Neue Strategie - Hessen soll «Silicon Valley» werden
Besser Vernetzung und mehr Unterstützung für die Gründung von Start-ups in Hessen. Wie soll das gehen?
Die hessische Landesregierung will Start-up-Gründungen deutlich erhöhen und das private Investitionsvolumen mehr als verdoppeln. "Es geht um die Frage, wo die Technologien und Arbeitsplätze entstehen", sagte Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) bei der Vorstellung der Start-up-Strategie Hessen 2030 beim Drohnenentwickler Wingcopter in Weiterstadt.
Wachstumsstarke Unternehmen gewollt
"Hessen soll zu den führenden Start-up-Standorten in Deutschland und Europa gehören", sagte Mansoori, an dessen Ministerium das ressortübergreifende Projekt angedockt ist. Ziel sei eine Stärkung von Gründungen, Innovationen und wachstumsstarken Unternehmen. Start-ups sind junge Unternehmen, die mit neuen Geschäftsideen starten und meist darauf ausgerichtet sind, schnell zu wachsen.
Die Ambition: Nach 244 Start-up-Neugründungen im Jahr 2025 sollen es 2030 450 Neugründungen werden. Das Volumen privater Investoren soll von 190 Millionen auf 500 Millionen Euro steigen. Bundesweit ist Hessen derzeit nach einer eigens durchgeführten Studie für das Projekt auf Platz fünf bei Gründungen und Finanzierung.
Technologien schneller aus dem Labor holen
"Unser Ziel ist klar: Die nächste Generation erfolgreicher Technologieunternehmen soll in Hessen entstehen", sagte Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU). Man wolle das Silicon Valley Europas werden. Dafür müssten Technologien schneller aus den Laboren zu einer Unternehmensgründung gebracht werden.
Für bessere Gründungsbedingungen soll es zentrale Anlaufstellen geben. Es soll mehr kanalisiert werden und zunächst sollen den Angaben zufolge vor allem Bereiche in den Blick genommen werden, in denen Hessen jetzt schon stark ist, wie die Banken- oder die Gesundheitsbranche. Mit dem Projekt sollen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Investoren gebündelt werden.
"Hier kann man anfassen, wie aus einem Traum Wirklichkeit wird", sagte Mansoori mit Blick auf das Wingcopter. Das Unternehmen wurde nach Angaben des Firmenchefs Tom Plümmer 2017 gegründet und hat heute 150 Arbeitsplätze.
Der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) sieht mit der Strategie zentrale Herausforderungen aufgegriffen: fehlende Bündelung, zu geringe Sichtbarkeit, Schwächen beim Hochschultransfer sowie Lücken beim Zugang zu Kunden und Wachstumskapital.