Das perfekte Fahrradschloss - So sichert ihr euer Bike ab
Der Schreckmoment kommt oft unerwartet: Eben stand das Fahrrad noch hier und im nächsten Augenblick ist es spurlos verschwunden. Was bleibt, ist Ärger und ein Gefühl von Hilflosigkeit. Fahrraddiebstahl ist in vielen hessischen Städten längst keine Seltenheit mehr. Wie ihr euer Fahrrad besser schützt, erfahrt ihr hier.
Kein Fahrradschloss ist unknackbar. Entscheidend aber ist, wie viel Zeit, Lärm und Werkzeug ein Dieb braucht. Laut Polizei sind viele Gelegenheitsdiebe unterwegs, die gezielt Fahrräder mit schwachen, leicht zu knackenden Schlössern auswählen.
Tipp 1: Die Stabilität
Je massiver das Schloss, desto höher die Sicherheit. Da sind sich ADAC, Stiftung Warentest und ADFC einig. Bügel- und Faltschlösser sind top, Spiralschlösser dagegen ein Flop! Die Polizei bezeichnet bunte Spiralschlösser inzwischen schon humorvoll als Geschenkband für Diebe, so leicht seien sie zu knacken. Je wendiger und biegsamer ein Schloss ist, desto leichter kommen Seitenschneider durchs Material durch.
Bügel- und Faltschloss
Bei einem Bügelschloss muss man hingegen mit größeren Geschützen anrücken: Nur ein Winkelschleifer (auch Flex genannt) oder eine große Metallsäge hätten hier überhaupt eine Chance. Gleiches Verhalten und gleiche Sicherheit beim Faltschloss, einem Bügelschloss in Zollstock-Optik. Der Vorteil beim Faltschloss: Es lässt sich leichter anbringen, da es im Gegensatz zum Bügelschloss flexibel ist. Die hessische Polizei setzt auf das Prinzip „doppelt hält besser“: Zwei Schlösser mit unterschiedlichen Systemen machen Dieben das Leben deutlich schwerer.
Tipp 2: Die Sicherheitsstufe
Die Sicherheitsstufe des Schlosses gibt an, wie schwierig das Schloss zu knacken ist. Dabei gilt: Je höher die Stufe, desto sicherer das Schloss. Allerdings gibt es hier keine einheitliche Skala. jeder Hersteller hat sein eigenes System. Vergleiche sind dabei schwierig: Nur weil ein Hersteller sein Schloss mit dem Wert "15" bewirbt, ist es nicht zwangsweise sicherer, als die Wertung "10" eines anderen Anbieters.
Tipp 3: Der Preis!
Eine Faustregel besagt: Etwa 5–10 % des Fahrradwerts sollte man in ein gutes Schloss investieren. Lieber ein solides Schloss kaufen, als später ohne Fahrrad dazustehen, so empfehlen es Polizei und Versicherungen. Günstige Schlösser haben einfache Schlösser, die leicht zu knacken sind, teilweise sogar schon mit einem einfachen Schraubenzieher. Sie dienen eher als optischen Schutz. Teure Schlösser hingegen arbeiten mit einem sogenannten Scheibenzylinder, aber auch dieser ist zum Teil noch knackbar. Schlösser der höchsten Preiskategorie haben X-Plus-Zylinder verbaut. Diese kombinieren mehrere Scheibenzylinder und können auch von Profis nur schwer geknackt werden.
Tipp 4: Richtig festmachen!
Beim Anschließen des Rades sollte man immer darauf achten, dass das Schloss durch den Hauptbestandteil des Bikes, also den Fahrradrahmen, geht und diesen mit einem stabilen Befestigungspunkt verbindet. Nach Möglichkeit sollte das Schloss zusätzlich durch den Hinterreifen gehen, dieser ist nach dem Rahmen der zweitteuerste Bestandteil des Fahrrads, da hier die Naben- oder Kettenschaltung verbaut sind.
Tipp 5: Schnellspanner umrüsten!
Schnellspanner als Radbefestigung sind praktisch für Fahrradhalter und Diebe! Denn mithilfe der Schnellspanner sind einzelne Räder, Sattel und Lenker schnell demontiert, eingepackt und …gestohlen. Auch die können, je nach Fahrrad, eine ordentliche Stange Geld kosten. Hier schaffen spezielle Verschraubungen Abhilfe, die sich nicht leicht demontieren oder abschrauben lassen.