Lieber sparen als shoppen - Wie ändert sich unser Konsumverhalten?
Die anhaltend hohen Preise hinterlassen deutliche Spuren im Geldbeutel: Immer mehr Menschen schränken ihren Konsum massiv ein und setzen stattdessen auf finanzielle Rücklagen. Das zeigt eine aktuelle Studie, laut der vier von zehn Deutschen ein zusätzliches Einkommen lieber direkt auf die hohe Kante legen würden, statt es auszugeben.
Der Blick auf die finanzielle Lage ist getrübt. Rund 64 Prozent der Befragten bewerten die derzeitige wirtschaftliche Situation negativ, heißt es von der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG), die für die Untersuchung knapp 1.800 Menschen in Deutschland befragt hat.
Angst vor weiteren Preissteigerungen
Besonders die hohen Energiepreise und die allgemeine Inflation machen den Verbrauchern den Angaben zufolge schwer zu schaffen. Die Sorge vor der Zukunft sitzt tief: Gut drei Viertel der Deutschen rechnen laut der Studie damit, dass die Preise in den kommenden Monaten sogar noch weiter in die Höhe klettern werden. Gleichzeitig geht rund jeder Dritte davon aus, dass das eigene Einkommen oder die ohnehin knappen Ersparnisse schrumpfen.
Hausmarken statt teurer Markenprodukte
Diese Unsicherheit schlägt sich direkt beim Gang durch den Supermarkt nieder. An der Kasse regiert der Rotstift: Bis zu 74 Prozent der Kaufentscheidungen werden heute von Rabatten beeinflusst, berichtet die BCG. Außerdem wandern immer häufiger die günstigeren Eigenmarken der Händler in den Einkaufswagen. Bei Lebensmitteln greifen 55 Prozent der Deutschen häufig oder fast ausschließlich zu den Hausmarken der Händler. Damit sind die Menschen hierzulande deutlich sparsamer unterwegs als der europäische Durchschnitt.
Nachhaltigkeit ist vielen zu teuer
Wenn das Geld knapp wird, rückt auch der Umweltschutz in den Hintergrund. Nur noch 17 Prozent der Befragten sind demnach bereit, für nachhaltig produzierte Waren einen Aufpreis auf den Tisch zu legen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis steht stattdessen klar im Vordergrund. Ältere Verbraucher fahren ihren Konsum dabei generell zurück, während jüngere Menschen laut Studie häufiger auf Second-Hand-Ware oder billigere Alternativen ausweichen.
Ausnahme beim Thema Gesundheit
Doch es gibt einen Bereich, bei dem trotz Krise kaum gespart wird: das eigene Wohlbefinden. Etwa zwei Drittel der Befragten sehen ihre Gesundheit als zentralen Teil ihres Lebensstils an. Laut den Studienautoren kocht die Mehrheit lieber frisch, statt zu Fertiggerichten zu greifen, und verzichtet bewusst auf künstliche Inhaltsstoffe oder Alkohol. An der eigenen Lebensqualität wird also offenbar ganz zuletzt gespart.