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Fitzek: "Stephen King ist der größte Schisser"

Sebastian Fitzek bei FFH - "Stephen King ist der größte Schisser"

Blut, Verbrechen und das Böse: Damit kennt sich Sebastian Fitzek aus. Seit dreizehn Jahren versorgt uns der Bestseller-Autor regelmäßig mit hochspannenden Geschichten. In FFH Guten Morgen, Hessen erzählt er wie seine Bücher entstehen und warum er glaubt, dass Horror-Meister Stephen King der größte Schisser ist.

Mangelnden Fleiß kann man Sebastian Fitzek wahrlich nicht vorwerfen. Diesen Mittwoch erscheint mit "Das Geschenk" bereits sein neunzehnter Thriller! Bis so ein Buch fertig ist, steht ganz schön intensive Arbeit an, erzählt der Autor uns im FFH-Interview. "Ich probiere wirklich immer spätestens um neun Uhr am Schreibtisch zu sitzen. Das heißt aber nicht, dass ich dann gleich produktiv bin. Deswegen muss ich mir während der Schreibphase den ganzen Tag frei halten. Weil es kann sein, dass es auch erst um 16 Uhr los geht und dann geht es bis in den Abend hinein. [...] Und da bin ich dann wirklich vier Monate lang jeden Tag beschäftigt".

Im Bergwerk der Geschichten

Gerade am Anfang kann diese Arbeit durchaus zäh sein. Fitzek vergleicht es mit einem Bergwerk, bei dem man erst einmal die grobe Story mühsam frei klopfen muss. "Da ist man manchmal froh, wenn man eine Seite am Tag schafft." Je weiter die Arbeit voran schreitet, umso schneller geht es dann. Gegen Ende schafft Fitzek auch schon mal zwanzig oder dreißig Seiten am Tag.

Der Trick mit dem laut Vorlesen

Ist das Buch vollendet, liest Fitzek es sich selber noch einige Male laut vor, erzählt er: "Das ist ein Tipp, den ich von anderen Autoren bekommen habe. Da merkt man dann nämlich jeden Stolperstein, wenn man gezwungen ist sein Buch laut vorzulesen."

So entstand die Idee für „Das Geschenk“

Auf diese Weise ist auch "Das Geschenk" entstanden. Im Buch beobachtet Hauptfigur Milan Berg ein Auto, auf dessen Rücksitz ein völlig verängstigtes Kind sitzt, das einen Zettel an die Scheibe hält. Ein Hilferuf? Milan kann es nicht lesen, denn er ist Analphabet! Trotzdem beschließt er, sich auf die Suche nach dem Kind zu machen.

"Diese Idee für die Geschichte hatte ich schon vor Jahren", erzählt Fitzek, "da stand ich an der Kreuzung und ein Kleinkind hat mir zugewunken. Und da dachte ich mir: Was wäre, wenn die jetzt weinen würde und ich mir nicht sicher gewesen wäre, was ich da gesehen hätte." Als er dann einige Jahre später auf der Frankfurter Buchmesse einen Stand von ehemaligen Analphabeten entdeckt hat, ist diese Idee wieder aufgekommen. "Da habe ich gedacht, was wenn der jetzt an der Kreuzung steht? Und so kommt eine Idee zur nächsten und irgendwann denkt man: Okay, jetzt probierst du mal, das zu schreiben."

„Man muss ein Angsthase sein, um sowas schreiben zu können“

Nur weil er regelmäßig spannende und blutige Psycho-Thriller schreibt, ist Fitzek aber keineswegs besonders abgebrüht oder mutig. Ganz im Gegenteil: "Man muss ein Angsthase sein, um sowas schreiben zu können", sagt er. "Ich muss die Ängste nachempfinden können, um darüber zu schreiben. [...] Ich glaube auch Stephen King ist der größte Schisser! Der muss das selber eben spüren können", ist Fitzek sicher.

Sebastian Fitzek

Über "Das Geschenk"

...und warum Horrorautoren Angsthasen sein müssen.

Über das Schreiben

...und seine Soundtrack-Show.

"Das Geschenk" - der aktuelle Thriller von Sebastian Fitzek

Milan Berg steht an einer Ampel, als ein Wagen neben ihm hält. Auf dem Rücksitz ein völlig verängstigtes Mädchen. Verzweifelt presst sie einen Zettel gegen die Scheibe. Ein Hilferuf? Milan kann es nicht lesen – denn er ist Analphabet! Einer von über sechs Millionen in Deutschland. Doch er spürt: Das Mädchen ist in tödlicher Gefahr. Als er die Suche nach ihr aufnimmt, beginnt für ihn eine albtraumhafte Irrfahrt, an deren Ende eine grausame Erkenntnis steht: Manchmal ist die Wahrheit zu entsetzlich, um mit ihr weiter zu leben – und Unwissenheit das größte Geschenk auf Erden.

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Marc Adler

Reporter
Marc Adler

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