Gründer-Wettbewerb - Medizinsoftware gewinnt "Hessen.Ideen"
Ob auf der Baustelle, im Krankenhaus oder auf der Weide: Hessische Studierende und Forschende haben kreative Lösungen für alltägliche Herausforderungen entwickelt. Beim Gründungswettbewerb „Hessen.Ideen“ sind nun die besten Konzepte aus Gießen, Darmstadt und Kassel ausgezeichnet worden.
Den ersten Platz und damit 10.000 Euro Preisgeld sicherte sich laut dem hessischen Wissenschaftsministerium das Team hinter der Medizinsoftware „Hemodynamix“ von der Justus-Liebig-Universität Gießen. Das Programm soll Ärztinnen und Ärzten dabei helfen, die Funktion des Herzens einfacher und genauer zu beurteilen.
Die Software wertet ohnehin gemessene Druckkurven aus dem Herzen durch spezielle Rechenverfahren aus. So können präzise Diagnosen ohne zusätzliche Eingriffe oder teure Spezialkatheter gestellt werden.
Sprachassistent für die Baustelle
Auf den zweiten Platz schaffte es ein Team der Technischen Universität Darmstadt. Für ihre App „Workcraft“ gab es 7.500 Euro. Das Programm nimmt den Angaben des Ministeriums zufolge kleineren Handwerksbetrieben die lästige Büroarbeit direkt auf der Baustelle ab.
Das digitale Tool funktioniert über einfache Spracheingaben sowie Fotos und versteht laut Ministerium ganze 48 Sprachen. Das soll besonders internationalen Fachkräften helfen, bürokratische Hürden zu meistern und eigene Betriebe zu gründen.
Roboter schützt Weidetiere
Rang drei und 5.000 Euro gingen an ein Team der Universität Kassel für die Entwicklung eines „Weidezaun-Roboters“. Die kleine Maschine mäht völlig autonom kilometerlange Zäune frei. Gleichzeitig erkennt der Roboter per Stereokamera und Künstlicher Intelligenz (KI) defekte Stellen im Zaun. So sollen Landwirte entlastet und Weidetiere besser vor Gefahren wie dem Wolf geschützt werden.
Sonderpreis für Materialforschung
Erstmals wurde bei dem hessischen Wettbewerb zudem ein KI-Sonderpreis vergeben, der mit weiteren 5.000 Euro dotiert war. Diese Auszeichnung ging an das Projekt „PRISM“, das ebenfalls aus Gießen stammt.
Das Team lässt selbst entwickelte KI-Modelle nach neuen Hochleistungsmaterialien für saubere Energie, Raumfahrt und Medizin suchen, um die bisher langwierige Laborarbeit deutlich zu beschleunigen. Insgesamt waren 32 Teams aus 14 verschiedenen Hochschulen für den Ideen-Wettbewerb nominiert.