Skisprung-Party in Willingen: Geiger springt aufs Podium
Skisprung-Party in Willingen - Geiger springt endlich wieder aufs Podest
Beim Skisprung-Weltcup in Willingen ist Karl Geiger die lang ersehnte Wiedergutmachung gelungen. Nach einer bisherigen Saison zum Vergessen springt der DSV-Adler endlich wieder aufs Podest. Auch die weiteren Deutschen überzeugen und sorgen für Feierstimmung bei den über 20.000 Fans an der Mühlenkopfschanze.
Ausgerechnet der nicht für Olympia nominierte Karl Geiger hat den deutschen Skispringern kurz vor Beginn der Winterspiele einen Podestplatz beschert. Der fünfmalige Weltmeister kam beim Heim-Weltcup auf den dritten Platz und führte ein starkes deutsches Team an. Felix Hoffmann erreichte bei schwierigen Bedingungen mit wechselnden Winden im Sauerland Rang vier, Andreas Wellinger belegte Platz sechs.
Geiger: “Hat richtig Spaß gemacht”
"Die Jungs haben das heute wirklich brillant gemacht", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher im ZDF. "Der Karl heute auf dem Podest, das hat er sich verdient." Den Sieg sicherte sich in überlegener Manier der slowenische Überflieger Domen Prevc mit Sprüngen auf 146,5 und 155 Meter. Nur ganz knapp verfehlte der Slowene den Schanzenrekord. Zweiter wurde Ren Nikaido aus Japan. Geiger sprang auf 140,5 und 142 Meter. "Der hat richtig Spaß gemacht in der Luft, da musste ich mich mal richtig freuen", sagte er nach dem gelungenen ersten Durchgang.
Bei Olympia trotzdem zum Zuschauen verdammt
Nach einer bisherigen Saison zum Vergessen wirkte Willingen wie eine Wiederauferstehung für Geiger. Bislang stand ein 14. Platz als bestes Weltcup-Einzelergebnis des Winters zu Buche. Bitter für den Oberstdorfer: Trotz seines starken Auftritts an der Mühlenkopfschanze ist er bei den Olympischen Spielen ab kommender Woche nur Zuschauer. Für eine Nominierung hätte Geiger schon vor zwei Wochen ein Top-Ergebnis abliefern müssen.
Wellinger nach Rang sechs erleichtert
Statt Geiger sind Hoffmann, Wellinger, Pius Paschke und Philipp Raimund in Italien am Start. Der zweimalige Olympiasieger Wellinger freute sich in Willingen ebenso über das beste Ergebnis seiner Saison. "Es ist schwer in Worte zu fassen. Es ist endlich mal wieder der Lohn für die harte Arbeit", sagte der 30-Jährige. Das starke Team-Ergebnis sorgte schon während des Wettbewerbs für großen Jubel bei den Skisprung-Fans an der Mühlenkopfschanze
Reisch wird dank Aufholjagd Vierte
Schon am Mittag hatten auch die deutschen Frauen in Willingen überzeugt, sprangen allerdings knapp am Podest vorbei. Agnes Reisch schob sich als Beste aus dem deutschen Team im zweiten Durchgang noch von Rang neun auf vier nach vorne. Die 26-Jährige sprang bei der Olympia-Generalprobe auf 120 und 134 Meter.
Einzigartige Atmosphäre in Willingen
Über 20.000 Zuschauer feierten an der Mühlenkopfschanze so schon seit dem Morgen eine große Skisprung-Party. Auch wenn es für Reisch nicht fürs Podium reichte, war die Stimmung hervorragend. "Richtig gut", sagte sie als Bewertung ihres Ergebnisses im ZDF. "Ich habe es genossen, vor so vielen Zuschauern zu springen. Das erleben wir Damen nicht allzu oft. Dass ich so einen so guten Sprung mache, ist grandios.
Zwei weitere deutsche Springerinnen in den Top Ten
Den Sieg sicherte sich souverän die Norwegerin Eirin Maria Kvandal vor Topfavoritin Nika Prevc aus Slowenien, die mit großem Vorsprung den Gesamtweltcup anführt. Dritte wurde die Japanerin Nozomi Maruyama mit deutlichem Vorsprung auf Reisch. Auch für die weiteren deutschen Springerinnen gab es starke Resultate: Selina Freitag kam auf Platz sechs, Katharina Schmid landete als Achte ebenfalls in den Top Ten.
Noch ein Sprung-Tag am Sonntag
Als Generalprobe für die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina steht am Sonntag im Sauerland für die Springerinnen und Springer erneut ein Wettkampf auf der Großschanze an. Ab dem 7. Februar geht es dann auf den Schanzen im italienischen Predazzo um olympische Medaillen. Nach dem tollen Auftritt in Willingen darf sich das deutsche Team dort auf jeden Fall Chanen ausrechnen