Hält ab Juli in Friedberg: Der neue barrierefreie ICE L der Deutschen Bahn wird auf der Relation Frankfurt-Westerland ab Sommer eingesetzt.
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Ende 2025 die Schocknachricht: Friedberg büßt zahlreiche ICE-Halte ein - zahlreiche politische Akteure wie die Stadtverordnetenversammlung reichten eine Resolution ein. Jetzt ist klar: Ab dem 1. Mai 2026 werden an den Wochenenden alle Züge der Linie Bremen–Frankfurt–Karlsruhe wieder in Friedberg halten.
Darüber hinaus wird der abendliche ICE 1675 auf der Strecke Bremen–Kassel–Frankfurt auch unter der Woche täglich dort stoppen. Das geht aus einem Schreiben an die Stadtverwaltung vom neuen Konzernbevollmächtigten für Hessen hervor. Die kritischen Stimmen der Friedberger Poltik zeigten also Wirkung.
Gründe für die Verbesserungen
Die zusätzlichen Stopps sind möglich, weil in den betreffenden Zeiten weniger Konflikte mit dem Nahverkehr bestehen. Die S-Bahn-Zwischentakte werden nicht vollständig angeboten, wodurch Trassenkonflikte vermieden werden. Zuvor hatten solche Konflikte zum Wegfall der Halte geführt.
Friedberger Bürgermeister Dahlhaus zu FFH: "Bin froh darüber"
Kjetil Dahlhaus zeigt sich im FFH-Interview erfreut über den Kompromiss mit der DB und erklärt, warum dieser so wichtig ist.
Ich bin sehr froh darüber, dass aus den zwei täglichen drei Zuglinien geworden sind und am Wochenende statt zweien dann doch wieder zehn fahren. Es ist wichtig, weil wir auch ein touristischer Ort sind, besonders aber wichtig im Alltag für die Pendler. Wir sind ein Wirtschaftsstandort, ein Bildungsstandort und da ist einfach gegeben, dass wir als Verkehrskundenpunkt auch mit Ausstrahlung in den ganzen Wetterau wieder ein besseres Verkehrsangebot haben. Und ich denke, da können wir uns alle drüber freuen.
Verschiedenste politische Vertreter - wie die Stadtverordnetenversammlung - pochten bei der Deutschen Bahn auf die Wichtigkeit des Bahnhofs in der Wetterau auch für das Fernverkehrsnetz. Sowohl aus touristischer Perspektive aber auch für die zahlreichen Pendler, die in Friedberg leben.
Einsatz der Stadt Friedberg
Der Friedberger Bürgermeister Kjetil Dahlhaus äußerte sich im FFH-Gespräch zufrieden über diese Entwicklung. Er betonte, dass der unermüdliche Einsatz der Stadtverwaltung, unterstützt von der Stadtverordnetenversammlung und politischen Vertretern, Wirkung gezeigt habe. Die Stadt hatte sich gegen die angekündigten Einschränkungen gewehrt und den Dialog mit der Deutschen Bahn gesucht.
Dahlhaus: "Haben uns auf die Hinterbeine gestellt"
Im FFH-Gespräch erzählt er Friedberger Bürgermeister Kjetil Dahlhaus über die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn.
Also wir haben uns auf die Hinterbeine gestellt. Vorneweg habe ich gesagt, das kann nicht sein, dass unser Standort quasi so geschwächt wird dadurch. Dann hat unsere Stadtverordnetenversammlung die Politik geschlossen, auch einen Appell nach Berlin geschickt zur Deutschen Bahn. Und wir hatten tolle Unterstützung vom Wetterau-Kreis und sehr gute Unterstützung von unseren Bundestagsabgeordneten, Frau Pavlik und Herrn Dr. Pauls. Und da haben wir einfach unseren Einfluss ausgeübt. Und ich denke, das hat die Deutsche Bahn dazu gebracht, auch nachzubessern und das, was möglich war, möglich zu machen. Wir haben natürlich Verständnis, dass in der Baustellenphase Einschränkungen nötig sind, aber nicht in der Menge, wie es eigentlich angedacht war. Und da sind wir für die Kompromissbereitschaft der Deutschen Bahn sehr dankbar.
Dahlhaus: "Find den Kompromiss gut"
Kjetil Dahlhaus verweist in seiner Rolle als Friedberger Bürgermeister aber auch auf die bestehenden Problematiken an benachbarten Umsteigebahnhöfen.
Ich finde den Kompromiss gut, weil Kritikpunkte sind ja auch, dass man sagt, muss ja jeder ICE halten, sonst ist es keine schnelle Fernverbindung. Ja, dem würde ich auch Recht geben, nur in der Summe, wie es eigentlich angedacht war, war es zu viel. Und deswegen finde ich, das ist ein guter Kompromiss. Der Personennahverkehr, wenn der regelmäßig fährt, wenn die Umstiegssituationen in Frankfurt und in Gießen verlässlich sind, dann ist uns auch sehr geholfen. Also dieser Mix, den finde ich zukunftsfähig und da muss auch nicht mehr mehr dazukommen. Ja, also eine gewisse Reduzierung ist okay, wenn die Bahn dadurch auch verlässlicher fahren kann, nehmen wir das gerne in Kauf. Aber es muss eben Verlässlichkeit geben bei den Umstiegspunkten und da ist noch ein bisschen nachzubessern.
Ab Juli 2026 sollen mit der Einführung neuer ICE-L-Züge auf der Strecke Frankfurt–Westerland an Werktagen insgesamt drei und an Wochenenden zehn ICE-Züge in Friedberg halten. Bürgermeister Dahlhaus erklärte, dass dies ein wichtiger Schritt für eine stabile Anbindung sei, aber weiterhin an der Umsteigeverhältnissen in Gießen und Frankfurt gearbeitet werden müsse.