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Mega-Verkehrsversuch in Gießen: Radler bekommen halben Anlagenring

Mega-Verkehrsversuch in Gießen - Das sagen die Anwohner vom Anlagenring

© FFH

Im Frühsommer soll der Verkehrsversuch auf dem Gießener Anlagenring starten und mehr Platz für Radfahrer bringen.

Es ist soweit: Ende Juni starten die Bauarbeiten für den wohl größten Verkehrsversuch, den es in Gießen bislang gegeben hat. Der mehrspurige Anlagenring mitten durch die Stadt wird für Autos zur Einbahnstraße. Auf den inneren Spuren werden dann nur noch Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs sein.

Der erste Abschnitt werde das Stück vom Berliner Platz zum Kennedy-Platz sein, erklärt Bürgermeister Alexander Wright im Gespräch mit HIT RADIO FFH. Es soll voraussichtlich Ende Juni fertig ummarkiert sein und dann freigegeben werden. Die drei weiteren Abschnitte würden im Anschluss umgebaut, sodass die Stadt derzeit von einer vollständigen Fertigstellung gegen Ende September ausgeht.


Hier hat die Stadt Gießen alle Infos zum Verkehrsversuch zusammengestellt


Erste Infoveranstaltung für betroffene Anwohner

Am Montagabend (24. April) hat die Stadt nun in einer ersten Infoveranstaltung auch die Anwohnerinnen und Anwohner der Innenstadt und Ladenbesitzer über das Vorhaben aufgeklärt. Zwei weitere solcher Veranstaltungen wird es noch geben, um alle direkt Betroffenen zu informieren ehe der Verkehrsversuch dann tatsächlich startet. Viele der Anwesenden hatten am Abend bereits viele Fragen an die Stadt und wirkten dem Vorhaben gegenüber erst einmal skeptisch, berichtet unsere Reporterin vor Ort. Mehrere sagten aber auch, sie werden die Fahrradspur selber nutzen.

Anwohner wollen den Versuch auf sich zukommen lassen

Heinz-Jörg Ebert, Chef vom Schuhaus Darré und Vorsitzender der Vereinigung BID Seltersweg fasst es folgendermaßen zusammen: "Mobilität verändert sich überall und Innenstädte verändern sich überall. Und dann sind wir, wenn es dann gelungen ist, begeistert - und wenn nicht, dann nehme ich den Bürgermeister beim Wort, wird es andere Wege geben."

Das sagen uns die Anwohner zum geplanten Verkehrsversuch

"In der Vorplanung hätte man das ein oder andere anders aufgreifen müssen, um später das Umland nach Gießen reinlocken zu können."

Ja klar, so, ich gehöre grundsätzlich to Hünermann eher zu den Kritikern des Verkehrs Versuches Ich, glaube hier sind der Vorplanung. Hätt mal das eine oder andere deutlicher anders aufgreifen müssen. Um später vor allem ging auch das Umland fiel nach, Gießen Rheintal locken zu können. Das ist wichtig. Das fehlt mir ganz gewaltig an dieser Stelle. Ich persönlich bin schon viele Jahre der Meinung Reste innere Anlage. Eine Einbahnstraße werden sollte Nick, die Menschen ihrem Anlagenring wohnen. Ruhige wohnen Ich werde sie auch selbst nutzen.

Aber ich werde auch das Auto benutzen. Und dass es hier auch das Ziel des Verkehrs Versuchs. Dass sich alle die Autofahrer, die Fahrradfahrer, die Fußgänger und auch der ÖPNV auf eine Ebene in Gießen begegnen und ne vernünftige Verbindung miteinander eingehen. Ich, glaube Mobilität verändert sich überall. Uns Innenstädte verändern sich überall. Jetzt muss während des Verkehrs Versuchs permanent man sich austauschen. Fein, Justieren, Monat für Monat. An den Möglichkeiten arbeiten, die richtigen Weichen zu stellen. Und dann sind wir. Wenn es dann gelungen ist, alle begeistert.

Und wenn nicht, dann nämlich den Bürgermeister. Beim Wort wird es andere Wege gehen.

© HIT RADIO FFH

Autofahrern drohen längere Wege durch die Stadt

Der Bürgermeister schloss auf einer Pressekonferenz Anfang April in Gießen nicht aus, dass Autofahrerinnen und Autofahrer künftig längere Wege in der Stadt hinter sich bringen müssten. Mit dem Fahrrad werde es dagegen schneller und vor allem sicherer. Der Verkehrsversuch ist zeitlich begrenzt, die Kosten sollen laut städtischer Kalkulation bei 1,2 Millionen Euro liegen.

Gießens Bürgermeister Alex Wright über den Verkehrsversuch

"Bislang können Autofahrer nach rechts oder links auf den Anlagenring abbiegen. Künftig wird das nicht mehr möglich sein. Wir wollen Radfahren sicherer machen in Gießen."

Der Anlagenring hat momentan zwei Richtung. Also wenn sie ankommen, kann sie entweder rechts beim Autor Bingen oder nach links. Und in Zukunft kann ich mit dem PKW eben nur rechts abbiegen und dann eben immer dort im in einer Richtung auch fahren. Und mit dem Fahrrad kann ich entsprechend Ring rechts oder links abbiegen und hab aber meine eigene Spur, auf der ich dann es sicher unterwegs bin. Wir sind die ganz Zeit schon in der Planung gewesen. Und jetzt wollen wir in die Umsetzung. Und Man wird das erste Mal. So Ende Juni dann auch am konkret was an der Straße sehen,

ist es eben so, dass man Anlagenring nich updaten kann über Nacht, sondern wir müssen Ihnen eben unterteilen, die in vier Abschnitte, wo wir dann Abschnitt für Abschnitt eben dann entsprechend umstellen. Es ist dann so, dass wenn der erste Abschnitt auch fertig ist, dass es dann auch schon Teil gibt, wo uns eine Fahrradstraße gibt und die Autofahrer dann wirklich tatsächlich nur noch recht fahren können.

Und so gehen wir dann im Körper einmal rum

© HIT RADIO FFH

Was halten die Gießener von einem einspurigen Anlagenring?

Die Reaktionen reichen von: "Ich finde das einfach nur gut," bis "Dann stehen hier alle nur noch im Stau".

Sie ist auch mit gemischten Gefühlen Ich, bin hier auch aufgewachsen. Aber ich denk, das wird zum Verkehrs Chaos, Ab und zu kommt für die Erben Autofahrer, glaube ich, zu gewissen Stoßzeiten ist es eher schwierig. Also wenn 's gut läuft, freue ich mich aber skeptisch bin ich schon. Dem Fahrrad fühle ich mich hier in der Stadt nicht sicher genug. Und ich benutze dann, wenn ich weitere Wege haptisch Auto Ah sich wie das eigentlich sehr, sehr gut. Weil man einfach viel besser von A nach B kommt. Und auch für uns Studenten, ist es einfach nur sehr, sehr gute Sache meiner Meinung nach zu. Und die kommt man auch super mit dem Rat. Deswegen, weil hier alles gerade ist es eigentlich optimal.

Also für die Fahrradfahrer erste Anlagenring. Sehr gefährlich und als Fahrradfahrer immer nur sehr wenig auf dem Anlagenring Newsom Rock. Kein Schutz für Fahrradfahrer Down. Deswegen muss da was gemacht werden. Weil ich finds schon bisschen blöde. Eigentlich, weil die Verkehrsleitung Giesen Ölkatastrophe ist froh, wenn man das jetzt nur einspurig macht. Ich glaub dann einfacher ist die COzweiBelastung noch höhere. Noch mehr Autos stehen und nicht fahren macht für mich Heinz

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© Stadt Giessen

Der Anlagenring in Gießen. In vier Abschnitten wird er ummarkiert und zur Einbahnstraße für Autos. 

Gießen gilt bislang nicht als fahrradfreundlich

Man kann es nicht beschönigen: der Anlagenring in der Gießener City gilt unter Radfahrern als Katastrophe. Wer auf zwei Rädern unterwegs ist, schlängelt sich bisher zwischen den Autos hindurch, eine extra Fahrradspur gibt es nicht. Das soll sich mit dem Verkehrsversuch nun radikal ändern. 

Fahrradfahrer bekommen eigene Spur

Die Stadtverordnetenversammlung hatte bereits 2021 einen einjährigen Verkehrsversuch beschlossen, der vorsah, eine mindestens drei Meter breite Spur des Anlagenrings ausschließlich für den Fahrradverkehr freizugeben. Eine Machbarkeitsstudie schlug als beste Umsetzungsvariante dann vor, den Anlagenring zur EInbahnstrasse zu machen. 

Bürgermeister Alex Wright über die neuen Ampelphasen

"Wir verändern im Zuge der Bauarbeiten auch die Ampelphasen. Sie werden länger und mit Tonsignalen versehen. Das ist sicherer für Fußgänger. Zum Beispiel auch für Blinde."

Ja, wir haben stellen Mover entsprechend auch tatsächlich Signalisierung wegnehmen können. Das heißt, am Fußgängerin und Fußgänger kommen da leicht darüber weg. Und wir haben bei den Ampelanlagen, die wir modernisieren, sie eben auch für Menschen, die nicht so gut unterwegs sind, es einfacher, weil die haben dann die Anforderung, dass die Grünzeit länger ist. Und dass es auch gut für Menschen die Ähren blind sind, weil einem Wir machen das dann natürlich auch betont signalisieren, das heißt die hören. Dann waren die Ampel grün. Es und für dieses auch wichtig, dass die Ampel länger grün es weil, die brauchen ja auch dieses Tonsignal die ganze Zeit. Wenn sie rüberlaufen

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Einbahnstraße am Anlagenring Gießens Radfahrer bekommen eigene Spur

Autofahrer in Gießen müssen sich ab dem Frühjahr auf eine große Umstellung…

© FFH

Bürgermeister Alexander Wright radelt selber durch Gießen. Er sagt: "Für Radfahrer ist es am Anlagenring eng, unübersichtlich und oft gefährlich."

Radelnder Bürgermeister kennt die Gefahren des Anlagenrings

Bürgermeister Alexander Wright fährt selber regelmäßig mit dem Rad über den Anlagenring: "Der Anlagenring ist aktuell für Radfahrende suboptimal, es gibt nicht durchgängig einen Fahrradschutzstreifen. Von Autos wird man dort eng überholt und es wird schnell gefahren"

Verkehrsversuch läuft ein Jahr

Unverständnis könnte es anfangs durchaus von einigen Autofahrern geben, so Wright. Langfristig rechne er aber mit viel Akzeptanz. Gießen sei vom Altersschnitt die jüngste Stadt in Hessen es gebe viele Menschen, die vermutlich sehr gerne mehr mit dem Rad unterwegs sein würden - sofern es denn bequem und sicher ist. 

Fahrradspur auf dem Anlagenring ist Gießens Dauerthema

Da der Verkehrsversuch bereits für 2021 vorgesehen war, gab es immer wieder Demos und Aktionen von Verkehrswende-Aktivisten, die endlich die Umsetzung von  Radspuren auf dem Anlagenring einforderten. Sie hoffen, dass er zu Entschleunigung und weniger Lärm für Grünanlagen, Geschäfte und Anlieger führen werde.

Aktivisten fordern breite Radwege auch auf Zubringerstraßen

Allerdings sollten nun, so fordern Verkehrswende-Aktivisten aktuell, auch die Zufahrten zum Anlagenring mit Fahrradachsen umgebaut werden. Es brauche  Verbindungswege von der neuen Fahrradstraße zu allen Stadtteilen. „Der Autoverkehr Richtung Innenstadt soll weniger werden – dann braucht es auch keine mehrspurigen Straße dorthin“, heißt es aus den Initiativen. So könnte jeweils eine Autospur für Fahrrad und Bus reserviert werden. 

 

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Anne Schmidt

Reporterin
Anne Schmidt

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