"Gemeinsamer Tresen" hat Erfolg - Wie Krankenhäußer mit dem Ansturm umgehen
Stundenlang am Wochenende in der Notaufnahme im Krankenhaus warten, obwohl man eigentlich ein Fall für eine Arztpraxis wäre. Um die richtigen Notfälle schneller zu identifizieren und für alle anderen die Wartezeit zu verkürzen, gibt es jetzt für Kliniken ein neues Modell.
Am Wochenende ist es besonders schlimm: Überlaufene Notfallstationen in Kliniken. Der “Gemeinsame Tresen” soll helfen, mit den vielen Patienten richtig umzugehen.
Der Hintergrund ist, dass in Deutschland das sogenannte stationäre und das ambulante System – also Krankenhäuser und Arztpraxen – noch immer weitgehend getrennt sind und getrennt abgerechnet werden. Daher ist es wichtig, dass die Patienten "ins richtige System gelotst" werden, wie Gesundheitsexperten das nennen.
Eine Idee, wie das gut funktioniert, heißt "Gemeinsamer Tresen". Zum ersten Mal wurde das im Klinikum Frankfurt-Höchst erprobt. Weil der Testlauf dort super funktioniert hat, sollte das Modell sogar bundesweit umgesetzt werden. Bisher ist das aber nicht der Fall.
In Hessen haben neben Höchst nur das Klinikum Darmstadt und das Sana Klinikum Offenbach ein solches System etabliert. Anfang des Jahres folgte mit dem Frankfurter Bürgerhospital die vierte hessische Klinik.
Und wie funktioniert das denn nun?
Der Tresen wird vom jeweiligen Krankenhaus und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen gemeinsam betrieben. Wer behandelt werden möchte, ohne einen Termin zu haben oder mit einem Rettungswagen kommt, wird dort empfangen. Die Mitarbeiter treffen dann eine Vorentscheidung, ob das ein Fall für den stationären oder den ambulanten Sektor ist.
Sollte es sich um einen wirklichen Notfall handeln, setzt sich der Patient ins Wartezimmer der Notaufnahme des Krankenhauses. Ansonsten wird er an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD) weitergeleitet. Das ist eine Art Nacht- und Wochenendbereitschaft der niedergelassenen Ärzte, die von der KV organisiert wird.
Besuch von der Ministerin
Am heutigen Montag besucht Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz den neuen "Gemeinsamen Tresen" im Bürgerhospital. Mit dabei ist auch Armin Beck, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV Hessen.
Sie informieren sich, wie die ersten Wochen im Bürgerhospital verlaufen sind und warum das Konzept "eine Blaupause für die bundesweite Notfallversorgung sein sollte", wie es in der Einladung heißt