Invasion der Exoten - Gottesanbeterin erstmals in der Rhön
Eigentlich kennt man sie eher aus dem Urlaub am Mittelmeer, doch jetzt krabbelt sie auch durch die heimische Region: Die Europäische Gottesanbeterin wurde offiziell zum ersten Mal in der Rhön gesichtet.
Das UNESCO-Biosphärenreservat bittet nun die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche nach den markanten Insekten.
Für Menschen völlig ungefährlich
Mit bis zu acht Zentimetern Körperlänge ist die Fangschrecke eines der größten heimischen Insekten. Ihren Namen verdankt sie laut Experten den erhobenen Fangarmen, die in Ruhestellung stark an ein Gebet erinnern. Für Menschen ist das Tier den Angaben zufolge völlig ungefährlich.
Heiße Sommer als Auslöser
Dass die eigentlich wärmeliebende Art nun das Mittelgebirge erreicht hat, gilt unter Experten als kleine Sensation. Verantwortlich dafür sollen die außergewöhnlich hohen Temperaturen der letzten Zeit sein, heißt es von der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats. Bislang war die Rhön ein großer weißer Fleck auf der Verbreitungskarte.
Tarnung im Lavendel
Beobachten lässt sich die Gottesanbeterin meist an trockenwarmen Orten wie sonnigen Waldrändern oder in naturnahen Gärten. Einer der ersten Funde in der Rhön passierte laut Forschern auf einem Friedhof – gut versteckt in einem Lavendelbusch. Durch ihre grüne bis braune Färbung verschmelzen die Tiere regelrecht mit der Vegetation.
Suche nach Eipaketen
Neben den erwachsenen Insekten suchen die Experten auch nach den Nachkommen. Die Weibchen kleben ihre schaumartigen Eipakete häufig an Grashalme, Steine oder auch mal an Hauswände und Gartenmöbel. Diese sogenannten Ootheken sind anfangs weißlich und verfärben sich später strohgelb bis braun.
Meldung per Foto
Wer ein solches Eipaket oder das Insekt selbst entdeckt, soll am besten direkt zur Handykamera greifen. Das Biosphärenreservat bittet darum, Fotos aus mehreren Perspektiven samt Fundort und Datum an die Behörde zu schicken. Meldungen sind per E-Mail an die zuständige Fachstelle oder über Natur-Apps wie iNaturalist möglich, um den Vormarsch der Gottesanbeterin genau zu dokumentieren.