So reagieren Krankenhäuser in Hessen auf die Hitze
Volle Notaufnahmen in Hessen - So reagieren Krankenhäuser auf die Hitze
Die anhaltende Hitzewelle macht sich in den hessischen Krankenhäusern deutlich bemerkbar. In den Notaufnahmen in Gießen und Alsfeld werden vermehrt Menschen mit hitzebedingten Beschwerden behandelt. Die Kliniken steuern mit speziellen Kühlkonzepten, viel Wasser und frischem Obst gegen die hohen Temperaturen.
Besonders ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen leiden aktuell unter den Wetterbedingungen. Laut dem Universitätsklinikum Gießen-Marburg (UKGM) kommen derzeit deutlich mehr Patientinnen und Patienten in die Notaufnahme.
Körper trocknet aus
Die meisten Betroffenen leiden den Angaben zufolge unter einer sogenannten Exsikkose. Das bedeutet, der Körper ist durch einen Mangel an Flüssigkeit und Elektrolyten stark ausgetrocknet. Ein Patient musste am UKGM sogar wegen eines Hitzeschlags mit über 40 Grad Körpertemperatur behandelt werden.
Infusionen in der Notaufnahme
Ein ähnliches Bild zeigt sich im Kreiskrankenhaus des Vogelsbergkreises in Alsfeld. Auch hier klagen hauptsächlich ältere Menschen über Dehydrierungserscheinungen. In der Regel reicht laut der Klinik eine schnelle Versorgung mit Infusionen aus. Danach können die meisten Betroffenen wieder nach Hause gehen. Verbessert sich der Zustand jedoch nicht, werden sie stationär aufgenommen.
Klimaanlagen und Sonnenschutzfolien
Um die Hitze in den Gebäuden erträglich zu machen, setzen die Kliniken auf umfangreiche Maßnahmen. In Gießen kühlen raumlufttechnische Anlagen die Operationssäle, Intensivstationen und die Kinderklinik auf etwa 22 Grad herunter. Auf den Normalstationen fahren laut UKGM automatische Sonnenschutzanlagen herunter. Zimmer auf der Südseite sind zudem mit speziellen Folien beklebt, um die Wärmestrahlung abzufangen. Grundsätzlich werden Patientenzimmer früh morgens gelüftet.
Kühles Wasser und frische Melone
Trotz aller Technik bleibt die Hitze für Kranke und das Personal eine Belastung. Kostenfreie Wasserspender auf den Stationen sollen deshalb dabei helfen, viel zu trinken. In Alsfeld greift das Krankenhaus auf einen standardisierten Hitzeschutzplan zurück. Die Mitarbeitenden lüften in den frühen Morgenstunden und helfen direkt am Krankenbett bei Kühlungsmaßnahmen. Als besondere Erfrischung gibt es für Patienten und Personal an besonders heißen Tagen sogar frisch gekühlte Melone.
Das solltet ihr bei der Hitze beachten
Warnsignale ernst nehmen
Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und starke Erschöpfung sind typische Warnzeichen für eine Überlastung des Körpers. Die Experten raten, Betroffene rasch in eine kühle Umgebung zu bringen und ihnen Wasser anzubieten. Bei Verwirrtheit oder Atemnot sollte umgehend der Notruf 112 gewählt werden. Zudem bittet das Klinikum darum, alleinlebende und ältere Nachbarn im Blick zu behalten, da diese oft weniger Durst verspüren.
Ab in den Schatten und kühlen
Betroffene müssen laut Experten sofort in eine kühle Umgebung gebracht werden. Nasse Tücher, kalte Umschläge und lockere Kleidung verschaffen erste Linderung. Wenn die Person voll ansprechbar ist und problemlos schlucken kann, sollte ihr ausreichend Flüssigkeit zugeführt werden.
Wann der Notruf 112 nötig ist?
Verbessert sich der Zustand durch Ruhe und Kühlung nicht, ist eine Abklärung beim Hausarzt ratsam. Bei Krampfanfällen, Atemnot, Schmerzen in der Brust oder Bewusstseinsstörungen muss jedoch unverzüglich der Rettungsdienst alarmiert werden.
Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
Um gar nicht erst in eine Notlage zu geraten, wird dazu geraten, körperliche Anstrengungen auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verlegen. Direkte Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit sollte zwingend gemieden werden.
Gefährdete Personen im Blick behalten
Ältere Menschen, Schwangere, Kleinkinder oder chronisch Kranke reagieren besonders empfindlich auf hohe Temperaturen. Da gerade Senioren oft ein vermindertes Durstgefühl haben und alleinlebende Personen erste Warnzeichen oft zu spät bemerken, sind hier Familie und Nachbarschaft gefragt. Sie sollten den Angaben zufolge regelmäßig nach gefährdeten Menschen sehen und aktiv an die Flüssigkeitszufuhr erinnern.