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Nachfrage nach Obst und Gemüse bleibt verhalten

Fachmesse in Berlin startet - Nachfrage nach Obst und Gemüse stagniert

Nachfrage nach Obst und Gemüse
© dpa

Die Nachfrage nach Obst und Gemüse erholt sich nur schleppend.

Nur etwa fünf Euro geben Verbraucher pro Woche für Obst und Gemüse aus. An zu hohen Preisen liege das nicht, sagt der Fruchthandelsverband. Woran dann?

Obst und Gemüse stehen bei den Verbrauchern selten ganz oben auf dem Einkaufszettel. Die Nachfrage habe sich nach der Pandemie bisher nur langsam wieder erholt, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Fruchthandelsverbands (DFHV), Andreas Brügger, der Deutschen Presse-Agentur. 

Daten der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) zufolge, die der dpa vorliegen, lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Obst im vergangenen Jahr bei etwa 47 Kilo. Das war etwa ein knappes Kilo mehr als jeweils in den drei Jahren zuvor, aber zwei Kilo weniger als noch 2021. Ähnlich sieht die Entwicklung bei Gemüse aus. Hier waren es pro Kopf rund 44 Kilogramm im vergangenen Jahr. Zum Vergleich: 2024 wurde in Deutschland nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums pro Kopf rund 54 Kilo Fleisch verzehrt. 

Brügger: Menschen kochen seltener

Die Gründe für die stagnierende Nachfrage bei Obst und Gemüse seien schwer nachzuvollziehen, betonte Brügger. "Es liegt sicherlich mit daran, dass die privaten Haushalte weniger kochen als das früher der Fall war", vermutet er. 

An zu hohen Preisen liege die Entwicklung aber nicht, sagte er. Dem AMI zufolge haben Verbraucher im vergangenen Jahr über alle Gemüsesorten hinweg etwa ein Prozent weniger bezahlt als im Vorjahr, wie der AMI-Bereichsleiter für Gartenbau, Michael Koch, mitteilte. Bei Obst waren es demnach hingegen zwei Prozent mehr.

Im Schnitt hätten die Verbraucherinnen und Verbraucher im vergangenen Jahr pro Woche und Kopf gleichwohl lediglich rund 5,12 Euro für Obst und Gemüse ausgegeben, betonte Brügger. "Das sind am Tag 73 Cent." Überlegungen, etwa über eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse die Nachfrage anzukurbeln, hält er deshalb für wenig zielführend. 

Die Mehrwertsteuer liege derzeit bei 7 Prozent für diese Produkte. Sollte sie ganz wegfallen und der Lebensmitteleinzelhandel diese Vergünstigung vollständig an die Kunden weitergeben, läge die Ersparnis pro Person bei maximal 35 Cent pro Woche. "Dafür kaufen sie doch nicht plötzlich fünf Bananen, wenn sie sonst immer vier kaufen. Das hätte keinen Effekt", betonte der Geschäftsführer. 

Fruit Logistica startet

Die Nachfrage dürfte in diesem Jahr auch Thema auf der Fachmesse Fruit Logistica in Berlin sein. Erwartet werden von Mittwoch bis Freitag rund 2.600 Aussteller aus 90 Ländern. Die Messe für den globalen Fruchthandel öffnet ihre Tore traditionell etwa zwei Wochen nach der Agrarmesse Grünen Woche. Verbraucherinnen und Verbraucher können die Veranstaltung allerdings nicht besuchen. Sie ist nur dem Branchenpublikum vorbehalten. 

Anlässlich des Messestarts wünscht sich Geschäftsführer Brügger mehr Aufmerksamkeit von der Bundespolitik. Unter Agrarminister Alois Rainer (CSU) habe sich die Kommunikation zwischen Bund und Wirtschaft zwar verbessert. Aber: "Bei dem Minister liegen die Schwerpunkte Heimat und Fleisch im Fokus. Er sollte auch mehr auf frisches Obst und Gemüse schauen", fordert Brügger. 

Kokain in Bananentransporten

Deutschland importiert rund 80 Prozent des Obstes und 60 Prozent des Gemüses. Der Geschäftsführer sorgt sich deshalb auch um die Sicherheitslage in den Häfen. Insbesondere Bananentransporte würden genutzt, um Kokain aus Lateinamerika ins Land zu schmuggeln.

Dabei bedrohten kriminelle Organisationen bei der Einfuhr der illegalen Ware auch in Deutschland Hafenarbeiter, Lastwagenfahrer oder Logistiker. "Wir reden über Milliardenumsätze, die da gemacht werden", betonte Brügger. "Die Menschen haben Angst, zur Arbeit zu gehen. Die Politik muss für mehr Sicherheit sorgen."

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