Das sind die Mainzer Motivwagen - Trump und Merz dabei, aber einer fehlt
Wer wird dieses Jahr beim Rosenmontagszug in Mainz aufs Korn genommen? Der MCV hat das Geheimnis gelüftet und seine elf Motivwagen vorgestellt. Diesmal blinkt und blitzt es mehr als sonst. Aber einer fehlt.
Das schwarz-rote Boot von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) läuft in rauer See voll Wasser und droht zu sinken. Zwei Säcke mit "Versprechern und Versprechungen" beschweren es – und Angela Merkel (CDU) pikst als Seeungeheuer mit einem Dreizack hinein. Außer Merz fahren auf den Motivwagen beim Mainzer Rosenmontagszugs auch US-Präsident Donald Trump und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) wieder als übergroße Figuren mit. Der russische Präsident Wladimir Putin wird diesmal von den Narren nicht aufgespießt.
Pistorius schießt mit Pfeil und Bogen auf heranfliegende Drohnen. Und Trump zerdrückt die Freiheitsstatue beim Tanzen. "Wir könnten mit Donald Trump den ganzen Zug ausstatten", sagte ein Sprecher des Kreativkreises des Mainzer Carneval-Vereins (MCV), der über die närrischen Figuren für die diesmal elf Motivwagen entscheidet.
Warum Putin diesmal nicht dabei ist
Putin und der Krieg in der Ukraine seien in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Thema gewesen und man wolle "eine gewisse Redundanz vermeiden", sagte ein Sprecher des Kreativkreises. Ein so ernstes Thema wie der Krieg müsse genau auf den Punkt gebracht werden – "und wir haben sehr lange Vorlaufzeit". In Mainz geht es mit den Motiven für die Wagen bereits im Herbst des Vorjahres los. Damals sei auch die Anklage der Moskauer Justiz gegen den Düsseldorfer Karnevalswagenbauer Jacques Tilly noch kein Thema gewesen.
Rassehunde, Kampfrollator und ein Wurst essender Söder
Andere bundespolitische Themen der Motivwagen sind die wachsende Bereitschaft rechtsextrem zu wählen – ausgedrückt mit Hunderassen – sowie die Aktivrente – aufgespießt mit einem Senior am Kampfrollator.
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fährt mit Bier, Fleischbergen und "Worscht gegen Wokeness" mit. Bei der Zugnummer 69 guckt der Fußball bedröppelt und der Basketball strahlt. Social Media und die möglichen Gefahren für junge Menschen werden mit der Schlange Kaa und Mogli aus dem Dschungelbuch zum Thema gemacht.
Die Ampel-Landesregierung bekommt ihr Fett für das neue Bestattungsgesetz weg, das als das modernste in Deutschland gilt. Der närrische Vorschlag: Eine Urne wird in eine Konfetti-Kanone gekippt und beim Rosenmontagszug ausgebracht.
Trump dreht sich und Pistorius' Drohne blitzt
Mainzer Stadtpolitik – die Umsiedlung von Flamingos aus dem Stadtpark und die zahlreichen Baustellen – sind das Thema der übrigen zwei Motivwagen. Das "Meenzer Stadtbild" ist dabei auch eine Anspielung auf die von Merz angestoßene Debatte.
Der sich tanzend drehende Trump, Blitze aus einer von Pistorius abgeschossenen Drohne und blinkende Ampeln im Mainzer Stadtbild: Eine Reihe besonderer Effekte sind neu. Die Wagen können am Sonntag schon in der Innenstadt angeschaut werden, bevor sie sich am Rosenmontag auf die rund 7,2 Kilometer lange Strecke machen.
600.000 Besucher werden erwartet
Erwartet werden rund 600.000 Besucher. Insgesamt gehen 120 Nummern an den Start plus Zug-Ente zum Abschluss. Die Zahl der Teilnehmer beziffert der MCV auf etwa 9.250. Der Zug ist aus organisatorischen Grünen etwas kürzer als im Vorjahr und noch immer etwa neun Kilometer lang. Die Kosten für sechs Motivwagen hat der MCV übernommen, die anderen fünf wurden erstmals von den 40 Vereinen der Mainzer Fastnacht mit rund 90.000 Euro finanziert. Die gesamten Kosten für den Rosenmontagszug bezifferte MCV-Präsident Hannsgeorg Schönig auf eine hohe sechsstellige Summe.
Alles was ihr für euren Tag wissen müsst:
Die Nachrichten des Tages schnell und kompakt jeden Morgen direkt von unserem Newsdesk auf euer Smartphone. Abonniert jetzt unseren WhatsApp-Channel – natürlich kostenlos.