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Besondere Osterbräuche in Hessen

Osterbräuche in Hessen - Viel mehr als Eier suchen

Eier färben, verstecken und suchen: Das kennt wohl jeder im FFH-Land. Aber bei uns gibt es noch mehr: Viele Orte und Regionen haben ihre ganz eigenen Bräuche. Wir stellen euch einige vor...

Ostereier-Weitwerfen in Aschbach

In Südhessen landen die Ostereier am Sonntag nicht im Nest, sondern fliegen durch die Luft: Beim traditionellen Ostereier-Weitwerfen in Aschbach im Odenwald. Das Ziel: Ein Werfer wirft seinem Team-Kumpel ein rohes Ei zu, ohne das es kaputt geht. Das Team, dass die größte Distanz schafft, gewinnt. Klar, dass dabei auch mal was zu Bruch geht und der unglückliche Fänger komplett voller Ei dasteht. Auf jeden Fall ein großer Spaß fürs Publikum.

Den Wettbewerb gibt es schon seit über zwanzig Jahren, organsiert wird er vom Turn- und Sportverein Aschbach.

Osthessen: Das Klappern

© dpa

In katholischen Gegenden "schweigen" die Kirchenglocken vom Abend des Gründonnerstags bis zum Ostersonntag, um an den Tod Jesu zu erinnern. Am Karfreitag und Karsamstag ziehen deswegen in vielen Orten Osthessens Jugendlichen mit Holzklappern durch die Orte. An beiden Tagen zu jeweils denselben Uhrzeiten: 6 Uhr, 12 Uhr, 18 Uhr. Zu diesen Zeiten läuten sonst die Kirchenglocken, um zum Gottesdienst oder Angelus-Gebet zu rufen.

Wie die Klappern aussehen und wie der Brauch genau abläuft, ist unterschiedlich. In den meisten Orten in der Rhön gibt es große Holzklappern, Ratschen genannt, die an der Seite gedreht werden und dabei das Klapper-Geräusch machen. Die "Klapperkinder" sind meistens die Messdiener des Ortes. Geklappert wird zum Beispiel in Poppenhausen, Nüsttal oder Bad Neustadt.

FFH-Reporterin Eva-Maria Lauber weiß, wie das mit dem Klappern geht...

Mädchenversteigerung in Istha

Jedes Jahr zu Ostern werden die Frauen in Istha zur käuflichen Ware - zumindest im übertragenen Sinne. Denn in dem Ortsteil von Wolfhagen ist die "Mädchenversteigerung" eine lange Tradition. Dabei bieten die ledigen Männer im Ort für die unverheirateten Frauen, ohne dabei zu wissen um wen genau es sich handelt. Der Auktionator gibt lediglich einige Hinweise wie Haarfarbe, Größe oder Hobbys. Die gesammelten Einnahmen werden dann verwendet, um das Osterfest für den Ort zu finanzieren. Irgendwelche Anrechte an den Frauen erwerben die Männer bei der Versteigerung natürlich nicht, das Ganze ist eher symbolisch zu sehen.

Osterwasser holen

© dpa

Diese uralte Tradition, wird nur noch in einigen wenigen Orten in Hessen gepflegt. Glaubt man der Tradition, so ist das Osterwasser das Wunderwasser schlechthin. Das Wasser muss aber ganz früh am Morgen des Ostersonntags noch vor Sonnenaufgang aus einer Quelle geholt werden. Auf dem Weg nachhause wird dann kein Wort gesprochen, denn sonst verliert das Wasser seine Wirkung - und die soll wahrhaft fantastisch sein. Das Osterwasser hält für immer jung und schön, sagt die Überlieferung. Es soll bei Krankheiten vom Fußpilz bis zum Augenleiden helfen und wenn die jungen Mädchen einen Kerl ordentlich damit bespritzen, dann verliebt er sich in sie.

Feuerräderlauf in Melsungen-Günsterrode

Am Ostersonntag rollen in Günsterrode die Feuerräder

Ein spektakulärer Brauch aus Nordhessen: Lichterloh brennende, 150kg schwere Feuerräder die mit bis zu 60 km/h den Berg herunter rasen. Seit 1895 findet dieses Spektakel am Ostersonntag in Melsungen-Günsterrode statt. Oben am Berg hält ein "Räderhalter" im Feuerschutzanzug sie mit Stroh gefüllten Räder, bis es richtig brennt. Dann wird das Rad auf den Weg bergab geschickt. Zwei "Räderläufer" versuchen dabei das Rad mit langen Stöcken auf der Spur zu halten, während es den Berg herunterrollt.

Los geht das Spektakel gegen 21 Uhr, es empfiehlt sich aber deutlich früher da zu sein, um einen guten Platz zu erwischen. Um 18 Uhr geht das Event offiziell los, der Eintritt kostet in diesem Jahr 1 Euro. Übrigens könnt ihr nach dem Räderlauf noch bleiben und feiern - dann werden nämlich zwei DJs bis in die frühen Morgenstunden einheizen. 

Marc Adler

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Marc Adler

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