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Es wird kalt: Zeit für Winterreifen

Zeit für Winterreifen - Es wird kalt

Auf vereisten Flächen verlieren Sommerreifen schnell die Haftung. Wenn der Kontakt zur Straße nicht da ist, hilft auch kein Antiblockiersystem oder Stabilitäts-Elektronik.

Das stärkere Profil und die an Kälte angepasste Gummimischung halten Winterreifen bei Eis und Schnee besser auf der Fahrbahn. Von Oktober bis Ostern sollte man die Reifen für die kalte Jahreszeit verwenden.

Vor der Montage sollten Sie Ihre Winterreifen aus dem letzten Jahr unbedingt genau prüfen. Hat der Reifen Rissen oder Beulen, weniger als vier Millimeter Profil oder ist er älter als sechs Jahre, dann müssen neue Gummis her.

Das Alter lässt sich mit Hilfe der "DOT-Kennziffer" auf der Seitenwand des Reifen ermitteln. Die ersten beiden Ziffern stehen für die Produktionswoche, die letzten beiden für das Jahr.

Bei Fremdkörpern im Reifen sollte eine Fachwerkstatt den Reifen überprüfen. Außerdem ist nach der langen Lagerzeit unbedingt eine Kontrolle des Luftdrucks notwendig.

Und wenn Sie ihre Reifen selber wechseln: Denken Sie ans Beschriften. VR für Vorne rechts, VL, HR und HL machen es beim nächsten Wechsel wieder einfach. Reifen sollte man immer kühl und trocken und von Öl, Benzin und Fett getrennt lagern, damit sie nicht brüchig werden.

Falsche Gummis können teuer werden

Winterreifenmuffeln können richtig Ärger bekommen! Seit 2010 gibt's für die falschen Reifen Bußgelder. Wer bei Schnee und Eis nur mit Sommerreifen unterwegs ist und erwischt wird, muss mindestens 60 Euro zahlen und kassiert einen Punkt in Flensburg. Außerdem gilt das Fahren ohne geeigente Reifen als grobe Fahrlässigkeit - und die kann auch den Versicherungsschutz kosten.

  Bußgeld Punkte
Fahren ohne Winterreifen bei Eis, Schnee oder Glätte 60 € 1 Punkt
Werden durch die falschen Reifen andere Behindert 80 € 1 Punkt
Werden durch die falschen Reifen andere Gefährdet 100 € 1 Punkt
Kommt es zu einem Unfall 120 € 1 Punkt

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wann sind Winterreifen Pflicht?

Bei "Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte". Einen festen Zeitraum gibt es nicht! Wer also keine Winterreifen hat, muss das Auto bei entsprechender Witterung stehen lassen. Am Straßenrand parken dürfen Sie aber auch mit Sommerreifen, für den ruhenden Verkehr gibt es keine Pflicht.

Wer ist verantwortlich?

Wer trotz Winterwetter ohne geeignete Reifen fährt, begeht den Verkehrsverstoß. Es ist also immer der Fahrer, nicht der Halter verantwortlich.

Welche Reifen sind die Richtigen?

Wenn Sie mit "Matsch- und Schnee"-Reifen (M+S) oder Ganzjahresreifen unterwegs sind, machen Sie alles richtig. Achten Sie beim Kauf auf das M+S-Symbol oder das Bergpiktogramm mit Schneeflocke (Alpine Symbol).

Wer muss Winterreifen aufziehen?

Alle Autos und LKWs. Schwere Nutzfahrzeuge wie Busse und LKWs müssen nur auf den Antriebsachsen Winterreifen aufziehen. Land- und forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge sind ausgenommen, die haben aber ohnehin meistens ordentlich Profil auf den Reifen. Das gilt aber nicht automatisch für die grobstolligen Reifen von Geländewagen oder Quads. Die Sachlage bei Motorrädern ist etwas komplizierter. Da es hierfür kaum Winterreifen gibt, besteht keine grundsätzliche Pflicht. Jedoch gibt es verschiedene Bedingungen, an die sich die Fahrer halten müssen: Erst einmal muss überprüft werden, ob ein anderes Verkehrsmittel verfügbar ist. Wer sich doch aufs Motorrad schwingt, darf maximal 50 km/h fahren und muss einen halben Tachowert Abstand halten.

Wie tief muss mein Reifenprofil sein?

Mindestens 1,6 Millimeter, das ist Vorschrift. Sonst wird es nicht nur rutschig, sondern auch teuer. Der ADAC empfiehlt jedoch mindestens vier Millimeter, um auch wirklich sicher unterwegs zu sein.

Was gilt bei einer Reifenpanne?

Als Notbehelf darf auch ein Sommerreifen aufgezogen werden. Allerdings gilt dann: Langsam und vorsichtig fahren und so bald wie möglich den Reifen austauschen.

Was gilt für Anhänger?

Anhänger sind keine Kraftfahrzeuge und müssen nicht mit wintertauglichen Reifen ausgerüstet werden. Aber wer im Winter sicher fahren und bremsen will, dem sei dringend geraten, auch die Anhänger mit Winterreifen auszustatten.

Reifenwechsel, so schafft ihr es selbst

Wer Geld sparen und auf Werkstätte verzichten möchte, kann das Reifenwechseln selber übernehmen. In ihrem "How to" Video zeigt der ADAC, wie man dabei vorgehen kann.

Reifenwechsel zu Hause - Schritt für Schritt

Wer die Räder selbst wechseln will, braucht ein bisschen Kraft und Geschick - und das richtige Werkzeug: Einen geeigneten Wagenheber, einen passenden Schraubenschlüssel oder ein Radkreuz.

  • Handbremse ziehen und 1. Gang einlegen (oder Automatik auf P). Schon beim Abmontieren sollten die Reifen mit Kreide gekennzeichnet worden sein (VL = vorn links,  usw.).
  • Die Radmuttern schon vor dem Aufbocken leicht (Viertelumdrehung reicht) lockern. Ist das Rad erstmal in der Luft kann das sonst schwierig werden.
  • Mit dem Wagenheber nahe dem zu wechselnden Rad aufbocken, unbedingt in der Betriebsanleitung schauen, wo am Auto der Wagenheber angesetzt werden darf.
  • Schrauben ganz rausdrehen und erstes Rad tauschen. Schrauben wieder leicht festziehen.
  • Wagenheber ablassen und Radmuttern ganz festziehen. (In der Werkstatt gibt es dafür eine sogenannten Drehmomentschlüssel" der die Schrauben optimal festzieht ohne sie zu überdrehen - mit dem Radkreuz ist hier etwas Gefühl gefragt.)
  • Meistens nutzen sich die Räder auf der Vorderachse schneller ab, als die hinteren, deswegen kann man die Vorderräder in der nächsten Saison nach hinten montieren und umgekehrt - aber Vorsicht, nicht über Kreuz tauschen, viele Reifen haben eine vorgeschriebene Drehrichtung.
  • Die anderen drei Räder genau so wechseln. ;-) 
  • An der Tankstelle den Reifendruck checken und nach circa 50 Kilometern Fahrt nochmal die Muttern nachziehen.
  • Alle Angaben ohne Gewähr...
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