Deutschland fordert strengere Regeln für Fast-Fashion Firmen
Temu & Shein belasten Umwelt - Deutschland fordert strengere Regeln
Deutschland dringt in der Europäischen Union auf schärfere Maßnahmen gegen Fast Fashion. Nach Ansicht der Bundesregierung belasten Billigkleidung und Wegwerfmode die Umwelt massiv.
Gemeinsam mit Frankreich und den Niederlanden fordert Berlin deshalb ein entschiedeneres Vorgehen gegen Anbieter wie Temu, Shein und andere Onlinehändler.
Berlin warnt vor wachsender Umweltbelastung
Am Rande eines Treffens der EU-Umweltminister in Luxemburg sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth, die Entwicklung sei zu einer riesengroßen Belastung für die Umwelt geworden. Fast Fashion steht für Kleidung, die sich an kurzlebigen Trends orientiert und häufig so minderwertig ist, dass sie nur wenige Male getragen wird.
Nach Einschätzung Flasbarths ist der Ressourcenverbrauch enorm. Am Ende würden viele dieser Textilien praktisch für den Müll produziert. Genau das wolle man eindämmen.
Hersteller sollen stärker zahlen
Nach dem Vorstoß Deutschlands, Frankreichs und der Niederlande sollen die Hersteller künftig stärker in die Verantwortung genommen werden. Wer absehbar wachsende Müllmengen verursache, müsse auch an deren Beseitigung und an den entstehenden Kosten beteiligt werden, sagte Flasbarth.
Darüber hinaus setzen sich die drei Länder für strengere Produktanforderungen ein. Dazu gehören nach ihren Vorstellungen vor allem eine längere Haltbarkeit der Kleidung und bessere Möglichkeiten zum Recycling.
Kritik aus der Textilindustrie
Widerspruch kommt aus der deutschen Textil- und Modeindustrie. Der Gesamtverband der Branche warnt davor, dass zusätzliche Vorgaben vor allem heimische Unternehmen belasten könnten.
Hauptgeschäftsführer Uwe Mazura befürchtet, dass die deutsche Industrie weiter an Wettbewerbsfähigkeit verlieren könnte, während Billigimporte in großer Zahl weiter auf den Markt kämen. Gerade wegen ihrer Masse seien diese Importe kaum wirksam zu kontrollieren. Die vorgeschlagenen zusätzlichen Regeln bedeuteten daher vor allem mehr Bürokratie für Unternehmen im Inland.
Statt neuer Auflagen fordert der Verband, bestehende Regeln konsequenter durchzusetzen.
EU hat bereits erste Maßnahmen beschlossen
Einige Schritte gegen die Flut billiger Importwaren hat die Europäische Union bereits auf den Weg gebracht. Dazu zählen zusätzliche Gebühren bei der Einfuhr von Waren aus Nicht-EU-Staaten sowie ein Verbot für große Unternehmen, bestimmte unverkaufte Produkte zu vernichten.