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K+S baut Düngemittel Produktion nachhaltiger um

Zukunft bis 2060 - K+S startet Umbau im Werk Werra

K+S krempelt sein Werk Werra um: Statt salziger Abwässer soll es bald ein trockenes Verfahren zur Rohsalzaufbereitung geben. Was das für die Umwelt bedeutet.

Der Kasseler Düngemittelkonzern K+S treibt sein Transformationsprojekt Werra 2060 voran. Am Fabrikstandort Wintershall haben Umbauarbeiten im Rahmen des Projekts begonnen. Werra 2060 soll die Produktion des Konzerns im hessisch-thüringischen Grenzgebiet bis 2060 sichern. Mit dem rund 600 Millionen Euro teuren Umbau will K+S zudem den CO2-Ausstoß und die Abwässer deutlich senken. 

Dazu wird jetzt ein bestehendes Gebäude des Werks Werra erweitert, in dem Kalirohsalz aufbereitet wird. Nach Abschluss des Umbaus soll das Aufbereitungsverfahren dann umgestellt werden. 

Umstellung des Aufbereitungsverfahrens

Rund 65 Prozent des Rohsalzes werden laut K+S derzeit nass aufbereitet. Das Rohsalz wird dabei in Wasser oder einer heißen Lösung aufgelöst, um Wertstoffe von Begleitmaterialien zu trennen. Dabei fallen salzhaltige Haldenabwässer an, die die Umwelt belasten. Die Entsorgung dieser Wässer ist seit Jahrzehnten ein ökologisches und politisches Streitthema.

Im Laufe des Jahres 2028 soll die Aufbereitung auf ein trockenes Verfahren umgestellt werden. Dabei werden die Partikel unterschiedlich elektrisch aufgeladen und anschließend in einem starken elektrischen Spannungsfeld voneinander getrennt. Bei der sogenannten elektrostatischen Trennung (ESTA) fallen laut K+S keine umweltschädlichen Prozessabwässer mehr an. Dem Konzern zufolge wird die Menge der insgesamt am Werk Werra anfallenden Produktionswässer, die entsorgt werden müssen, so um etwa 50 Prozent reduziert. 

Die verbleibenden festen Rückstände sollen nicht mehr auf die Halde gebracht werden, sondern unter Tage als Versatzmaterial dienen. Dadurch wird die Aufhaldung am Standort Wintershall nach Angaben des Unternehmens um etwa 90 Prozent reduziert, und die Halde hört nahezu auf zu wachsen. 

Weniger Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß

Das neue Verfahren senke den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß des Standortes deutlich, sagte der K+S-Vorstandsvorsitzende Christian Heinrich Meyer bei einer Baustellenbegehung. Nach dem Umbau werde das Kaliwerk ein weltweit vorbildliches, hochgradig nachhaltiges und umweltschonendes Werk sein. 

Das Werk Werra mit seien rund 4.400 Mitarbeitern produziert nach Angaben von K+S etwa die Hälfte aller kalium- und magnesiumhaltigen Düngemittel in der EU und kann damit einen Großteil des europäischen Bedarfs decken. K+S beschäftigt insgesamt über 11.000 Mitarbeiter, davon knapp 7.000 in Hessen und Thüringen.

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