Susan Link bei Silvia am Sonntag im FFH-Talk
Susan Link im FFH-Talk - "Ich wollte nie im Mittelpunkt stehen"
Die Moderatorin Susan Link (Morgenmagazin/Kölner Treff) reflektiert in ihrem Buch „Ich habe eine Wassermelone getragen“ ihren eigenen Weg und führt Gespräche mit bekannten Frauen ihrer Generation wie Bärbel Bas, Annette Frier oder Désirée Nosbusch.
Der Titel: Ein Zitat aus „Dirty Dancing“
„Der Film ist ein Kultfilm unserer Generation. Es ist ja dieser Satz, den die Hauptdarstellerin Baby sagt, als sie Patrick Swayze zum ersten Mal trifft. Sie steht plötzlich mitten im Raum, bekommt Aufmerksamkeit und versucht, etwas Kluges zu sagen. Und dann sagt sie einen vollkommen falschen Satz, einen Satz, der in diesem Moment überhaupt nicht passt - und den trotzdem niemand vergisst. Und deswegen finde ich diese Szene so schön und auch so ein bisschen symbolisch für uns Frauen, wie es uns manchmal eben so ergeht.“
Gewidmet der Mutter
Sie hat das Buch ihrer Mutter gewidmet, die auch die erste Leserin war. „Sie ist ein sehr bescheidener Mensch, aber ich glaube, sie hat sich sehr darüber gefreut, wie ich sie wahrgenommen habe, wie ich sie erlebt habe und dass sie so eine prägende Mutter für mich war.“ Ihre Mutter zog sie allein groß. Link wurde 1976 in Thüringen geboren und ging, als sie 13 Jahre alt war, mit ihrer Mutter in den Westen „Also, ich habe keine bessere Begleiterin. Es gibt nichts, was sie verpasst. (…) Sie hat immer an mich geglaubt.“
Ein Geschenk, das sie zurückgeben möchte
Für Link ist das ein großes Geschenk. „Ich glaube, ich möchte auch niemanden so stolz machen wie meine Mama. Ich möchte, dass man einfach denkt: Guck mal, du hast so viel im Leben für mich gemacht, du hast dafür gekämpft, dass ich alles machen kann, und ich kann dir ja nur zurückgeben, dass ich was Anständiges geworden bin oder ein anständiger Mensch bin. Das ist mein Geschenk an sie zurück.“
Ost-West-Biografien: Brücke zum Verstehen
Es ist ein Buch, das sehr gut aufzeigt, wie unterschiedlich Menschen im Osten und Westen groß geworden sind, ein Buch, das viel zum gemeinsamen Verständnis beitragen könnte. „Ich nenne mich ja gerne ein gesamtdeutsches Mädchen, ich habe eine Ost-West-Biografie, und es ist ja genau das, was viele Menschen auch erlebt haben, dass man diese Brüche in den Biografien hatte. Man hat zum Teil seinen Job verloren, seine Heimat geändert.“
Selbstzweifel: Mache ich es gut genug?
Ein immer wiederkehrendes Motiv bei Frauen ihrer Generation sei es, es besonders gut machen zu wollen und sich immer zu fragen: Mache ich es gut genug? „Vielleicht haben Männer diese Zweifel auch und sagen es nicht. Aber es ist tatsächlich eine ganz große Gemeinsamkeit von uns allen, auch im Buch, dass man immer wieder zu diesen Selbstzweifeln kommt und die immer wieder mehr oder weniger gut wegpacken kann.“
Wichtige Sendungen trotz Scheu vor dem Rampenlicht
Wie kann man so viele wichtige Sendungen machen, wenn man eigentlich gar nicht gern im Mittelpunkt steht? „Das ist eine sehr gute Frage, ich bin der Sache so ein bisschen auf die Spur gegangen. Ich glaube schon, dass ich ein sehr fleißiger Mensch bin, und ich bin auch sehr akribisch. Also, ich will immer sehr, sehr gut vorbereitet sein, aber ich hätte mich nicht nach vorne gestellt.“
Lieber nicht allein unterwegs
Noch heute mag sie es nicht, allein irgendwo hinzugehen. „Nach wie vor ist es so, dass man mich damit bestrafen kann, sozusagen, wenn man sagt: ‚Komm doch da und da alleine hin.‘ (…) Und ich gehe um rote Teppiche herum.“
Das Morgenmagazin: Früh aufstehen, vielseitig arbeiten
Für die Arbeit im Morgenmagazin klingelt der Wecker um 0:45 Uhr - für sie selbst eine der prägendsten Sendungen. „Also, das ist so eine verrückte Sendung. Es gibt nichts Vielseitigeres. Das ist einfach irre.“
Das schönste Kompliment: Senta Berger
Das schönste Kompliment, und das mitten im Kölner Treff, bekam sie vor Kurzem von Senta Berger. „Ich habe die ganze Zeit gedacht: Oh nein, warum sagt sie denn jetzt was über mich? Sie ist doch eingeladen, wir wollen doch über sie sprechen. So ein Kompliment habe ich noch nie in meinem Leben bekommen, und schon gar nicht von jemandem wie Senta Berger.“
Komplimente annehmen: Noch ein Lernprozess
Komplimente anzunehmen ist für Link nicht so einfach. „Ich lerne das noch. Und ich sage ganz ehrlich, ich habe mir diese Stelle bis heute nicht noch mal angeguckt. Ich bin noch nicht so weit. Ich schäme mich immer noch so ein bisschen. (…) Ich denke immer so: Das ist irgendwie so peinlich. Hoffentlich habe ich da richtig reagiert und so.“ Also genau das Verhalten, das sie im Buch beschrieben hat, erkennt sie schmunzelnd wieder.