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Gänse-Männer und Strohbären: Verrückte Traditionsfeste in Hessen

Gänse-Männer und Strohbären - Verrückte Traditionsfeste in Hessen

Verrückte Traditionsfeste gibt's nicht nur in aller Welt, die gibt's auch in Hessen: Wo auch sonst krähen Hähne um die Wette oder kassiert man eine Backpfeife, wenn man einen Grenzstein passiert!? Wir haben für euch die verrücktesten, lustigsten und auch abstrusesten Traditionsfeste in Hessen recherchiert und waren selbst ganz schön überrascht, wie eigentümlich manche Feste im FFH-Land so sind...

Verrückte Feste in Südhessen

Der Gänse-Umzug in Erbach

Männer laufen immer am 2. Januar des Jahres als Gänse verkleidet durch die Stadt. Der Verein macht diesen Umzug in Erbach schon seit mehr als 190 Jahren. Da singen und schnattern sich die Männer dann durch die Gassen der Altstadt – geschmückt mit Gänsefedern.

Dieser Gänse-Umzug geht auf ein Ereignis aus dem Jahr 1825 zurück. Damals hatten fünf junge Burschen aus Erbach ein gemeinsames Problem: Die waren nämlich alle in ein und dieselbe Gänse-Magd verliebt: die „Gänsegretel“. 

Um sie gab es Eifersucht, Streit und auch richtig Prügel – aber danach hat man sich dann mit viel Bier und Wein zusammengehockt und versöhnt. Und alle haben geschworen: Wir vertragen uns und lassen die Finger von der Frau. Und an diese Story erinnert der offizielle „Erbacher Gänsegretel-Verein“ jedes Jahr am 2. Januar.

Verrückte Feste in Mittelhessen

Der Grenzegang in Wetter

Hier bekommt am 1. Grenzstein eine Person eine Backpfeife, weil früher die Schüler der Stadt sich die Stadtgrenzen besser einprägen sollten - und mit der Backpfeife sollte das für die Jüngeren einprägsamer sein. Die Backpfeife gibt es immernoch alle 7 Jahre zum Grenzegang, aber nicht mehr so fest. Und als Entschädigung gibt es zudem ein Fest Fahrgeschäften und leckere Essensständen.

© HIT RADIO FFH

Verrückte Feste in Nordhessen

Strohbären in Wanfried-Heldra

Am Aschermittwoch ist in Wanfried-Heldra der Bär los. Junge Männer ziehen in Stroh gewickelt durchs Dorf. “Der Strohbär ist eine Figur der schwäbisch-alemannischen und der fränkischen Fastnacht. Er war in allen landwirtschaftlich geprägten Dörfern verbreitet, in denen Fastnacht gefeiert wurde. Seine Strohhülle konnte aus allen geernteten Stroharten bestehen.

Dazu gehören z. B. langhalmiges Weizen-, Roggen- und Haferstroh oder das Stroh der Futtererbse (Erbsenbär)” (Quelle Wikipedia). Heldra ist einer der wenigen Orte in Hessen, der diesen Brauch noch immer pflegt. Federführend ist hierbei die Strohbärengesellschaft des Heimatvereins, den Besuchern wird im Bürgerhaus des Ortes Kaffee und Kuchen angeboten.

Lattchen in Schwalmstadt-Ziegenhain

Neubürgern wird im Rahmen der sogenannten "Salatkirmes" ein Salatkopf an den Arm gebunden. Traditionell steigt am Kirmesmontag das Lattchen der Neubürger. 

Aschermittwoch in Kelze

An Aschermittwoch gibt es in Kelze traditionell einen Umzug durchs Dorf, bei dem Kiepenkerl und Speckgabelmann Wurst und Speck einsammeln, die Bürger Shcnäpse trinken und mit dem Tanzebär tanzen müssen. Am Ende werden die Eier gebacken und mit den Würsten dann an die Feiernden verteilt.

Packebierfest Wiensen

Ganz tief in Südniedersachsen und ganz nah an der Grenze zu Nordhessen liegt Wiensen - Stadtteil von Uslar. Hier wird schon seit über 100 Jahren das sogenannte Packebierfest gefeiert. Dabei müssen die Mädels des Ortes ihren auserwählten jungen Mann „packen“ und ihm ein Sträußchen Myrte anstecken. Die „gepackten“ Jungs müssen sich im Gegenzug das ganze Festwochenende um ihr Mädchen kümmern, mit ihm tanzen und für ausreichend Getränke sorgen.

Verrückte Feste in Osthessen

Hahn-Wettkrähen in Hofbieber

Immer im Juni gibt es in Hofbieber das Rhöner Hähne-Wettkrähen. Dort treten die Hähne tatsächlich im Krähen gegeneinander an. Gekrönt werden am Ende der lauteste und der, der am miesesten oder gleich gar nicht kräht.

Kuchenwettessen in Neuhof-Giesel

Immer im August gibts in Neuhof-Giesel das Heidelbeer-Fest. Dabei gibts einen Kuchen-Ess-Wettbewerb. Mit den Händen auf dem Rücken müssen sich da die Teilnehmer durch einen riesigen Heidelbeerkuchen essen und eine Münze finden. Wer sie findet, hat gewonnen und kriegt ein Geschenk.

Erbsebär im Vogelsbergkreis

Entweder an Silvester oder an Fasching läuft durch viele Vogelsberger Orte der Erbsebär. Ein junger Kerl wird in Stroh eingebunden und muss durchs Dorf laufen. Er und sein Gefolge klingeln an den Türen, kriegen einen Schnaps und Eier und Speck. Daraus wird am Ende ein Essen für alle gekocht. Die Tradition ist in jedem Ort etwas anders. In Grebenhain-Ilbeshausen zum Beispiel muss man mit dem Erbsebär tanzen.

Tanz mit dem Erbsebär

Benedikt Imhof, Erbsebär von 2019, tanzt mit seiner Mutter in Grebenhain-Ilbeshausen. 

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