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Nachrichten > Top-Meldungen >

Trump droht «extrem harte» Angriffe an – Iran droht zurück

02.04.2026, 13:53 Uhr

Iran-Krieg - Trump droht «extrem harte» Angriffe an – Iran droht zurück

© Alex Brandon/AP Pool/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump spricht von enormen Fortschritten im Krieg gegen den Iran. Teheran widerspricht den US-Erfolgsmeldungen.

© Jose Luis Magana/AP/dpa

Der Republikaner Mitch McConnell schrieb in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Demokraten Chris Coons, der Senat werde die Nato weiterhin unterstützen.

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Kurz vor Ostern zieht US-Präsident Trump eine Zwischenbilanz nach fünf Wochen Iran-Krieg und stellt erneut ein baldiges Ende in Aussicht. Gleichzeitig kommen von beiden Seiten Eskalationsdrohungen.

Mehr als einen Monat nach Beginn des Kriegs gegen den Iran hat US-Präsident Donald Trump in einer mit Spannung erwarteten Fernsehansprache erneut ein baldiges Ende der Militäraktionen in Aussicht gestellt. Zugleich kündigte er weitere heftige Angriffe in den kommenden Wochen an. Der Iran reagierte seinerseits mit Drohungen, Angriffe zu intensivieren und wies US-Erfolgsmeldungen zurück.

Trump: Werden sie "extrem hart treffen"

Zur besten Sendezeit trat Trump in Washington vor die Kameras, lobte gewohnt überschwänglich Erfolge des US-Militärs und sprach von enormen Erfolgen. Die USA seien auf dem Weg, alle militärischen Ziele "sehr bald" zu erreichen. Bis dahin werde es im Iran noch heftige Angriffe geben: "Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen. Wir werden sie zurück in die Steinzeit versetzen, wo sie hingehören." Trump hatte bereits am Dienstag von einem Ende der Angriffe in zwei bis drei Wochen gesprochen.

In der Zwischenzeit liefen Gespräche weiter. Falls es nicht zu einer Einigung mit Teheran kommen sollte, würden die USA iranische Kraftwerke hart angreifen, bekräftigte er eine bereits zuvor geäußerte Drohung.

Iran droht mit härterer Gegenwehr

Der Iran reagierte mit der Ankündigung weiterer und härterer Gegenwehr. Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, solange dieser Krieg andauere, werde sein Land den Widerstand fortsetzen. Der Iran werde den "bösartigen Kreislauf aus Krieg, Verhandlungen, Waffenstillstand und dann der Wiederholung desselben Musters nicht hinnehmen".

Nach Darstellung des Sprechers des Hauptquartiers der iranischen Streitkräfte sind die bisherigen Angriffsziele der USA und Israels unbedeutend. Die Nachrichtenagentur Isna zitierte ihn mit den Worten: "Über unsere sehr umfangreichen und strategischen Kapazitäten wisst ihr nichts." Die strategische Militärproduktion finde an Orten statt, "von denen ihr in keiner Weise Kenntnis habt und die ihr niemals erreichen werdet". Der Krieg werde bis zur Kapitulation der Gegner weitergehen. "Wartet auf noch härtere Maßnahmen."

Mehr als 12.000 Ziele angegriffen

Das US-Militär hat in dem seit Ende Februar andauernden Krieg gegen den Iran nach eigenen Angaben mehr als 12.300 Ziele in dem Land angegriffen, wie das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) auf der Plattform X mitteilte. Washingtons Verbündeter Israel flog nach eigenen Angaben bisher mehr als 800 Angriffe, wie die Armee am Mittwoch mitgeteilt hatte.

Trump zählte erneut die Kriegsziele auf, zu denen etwa die Zerstörung der Luftwaffe, Marine und des Raketenarsenals des Irans gehören. Damit werde das iranische Militär entscheidend geschwächt, seine Fähigkeit zerschlagen, terroristische Stellvertretergruppen zu unterstützen, und ihm die Möglichkeit verwehrt, eine Atombombe zu bauen.

Aus Israel wurden erneut Angriffe aus dem Iran und von der mit ihm verbündeten libanesischen Hisbollah-Miliz gemeldet. Am Freitagmorgen heulten im Norden des Landes mehrfach die Sirenen. Zwei Männer wurden durch eine Rakete der Hisbollah leicht verletzt, wie der Rettungsdienst Magen David Adom mitteilte. Eine ebenso auf den Norden gerichtete Rakete des Irans soll israelischen Medien zufolge mit Streumunition bestückt gewesen sein.

Israels Armee teilte derweil mit, in den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 40 Mitglieder der Hisbollah im Nachbarland Libanon getötet worden. Aus Kreisen der Hisbollah hieß es ebenfalls, Dutzende Kämpfer seien bei Nahkämpfen mit israelischen Soldaten im Südlibanon ums Leben gekommen.

"Kauft Öl von den Vereinigten Staaten"

Trump rief Ländern, die wegen der weitgehend blockierten Straße von Hormus von Öl-Engpässen betroffen sind, zu: "Kauft Öl von den Vereinigten Staaten. Wir haben reichlich. Wir haben so viel." Die Hauptverantwortung für die Sicherheit in der Meerenge sieht er bei den Ländern, die von den Öltransporten abhängen. Allerdings ergänzte Trump, dass die USA bei der Sicherung helfen würden.

Straße von Hormus
© Altaf Qadri/AP/dpa

Blick von Khor Fakkan in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf die Straße von Hormus, wo sich Öltanker und Frachtschiffe aufreihen. (Symbolbild)

China wies nach Trumps Rede die Schuld für die Blockade der Straße deutlich den USA und Israel zu. Die "Grundursache" für die Sperre liege in den "illegalen militärischen Aktivitäten der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran", sagte Außenamtssprecherin Mao Ning in Peking.

Zunächst keine weitere Nato-Schelte von Trump

Zuletzt hatte der US-Präsident Nato-Verbündete scharf dafür kritisiert, dass sie seinem Drängen, bei der Sicherung der Straße von Hormus zu helfen, nicht nachkamen. Er nannte Nato-Länder "Feiglinge" und drohte auch einen möglichen Austritt aus dem Bündnis an. In seiner Fernsehansprache schnitt Trump das Nato-Thema aber jetzt nicht an.

Über einen Austritt könnte er ohnehin nicht allein entscheiden. Nötig wäre dafür eine Zweidrittelmehrheit im US-Senat. Von dort kommt inzwischen auch überparteilicher Gegenwind. In einer gemeinsamen Erklärung schrieben der Demokrat Chris Coons und der Republikaner Mitch McConnell, der Senat werde das Bündnis weiterhin unterstützen, da es Amerika, Europa und der Welt Frieden und Schutz biete. 

Nato-Generalsekretär Mark Rutte reist in der kommenden Woche nach Angaben seiner Sprecherin zu einem schon seit längerer Zeit geplanten Besuch nach Washington. Es dürfte eine Gelegenheit für ihn sein, sich im Streit mit Trump um Entspannung zu bemühen.

  • USA
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