Nach Feuer am Forschungszentrum - Das ist die Brandursache am GSI Darmstadt
Nach dem verheerenden Feuer am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung steht die Brandursache fest: Ein technischer Defekt in einem Schaltschrank. Das zeigen die Untersuchungen des Landeskriminalamtes, teilte das Unternehmen mit.
Die Ermittlungen seien abgeschlossen, doch die Aufräumarbeiten fangen jetzt erst richtig an.
Ausbruch an Hochspannungsversorgung
Den Angaben zufolge brach der Großbrand am 5. Februar 2026 im Bereich der elektrischen Hochspannungsversorgung des Linearbeschleunigers aus. Der festgestellte technische Defekt bestätigt die erste Vermutung der Ermittler.
International wichtige Forschungsanlage
Auf dem Gelände des GSI untersuchen Forscherinnen und Forscher die Entwicklung des Universums sowie den Aufbau der Materie. Bekannt ist das Zentrum vor allem für seine Ionenbeschleunigeranlage. Auf dem Gelände wird seit einigen Jahren außerdem eine neue Anlage mit Teilchenbeschleunigern für ein internationales Forschungsprojekt gebaut, in das mehrere Milliarden Euro fließen.
Die neue Anlage blieb von dem Feuer verschont. Der hessische Forschungsminister Timon Gremmels (SPD) machte aber dennoch kurz nach dem Brand klar, dass der für Dezember geplante Probelauf des neuen Teilchenbeschleunigers nach aktuellem Kenntnisstand nicht mehr zu halten sei.
Dachbereiche für Ermittlungen entfernt
Um sich nach dem Brand ein exaktes Bild von der Zerstörung machen zu können, griffen die Ermittler zu schwerem Gerät. Für die Untersuchung mussten einzelne Dach- und Gebäudebereiche sowie verbrannte Technik weichen. Erst danach konnte der Brandort vollständig gesichert werden.
Büros wieder freigegeben
Jetzt können auf dem GSI-Campus die größeren Aufräum- und Reparaturarbeiten starten. In den direkt angrenzenden Räumen liefen die Arbeiten bereits auf Hochtouren. Ein Großteil dieser Bereiche ist laut GSI inzwischen wieder sauber und kann von den Beschäftigten normal genutzt werden.
Massiver Schaden bremst Forschung
Das Herzstück der Anlage wird allerdings so schnell nicht wieder ans Netz gehen. Die vollumfängliche Reparatur wird den Angaben zufolge enorm viel Zeit in Anspruch nehmen, da der Schaden an der Infrastruktur gewaltig ist. Die Verantwortlichen arbeiten derzeit an technischen Alternativlösungen.
Andere Anlagen bleiben unversehrt
Der Brand hatte sich auf die Hochspannungsversorgung des Linearbeschleunigers UNILAC beschränkt, andere Bereiche des Campus blieben verschont.
Hilfe vom Land
Als finanzielle Soforthilfe hatte das Land Hessen den Forscherinnen und Forschern mehr als eine Million Euro zugesichert. Damit sollen alternative Forschungsprojekte, Reisestipendien und Stellenverlängerungen finanziert werden.