So leiden Hessens Branchen unter den aktuell hohen Preisen
Taxis, Bauern, Fahrschulen - So leidet Hessen unter den hohen Preisen
Nicht nur private Autofahrer leiden unter den gestiegenen Preisen durch den Iran-Krieg. Auch Busunternehmen, Taxibetriebe, Landwirte und Fahrschulen spüren die Auswirkungen.
Wir haben uns in Hessen umgehört, wie die gestiegenen Preise diese Branchen beeinträchtigen.
Taxibetriebe schlagen Alarm
Ein Taxiunternehmer aus Fulda erzählt unserem Reporter, dass er bis zu 3000 Euro mehr im Monat für Sprit ausgeben muss durch die gestiegenen Preise. Ein weiterer aus Kassel sagt, dass wenn das so weitergeht, er auf jeden Fall um seine Existenz bangen muss.
Ein Unternehmer aus Marburg meint, bei ihm seien es 1500-2000 Euro mehr im Monat, wenn sich nicht bald etwas ändere, sei er “am Arsch”. Michael Greulich, Taxiunternehmer aus Darmstadt, sieht aber keine Option im Aufgeben.
Über 100.000 Euro Mehrkosten für Busunternehmen
Die RhönEnergie in Osthessen ist jeden Tag mit 240 Bussen unterwegs. Die Busse des Unternehmens mit Sitz in Fulda fahren jedes Jahr 10,4 Millionen Kilometer, sagt Pressesprecher Volker Nies. Ein Bus verbraucht auf 100 Kilometer gut 40 Liter Diesel. Rechnet man das mit 45 Cent mehr pro Liter, kommt man auf Mehrkosten von mindestens 150.000 Euro in einem Monat. Die Ticketpreise werden sich aber wohl erstmal nicht erhöhen, da sei noch nichts im Gespräch, so der Unternehmenssprecher.
Wird der Führerschein jetzt teurer?
Das Tanken wird für jeden teurer, so auch für die Fahrschulen. Jörg Heisch, Vorstand des hessischen Fahrlehrerverbands, sagt uns, dass “die ein oder andere Fahrschule” schon überlegt, “diese Kosten an ihre Kunden abzugeben”. Einige Fahrschulen hätten demnach schon ihre Bedenken über die gestiegenen Preise, dass der Führerschein plötzlich viel teurer werde, sei aber nicht zu erwarten.
Speditionen mit “enormen Sorgen”
Von den hohen Spritpreisen sind auch Speditionen betroffen. Der Logistikverband BGL Hessen mit Sitz in Frankfurt meint: “In meinen Gesprächen mit Transportunternehmen erlebe ich aktuell eine enorme Sorge um die wirtschaftliche Lage und die Existenz ihrer Betriebe”. Laut dem Verband werden 85 Prozent der Güter von LKW transportiert. Deswegen gefährden die hohen Preise “nicht nur Unternehmen, sondern auch die tägliche Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft”.
Landwirte leiden unter höheren Düngemittel-Preisen
Mit dem Ölpreisschock und höhere Transport- und Energiekosten haben auch die Bauern zu kämpfen. Die beklagen sich über steigende Preise für Sprit und Diesel und vor allem auch für Dünger. Verzögerte Ammoniak-Lieferungen würden zu einem Anstieg des Düngemittel-Preises führe, denn etwa ein Fünftel des Welthandels laufe durch die Straße von Hormus. „Gerade jetzt für die Frühjahrsbestellung sind die sprunghaften Preissteigerungen beim Diesel besonders schmerzhaft, auch die Preise für Dünger schießen nach oben“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied.
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