Harald Krassnitzer bei Silvia am Sonntag
„Der verlorene Mann" - Harald Krassnitzer über besondere Rolle
Es ist eine besondere Rolle für Harald Krassnitzer (Tatort): Im Kinofilm „Der verlorene Mann" spielt er Kurt, der an Demenz erkrankt ist und vergessen hat, dass er seit 20 Jahren von seiner Frau getrennt ist.
„Es ist ein Film, der eigentlich kein Genre bedient und auch nicht in gängige Sujets passt. Ist es ein Liebesfilm? Ist es ein Film über eine Krankheit? Ist es ein Film über die Freundschaft? Ist es ein Film über drei älter werdende Menschen?"
Harald Krassnitzer im Talk bei Silvia, Sonntag ab 10 Uhr.
Ein dichter Film über Liebe, Freundschaft & Leben
Für ihn sei diese Vielschichtigkeit sehr spannend gewesen: „Ein sehr dichter Film über die Liebe. Da lernen drei ältere Herrschaften sozusagen in ihrem letzten Zyklus noch mal etwas über die Liebe, über die Freundschaft und über das Leben.“
Großes Lob hat er für den jungen Regisseur Welf Reinhart: „Das hat er mit so einer feinen Handschrift gezeichnet, das ist einfach nur atemberaubend.“ In manchen Momenten wirkt seine Spielweise fast kindlich erstaunt. „Ich glaube, dass das prinzipiell ein Teil dieser Krankheit ist, dass man manchmal etwas so anschaut, als würde man das das erste Mal sehen, weil einem plötzlich dieser Erfahrungsschatz fehlt.“
Die Schauspielerei als großes Geschenk
Um seine Freude an seinem Beruf auszudrücken, zitiert er den vor Kurzem verstorbenen Mario Adorf: „Ich darf mein ganzes Leben lang spielen, und das ist ein wirklich großes Geschenk.“ Das habe dieser schon sehr, sehr schön ausgedrückt, und dem könne er sich nur anschließen.
Krassnitzer wird zusammen mit Adele Neuhauser beim Tatort aufhören: „Wir haben gemeinsam eine sehr schöne Entscheidung getroffen und haben die über zwei Jahre gut vorbereitet. Ich denke, das ist genau der richtige Weg. Die letzte Folge ist gedreht und wird im Dezember gesendet.“
Eine tiefe Verbindung mit Adele Neuhauser
Mit Adele verbindet ihn eine innige Freundschaft: „Das ist eine wirklich sehr, sehr tiefe Verbindung. Das, was wir manchmal mit ganz wenigen Blicken schon erzählen können, sind ganze Bibliotheken.“
Ihr gemeinsames Spielen sei immer eng am Leben gewesen. „Wir wollten immer wissen: Was hat das mit uns zu tun? Und so haben wir auch versucht, unsere Figuren zu zeichnen.“
Ein augenzwinkernder Abschied vom Tatort
Und wie endet der letzte Tatort mit ihnen?
Krassnitzer augenzwinkernd: „Wir werden beide in einer Außenstelle am Mars eingesetzt.“
Stenger: „Mit einer Elon-Musk-Rakete?“
Krassnitzer: „Nein, wir fliegen nur mit der NASA.“
Stenger: „Und dann seid ihr für ewig zusammen?“
Krassnitzer: „Richtig, ja, aber es sieht uns keiner mehr.“