Heimplätze in Hessen - So stark ist der Eigenanteil angestiegen
Wer ins Pflegeheim zieht, muss tief in die Tasche greifen. So stark ist der Eigenanteil in Hessen gestiegen.
Auch in Hessen ist der selbst zu zahlende Anteil für Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner weiter gestiegen. Zum 1. Januar mussten durchschnittlich 3.229 Euro monatlich im ersten Jahr gezahlt werden, wie eine Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen ergab, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Das kostet ein Plegeheimplatz im Monat mehr
Das waren 203 Euro pro Monat mehr als zum 1. Juli vergangenen Jahres - und sogar 279 Euro monatlich mehr als zu Jahresbeginn 2025.
Diese Kosten sind enthalten
In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten, denn die Pflegeversicherung trägt nur einen Teil der Kosten. Für Bewohnerinnen und Bewohner im Heim kommen zudem Zahlungen für Unterkunft und Verpflegung, Investitionen in den Einrichtungen und Umlagen für Ausbildungskosten hinzu.
Deutsche Stiftung Patientenschutz alarmiert
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz schlägt Alarm angesichts der Entwicklung: "Die unkontrolliert davongaloppierenden Eigenanteile schnüren den rund 57.000 Pflegeheimbewohnern in Hessen die Luft ab", erklärte Vorstand Eugen Brysch und fordert: "Die Landesregierung darf sich bei der Finanzierungspflicht nicht länger aus der Verantwortung stehlen. Die Ausbildungs- und Investitionskosten müssen vollständig getragen werden." Für Unterbringung, Verpflegung und überdurchschnittlichen Komfort solle dagegen weiterhin jeder selbst zahlen, so sein Vorschlag.
Große regionale Unterschiede
Im Bundesschnitt belief sich der von den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst zu zahlende Anteil zum 1. Januar im ersten Jahr im Heim auf 3.245 Euro pro Monat. Die Unterschiede sind regional groß. Im Ländervergleich am teuersten war die Pflege im ersten Jahr im Heim zum 1. Januar in Bremen mit im Schnitt 3.637 Euro im Monat. Am niedrigsten war die monatliche Belastung im ersten Jahr im Heim in Sachsen-Anhalt mit 2.720 Euro.
Wie lange im Heim?
Bei den Gesamtbelastungen kommt es auf die Aufenthaltsdauer im Heim an. Denn danach richten sich Entlastungszuschläge, die Pflegebedürftige von den Pflegekassen bekommen. Der Eigenanteil für die reine Pflege wird damit im ersten Jahr im Heim um 15 Prozent gedrückt, im zweiten um 30 Prozent, im dritten um 50 Prozent und ab dem vierten Jahr um 75 Prozent. Mit dem höchsten Zuschlag ab dem vierten Jahr stieg die Zahlung aus eigener Tasche zum Jahresbeginn in Hessen im Schnitt auf 2.011 Euro, das waren 45 Euro weniger als im Bundesdurchschnitt und 95 Euro mehr als Anfang vergangenen Jahres in Hessen.