Facharzttermin in Hessen - Viele warten mehr als einen Monat
Terminchaos, Frust und lange Suche: Wer in Hessen, Rheinland-Pfalz oder Saarland zum Facharzt will, braucht Geduld. Welche Forderungen es gibt, um das Warten zu verkürzen.
Mehr als einen Monat wartet jede zweite Person in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland auf einen Facharzttermin, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) ergab. Nur fünf Prozent der Befragten in den Bundesländern gaben an, innerhalb weniger Tage einen Termin zu erhalten. Laut der Befragung wartet sogar ein Viertel aller Teilnehmenden mehrere Monate lang auf fachärztliche Behandlung.
An der Telefon-Befragung haben 2025 laut TK bundesweit 1.410 Menschen ab 18 Jahren teilgenommen. Die Ergebnisse wurden auf die Bevölkerung der Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland hochgerechnet (Proportionalisierung).
Online-Ersteinschätzung soll helfen
Für viele besteht die erste Hürde schon bei der Suche nach einer passenden Praxis: 29 Prozent der Befragten in der Region gaben an, dabei Schwierigkeiten zu haben.
Vorschlag: Digitales Ersteinschätzungstool
Jörn Simon von der TK Rheinland-Pfalz schlägt ein digitales Ersteinschätzungstool vor. "Viele Patientinnen und Patienten steuern alleine durch das Versorgungssystem, ohne zu wissen, ob sie schließlich beim richtigen Ansprechpartner landen. Das fordert viele Kapazitäten und sorgt für Frust. Ein digitales Ersteinschätzungstool soll verbindlich genutzt werden, um Erkrankte auf Basis ihrer Symptome zielgenau zu versorgen."
Das könnte zum Beispiel in Form von Videosprechstunden sein, wie die TK vorschlägt. 72 Prozent der Befragten wären offen für so ein System, zeigt die Forsa-Umfrage.
Terminvergaben auch problematisch
Wenn es um Termine bei Fachärzten geht, gebe es oft uneinheitliche Plattformen, bei denen Standards fehlten, sagte Simon. "Ausschlaggebend sollte bei der Terminvergabe jedoch immer die Dringlichkeit einer Behandlung sein." Der TK Landesvertretungsleiter schlägt eine einheitliche, digitale Terminplattform vor. Ärzte könnten dort ein bestimmtes Terminkontingent für gesetzlich Versicherte eintragen.
Besser läuft es der Umfrage zufolge bei den Hausärzten. Von den Befragten in Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen meldeten 76 Prozent, dass sie in wenigen Tagen einen Termin bekommen.
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