folge in die richtige Ecke und ließ sich dafür feiern (43.). In der Nachspielzeit dann der zweite Frankfurter Treffer: Nach einem langen Maluze-Ball aus der eigenen Hälfte setzte sich Burkardt klasse durch und netzte aus zwölf Metern links unten ein (45.+1).
Tietz: "Passiert dem besten Spieler der Welt"
Mainz-Stürmer Philipp Tietz am FFH-Mikrofon über den vergebenen Strafstoß seines Teamkollegen Nadiem Amiri
Es wäre jetzt zu einfach zu sagen, dass wir deswegen das Spiel verloren haben oder dass wir deswegen nicht ins Spiel gefunden haben. Das wäre eine Ausrede, die für Mainz steht, die wir nicht nehmen, weil das einfach auch absolut nicht der Fall ist. Wir haben 18 Elfmeter in Folge reingemacht oder wenn nicht sogar noch mehr. Das ist eine atemberaubende Quote, dass früher oder später mal ein Elfmeter verschossen geht. Natürlich passiert dem besten Spieler der Welt. Und jetzt zu sagen, dass wir das Spiel verloren haben bzw. dass wir deswegen nicht mehr reingefunden haben, das ist, glaube ich, totaler Quatsch. Wir hätten es auch in anderen Situationen entscheiden können und wir hätten auch im kompletten Spielverlauf ein anderes Spiel zeigen können. Dann wären wir gar nicht in solche Situationen gekommen.
Der zweite Durchgang begann ausgeglichener: Erst schloss Kosugi von der Sechzehnerkante ab - Zentner hatte den Ball im Nachfassen (54.), auf der anderen Seite musste sich Atubolu gegen Tietz langmachen (55.). Doch wenig später der dritte SGE-Treffer: Auf der rechten Seite gab es den Doppelpass von Doan und dem eingewechselten Weltmeister Mario Götze, der kurz vor der Grundlinie an die Fünferkante zu Uzun in die Mitte gibt. Der Youngster traf erneut - ins kurze Eck (60.).
Mainzer können Atubolu doch noch überwinden
In der 72. Spielminute verstolperte Burkardt den vierten Frankfurter Treffer, kurz darauf ersetzte ihn Ebnoutalib in der Offensive. Kurz vor Schluss fing sich die Eintracht noch einen Gegentreffer - Tietz traf nach Vorarbeit des eingewechselten Ruoppi in die Maschen (89.). Letztlich geht der SGE-Erfolg in Ordnung, der vergebene Amiri-Elfmeter war wohl der Gamechanger zugunsten der Frankfurter.
Koch: "Das ist das, was wir brauchen"
Eintracht-Kapitän Robin Koch zufrieden im Interview bei FFH-Reporterin Sonja Pahl
Das ist genau das, was wir ja vor dem Spiel gesagt haben, was wir auch nochmal und ich auch nochmal den Jungs gesagt habe, nachdem wir aus der Halbzeit rauskamen. Es geht nur ums Gewinnen, es braucht keine zweite Halbzeit, wo wir überragenden Fußball spielen. Es zählt heute nur das Ergebnis und ich glaube, da hat die Mannschaft heute den nächsten Schritt gemacht. Wir haben erwachsen, zusammengehalten, alles reingeworfen, um dann am Ende die drei Punkte mitzunehmen. Hast du wirklich geglaubt, dass es so laufen könnte? Ja gut, ich glaube, wir müssen in der Mannschaft, auch mit der Mannschaft in jedem Spiel an die Grenze gehen. Wir können es nicht erlauben, bei 90, 95 Prozent zu spielen. Wir müssen über 90 Minuten bei 100 Prozent sein und das haben wir heute geschafft. Und das war auch in der Woche die Vorgabe, dass wir alles reinhauen, alles tun, um zu gewinnen. Und ich glaube, heute haben wir das überragend gemacht, überragend zusammen gestanden. So kommt dann noch das 3-1, 3-0. Das 3-0 wäre natürlich noch ein Stück schöner gewesen, aber ich glaube, man hat heute gesehen, dass jeder Einzelne alles reingeworfen hat. Und genau das ist das, was wir brauchen.
Nächste Aufgaben: SGE gegen Freiburg, M05 in Gladbach
Vor der XXL-Länderspielpause, in der Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp - der heute auch im Mainzer Stadion war - im Fokus stehen und seine Premiere an der Seitenlinie feiern wird, sind beide Bundesligisten aus dem Rhein-Main-Gebiet noch einmal gefragt. Mainz 05 gastiert Samstagnachmittag (19.09.) am Niederrhein bei Borussia Mönchengladbach, Eintracht Frankfurt empfängt Conference-League-Teilnehmer Freiburg.