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Trump verschiebt Angriffe - Iran dementiert Gespräche

Trump verschiebt Angriffe - Iran dementiert Gespräche mit den USA

Trump
© Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat ein Ultimatum an den Iran verlängert.

Erst ein Ultimatum, nun die Kehrtwende: US-Präsident Trump stoppt Angriffspläne auf den Iran. Er begründet das mit guten Gesprächen mit dem Iran. Doch die Führung dort äußert sich ganz anders.

US-Präsident Donald Trump hat seine ultimativ angedrohten Angriffe auf iranische Kraftwerke verschoben – wegen nach seinen Worten "produktiver Gespräche" mit der Islamischen Republik. Ursprünglich hatte er Teheran ein harte Frist gesetzt, bis zur Nacht auf Dienstag (MEZ) die für den internationalen Schiffsverkehr wichtige Straße von Hormus zu öffnen - andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen. Stattdessen will er nun weitere fünf Tage auf Attacken gegen Kraftwerke und Energieinfrastruktur verzichten, wie er auf seiner Plattform Truth Social schrieb.

Iran dementiert Gespräche

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf dementierte: Es habe keine Verhandlungen mit den USA gegeben. "Fake News" würden genutzt, um die Finanz- und Ölmärkte zu manipulieren und dem "Sumpf zu entkommen, in dem die USA und Israel feststecken". Beide Staaten hatten die Islamische Republik vor drei Wochen angegriffen.

Auch vom Außenministerium in Teheran hieß es laut staatlicher Nachrichtenagentur Irna, dass es keine Verhandlungen oder Gespräche mit den USA in den letzten 24 Tagen gegeben habe. Irans Positionen hinsichtlich der Straße von Hormus und der Beendigung des Krieges seien unverändert.

Trump stellt es anders dar

Trump wies nach eigenen Worten das Verteidigungsministerium an, alle Attacken auf Kraftwerke und die Energieinfrastruktur auszusetzen. Er sprach von "detaillierten und konstruktiven Gesprächen" mit der Islamischen Republik, die in dieser Woche fortgesetzt werden sollen. Die Aussetzung der Angriffe stehe unter dem Vorbehalt des Erfolgs weiterer Treffen und Verhandlungen. 

Die USA und der Iran sind sich nach Trumps Darstellung bei rund 15 Punkten einer möglichen Vereinbarung einig geworden. "Sie werden nie Atomwaffen haben. Sie haben dem zugestimmt", sagte der Republikaner vor Reportern in Florida. Es gebe wesentliche Übereinstimmungen in den meisten Punkten. Bei den Gesprächen sei von US-Seite der Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner dabei. Die beiden hatten im Duo im Gaza-Krieg verhandelt. "Axios"-Reporter Barak Ravid berichtete unter Berufung auf Informationen aus Israel, dass sie mit Parlamentspräsident Ghalibaf sprechen.

Trump sagte dazu, man verhandle mit einer Person, von der er nach eigenen Angaben glaubt, dass sie die Angesehenste sei. Es handele sich nicht um den neuen obersten Führer, Modschtaba Chamenei.

Trump sagte weiter, der Iran wolle unbedingt einen Deal zur Beendigung des Kriegs – und die USA auch. Man werde am heutigen Montag voraussichtlich miteinander telefonieren. 

Trump führte auch aus, dass die USA das angereicherte Uran, das sich im Iran befinde, übernehmen wollen. Und er zeigte sich zuversichtlich, dass Israel von einem möglichen Deal ebenfalls überzeugt sein werde. Die USA und Israel begründen ihren Krieg unter anderem mit dem Ziel, den Iran am heimlichen Bau von Atomwaffen hindern zu wollen. Teheran bestreitet solche Absichten.

Trump hatte 48-Stunden-Frist gesetzt

Die Agentur Fars zitierte eine anonyme Quelle im iranischen Machtapparat, wonach Trump mit seinem Ultimatum zurückgerudert sei, nachdem er gehört habe, dass alle Kraftwerke in Westasien Ziele iranischer Angriffe sein würden. Tasnim schrieb, Trump habe sich "vom Druck der Finanzmärkte" überzeugen lassen. 

In der Nacht zum Sonntag (MEZ) hatte Trump mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und "ohne Drohungen" öffnen. Andernfalls würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, "beginnend mit dem größten!", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Aufatmen an den Märkten

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrüßte Trumps Aussagen zu einem vorläufigen Verzicht auf angedrohte Angriffe gegen Kraftwerke. "Ich bin dankbar, dass er heute gesagt hat, dass er das noch einmal um fünf Tage verschiebt und jetzt auch die Möglichkeit für unmittelbare und direkte Kontakte mit der iranischen Führung eröffnet", sagte Merz in Berlin. "Ich habe ihm angeboten, dass wir in jeder Hinsicht dabei behilflich sind. Wir verfügen über gute Kontakte in die gesamte Region."

Anleger reagierten erleichtert auf die Verlängerung des US-Ultimatums. Der Deutsche Aktienindex (Dax) legte eine Kehrtwende hin und sprang daraufhin nach einem Minus am Vormittag deutlich nach oben. Gegen Mittag lag er mit 2,64 Prozent im Plus bei 22.972 Punkten.

Ähnlich sah es beim MDax der mittelgroßen Unternehmen aus, der zuletzt ebenfalls um 2,64 Prozent auf 28.531 zulegte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 erholte sich ähnlich deutlich. Auch an den zuvor schwach erwarteten US-Börsen zeichnen sich nun Gewinne ab.

Der Ölpreis sank klar: Der Preis für ein Fass (159 Liter) Rohöl der für Europa maßgeblichen Nordsee-Sorte Brent sackte deutlich ab auf zuletzt rund 103 US-Dollar.

Iran wollte zurückschlagen

Der Iran hatte seinerseits am Sonntag mit der vollständigen Schließung der Meerenge gedroht, falls die USA iranische Kraftwerke angreifen sollten. Die Straße von Hormus werde erst dann wieder geöffnet, wenn die bereits jetzt zerstörten Kraftwerke wieder aufgebaut seien, teilten die iranischen Revolutionsgarden über den Staatssender Irib mit. 

Davor hatte Teheran schon damit gedroht, Energieinfrastruktur und Entsalzungsanlagen in den mit den USA verbündeten Golfstaaten ins Visier zu nehmen. Angesichts des Wassermangels in der Region gehören Entsalzungsanlagen dort zur kritischen Infrastruktur.

Weitere Angriffe

Sowohl im Iran als auch in Israel kam es derweil zu weiteren Angriffen. Aus der iranischen Hauptstadt Teheran wurde eine neue Welle israelischer Luftangriffe mit heftigen Explosionen in mehreren Bezirken der Millionenmetropole gemeldet. Zuvor hatte das israelische Militär auf der Plattform Telegram den Beginn einer weiteren Serie umfangreicher Attacken auf Regierungseinrichtungen der Islamischen Republik verkündet. 

Wenige Stunden später informierte Israels Armee über eine neue Raketensalve, die aus dem Iran auf Israel abgefeuert worden sei. Die Luftabwehrsysteme seien bereitgemacht worden, um die Geschosse abzufangen, hieß es auf Telegram. Anwohner wurden aufgerufen, sich in Schutzräume zu begeben.

Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon beanspruchte innerhalb von 24 Stunden mehr als 60 Angriffe auf Israel für sich. Hisbollah-Kämpfer hätten mit Raketen, Drohnen und Artillerie unter anderem israelische Soldaten und Fahrzeuge im Grenzgebiet angegriffen, teilte die Miliz mit.

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