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VW-Gewinn bricht ein – Geschäftsmodell unter Druck

Autoindustrie - VW-Gewinn bricht ein – Geschäftsmodell unter Druck

Volkswagen AG
© Julian Stratenschulte/dpa

Konzernchef Oliver Blume will bis Ende des Jahres für VW ein neues Zukunftsbild 2030 vorlegen.

Harte Zeiten für Europas größten Autobauer. Der VW-Gewinn ist 2025 deutlich eingebrochen. Mit einem neuen Transformationsplan will der Konzern nun gegensteuern.

Der Volkswagen-Konzern will nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr seine Sparbemühungen erhöhen. Angesichts der sich rasant ändernden Welt arbeite der Konzern an einem Transformationsplan für die Zeit bis 2030, sagte Konzernchef Oliver Blume bei der Bilanzvorlage in Wolfsburg. Dabei gehe es auch um erneute Kostensenkungen. Personalkosten stünden zunächst aber nicht im Vordergrund.

Im vergangenen Jahr war der Gewinn des Konzerns um knapp die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis nach Steuern 2025 um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro gesunken, teilte Europas größter Autobauer in Wolfsburg mit. Der Umsatz sank um 0,8 Prozent auf knapp 322 Milliarden Euro.

Porsche und Zölle belasten

Im Schlussquartal schnitt VW dabei aber wieder besser ab als in den ersten neun Monaten. Im dritten Quartal war der Konzern noch tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte mehr als eine Milliarde Euro Verlust verbucht. Grund waren vor allem die Belastungen bei der Tochter Porsche wegen des Strategie-Schwenks zur Verbrenner-Verlängerung, die auf die Konzernmutter durchschlugen. Hinzu kamen Milliardenbelastungen aus den US-Zöllen.

Volkswagen AG
© Julian Stratenschulte/dpa

Zölle und das schwache Abschneiden von Porsche verhageln Finanzchef Arno Antlitz das Ergebnis.

"Das Jahr 2025 war geprägt von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität", sagte Finanzvorstand Arno Antlitz. Die Sonderbelastungen bei Porsche kosteten 4,7 Milliarden Euro, hinzu kamen die US-Zölle mit 2,9 Milliarden. Im Gesamtjahr verwies der Konzern auf Sonderkosten von 8,8 Milliarden Euro. Ohne diese hätte das operative Ergebnis aber bei 17,7 Milliarden Euro gelegen, was eine Marge von 5,5 Prozent bedeutet hätte.

Blume: "Werden jeden Stein umdrehen"

"Wir haben handelspolitische Hürden, wir haben komplett veränderte Märkte, wir haben eine zunehmende Regulatorik", sagte Blume. "Und wir stellen ganz einfach fest, dass das Geschäftsmodell, was uns über Jahrzehnte getragen hat, dass das in dieser Form nicht mehr funktioniert." Dem wolle man mit einem neuen "Zielbild Volkswagen Konzern 2030" begegnen.

Dabei gehe es auch um Kosteneffizienz. "Wir werden jeden Stein umdrehen. Das geht über alle Kostenarten." Personalkosten stünden zunächst aber nicht im Vordergrund. Größere Einsparungen verspricht sich Blume in anderen Bereichen wie Beschaffung, Entwicklung, Material, Produktion und Vertrieb. Beim Personal werde man zunächst das konsequent umsetzen, was bereits vereinbart wurde, so Blume.

Zwar komme VW mit den 2024 aufgelegten Effizienzprogrammen gut voran, sagte Finanzvorstand Arno Antlitz. Im vergangenen Jahr seien die Gesamtkosten dadurch bereits um 1,5 Milliarden Euro gesunken. Doch das werde angesichts neuer Belastungen etwa durch die US-Zölle nicht reichen.

Volkswagen AG
© Julian Stratenschulte/dpa

Das VW-Stammwerk in Wolfsburg gilt als eine der größten Fabriken der Welt. Laut VW hat es inzwischen konzernweit die geringsten Fabrikkosten in Deutschland.

50.000 Jobs fallen bis 2030 weg

Unternehmen und Gewerkschaft hatten sich Ende 2024 nach langem Ringen auf ein Sanierungsprogramm geeinigt, das allein bei der Kernmarke VW den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis 2030 vorsieht. Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen wurden im Gegenzug ausgeschlossen. Ähnliche Programme folgten bei Audi und Porsche. Konzernweit sollen so 50.000 Stellen wegfallen. Diese Zahl bekräftigte Blume bei der Bilanzvorlage.

Bei den Verkäufen war der Konzern 2025 knapp unter die Marke von neun Millionen gerutscht: Weltweit lieferte der Konzern 8,98 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken aus, 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In Europa legte der Konzern zwar sogar zu. Das konnte Rückgänge in China und Nordamerika aber nicht ausgleichen.

Die einstige Ertragsperle Porsche verdiente 2025 im Autogeschäft operativ nur noch 90 Millionen Euro. 2024 waren es noch 5,3 Milliarden Euro gewesen. Die Kernmarke VW verbesserte sich dagegen leicht von 2,59 auf 2,61 Milliarden Euro operatives Ergebnis, Audi verschlechterte sich von 3,9 auf knapp 3,4 Milliarden Euro. Die aktive Belegschaft der Kernmarke VW in Deutschland - also ohne Altersteilzeitler in der Passiv-Phase - schrumpfte binnen Jahresfrist von gut 110.000 auf 102.000 Beschäftigte.

Blume verdient weniger

Das schwache Geschäft drückt auch beim Konzernchef selbst auf den Verdienst: Einschließlich Altersvorsorge und variabler Vergütung für mehrere Jahre erhielt er im vergangenen Jahr 7,4 Millionen Euro, fast drei Millionen Euro weniger als im Jahr zuvor. Gründe waren vor allem eine Bonuskürzung bei VW und der komplette Ausfall der variablen Vergütung bei Porsche, wo Blume bis Ende 2025 ebenfalls Vorstandschef war.

Für 2026 strebt der Konzern wieder mehr Profitabilität an. Die operative Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern soll sich in diesem Jahr auf 4,0 bis 5,5 Prozent erholen. Vergangenes Jahr war sie um 3,1 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent abgerutscht. Beim Umsatz peilt der Konzern null bis drei Prozent Zuwachs an. Weil das Umfeld schwieriger geworden ist, nahm VW allerdings seine Ambitionen für 2030 etwas zurück. Statt 9 bis 11 Prozent Gewinnmarge dürften es wohl nur 8 bis 10 Prozent werden.

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