Angebote von hessischem Adel - Land soll Schlösser geschenkt bekommen
Hessische Adelige wollen Kulturgüter abgeben. Geht das Land Hessen auf die Angebote ein?
Das Land Hessen will sich bei der Entscheidung über die Zukunft der Adelsschlösser Zeit lassen. "Bei einem Projekt dieser Bedeutung gilt: Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit", sagte eine Sprecherin des Kunst- und Kulturministeriums der Deutschen Presse-Agentur.
Angebot ans Land Hessen
Das Adelsgeschlecht Haus Hessen hat dem Land angeboten, Schlösser, Parks und Kunstsammlungen aus einer Stiftung "mit allen Rechten und Pflichten" zu übernehmen. Dazu zählen unter anderem das Schlosshotel Kronberg im Taunus und das Museum Schloss Fasanerie im osthessischen Eichenzell. Das Angebot werde "ergebnisoffen" geprüft, teilte das Ministerium rund vier Wochen nach Bekanntgabe des Angebots mit.
Das ist Teil des Angebots
Um welche Objekte geht es konkret? Kern sind die zwei Schlösser im Taunus und in Osthessen.
- Schloss Friedrichshof in Kronberg
Das neogotische Schloss war im 19. Jahrhundert der Witwensitz der Mutter von Kaiser Wilhelm II. Es ist seit 1954 ein Fünf-Sterne-Hotel. Zum Gelände gehören ein Golfplatz, ein Pferdestall, ein Park und diverse Nebengebäude. 2021 wurde hier der Kinofilm "Spencer" über Lady Diana gedreht.
- Schloss Fasanerie in Eichenzell bei Fulda
Die Anlage gilt als Hessens schönstes Barockschloss. Das Schloss diente als Sommerresidenz der Fuldaer Fürstbischöfe. Heute ist es ein Museum mit historischer Ausstattung und großer Kunstsammlung. Zu der Anlage gehört ein 100 Hektar großer Schlosspark, in dem einmal im Jahr das "Fürstliche Gartenfest" stattfindet.
- Mausoleen auf der Rosenhöhe in Darmstadt
In den Grabstätten sind Angehörige der Adelsfamilie beigesetzt. "Beide Mausoleen sind vom Verfall bedroht. Eindringende Nässe hat insbesondere den Wandmalereien und Mosaiken sehr zugesetzt", heißt es auf der Homepage des Fördervereins, der um Spenden bittet.
- Mehrere Wohnimmobilien und Liegenschaften in Eichenzell, Hanau und Kronberg
Was genau sich dahinter verbirgt, ist nicht bekannt. "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir uns nicht zu Details äußern", teilte das Ministerium mit. Vermutlich geht es um Nebengebäude der genannten Schlossanlagen. Das Schloss Wolfsgarten bei Langen, der Hauptwohnsitz des Hauses Hessen, wird in diesem Zusammenhang bisher nicht genannt.
Prüfung einer Übernahme
Zunächst müsse geprüft werden, "unter welchen rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen" eine Übernahme möglich wäre. Welche Optionen dabei diskutiert werden, wurde nicht genannt: "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir uns nicht zu Details äußern, ebenso wenig zum Zeitablauf."
Museumsdirektor: "Faires Angebot"
Der Direktor des Museums Fasanerie, Markus Miller, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Das ist wirklich ein faires Angebot." Weder in Kronberg noch in Eichenzell gebe es großen Sanierungsbedarf. Die Familie habe mit ihrer Stiftung in den vergangenen Jahren Millionen in das Schloss Fasanerie investiert. Das Schlosshotel Kronberg sei als Luxushotel naturgemäß ebenfalls in gutem Zustand.
Hoffnungen und Sorgen
Würde das Land Hessen der Eigentümer des Museums, wäre Millers Einschätzung nach "die Finanzierung langfristig gesichert". Er hofft zudem auf eine bessere personelle Ausstattung, hat aber Sorge, dass das Museum in einer großen Landesbehörde "untergehen" könnte.
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