"Schwarzer Tag" für Forschung - Suche nach in Brandursache in Darmstadt
Ein Feuer bremst womöglich das Milliardenprojekt mit einem neuen Teilchenbeschleuniger am GSI Helmholtzzentrum in Darmstadt aus. Nach dem Ende der Löscharbeiten sollen die Schäden erfasst und beurteilt werden.
Nach dem Großfeuer in einer Darmstädter Forschungseinrichtung soll heute die Suche nach der genauen Ursache und der Höhe des entstandenen Schadens losgehen. Betroffen von dem Brand war ein Gebäude auf dem Gelände des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung. Dort entsteht seit einigen Jahren eine Anlage mit Teilchenbeschleuniger für ein internationales Forschungsprojekt, das mehrere Milliarden Euro Investitionen beinhaltet.
1,1 Kilometer langer Beschleuniger-Ring
Die neue Anlage ist zwar nicht direkt betroffen, das Forschungsprojekt kann aber wohl dennoch nicht wie geplant starten. Der Termin für einen Probelauf des neuen Teilchenbeschleunigers, der für Dezember geplant sei, sei nach jetzigem Kenntnisstand nicht mehr zu halten, sagte der hessische Forschungsminister Timon Gremmels (SPD). "Insofern ist das heute auch ein schwarzer Tag für den Forschungsstandort", sagte der Minister.
Forschen zur Entstehung des Universums
Die Forscher hoffen, mit ihr mehr über die Entstehung des Universums herauszufinden. Bisherigen Angaben zufolge sollte Ende 2027 mit ersten Experimenten und Ende 2028 auch mit dem neuen 1,1 Kilometer langen Beschleunigerring geforscht werden. Kosten des Projektes: 3,3 Milliarden Euro.
Kurzschluss womöglich der Auslöser
Nach ersten Erkenntnissen war ein Kurzschluss bei der Vorbereitung auf ein Hochfahren der Anlage in deren Hochspannungsversorgung aufgetreten, sagte ein Sprecher. Zu Schäden konnte er keine Angaben machen. Wie unser Reporter vor Ort berichtete, war ein Mischgebäude aus Bürogebäuden und technischen Anlagen betroffen.
“Dramatische Situation”
Eine Sprecherin des Forschungszentrums sprach von einer dramatischen Situation. Zum Ausmaß des Schadens gebe es noch keine Angaben. Der Werkschutz hatte das Gelände geräumt.Die Bevölkerung war zeitweise in einem größeren Umkreis vor Brandgasen gewarnt worden. Man solle Fenster und Türen geschlossen halten und Lüftungs- und Klimaanlagen abstellen.
Feuerwehr misst keine Gefahrstoffe in der Luft
"Es handelt sich um einen großen Brand, der eben entsprechend auch Rauchgas freigesetzt hat", sagte der Feuerwehrsprecher. Daher gebe es einen großen Messeinsatz, um nachzuweisen, dass keine Gefahrstoffe in die Umwelt freigesetzt wurden. "Für die Bevölkerung besteht nach wie vor keine Gefahr", hieß es am Nachmittag. Die Warnungen vor Geruchsbelästigung galten unter anderem auch für das fast 30 Kilometer entfernte Frankfurt sowie den Flughafen.
Infotelefon eingerichtet
Die Stadt Darmstadt hat für Anfragen ein Infotelefon eingerichtet, welches Sie unter der Telefonnummer 06151 13 2060 erreichen können.