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Neue Drohungen im Iran-Krieg - und auch neue Verhandlungen?

Der Tag im Überblick - Neue Drohungen im Iran-Krieg - und auch neue Verhandlungen?

Die Blockade der Straße von Hormus nun auch für iranische Schiffe hat bedeutende Konsequenzen. Ein US-Experte glaubt, dass der Iran dies nicht lange durchhält. Teheran droht seinerseits.

Die Waffenruhe im Iran-Krieg scheint gefährdet. Irans Militärführung hat angesichts der US-Seeblockade mit einer Wiederaufnahme von Angriffen gedroht, sollte die Blockade der Straße von Hormus die Sicherheit von iranischen Handelsschiffen und Öltankern bedrohen, hieß es in einer Mitteilung der Militärführung, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.

Mögliche Konsequenz wäre eine weitere Blockade im Roten Meer, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Konkret könnte die mit Teheran verbündete Huthi-Miliz im Jemen den Schiffsverkehr in der Meerenge Bab al-Mandab mit Drohungen und Angriffen blockieren. Sie verbindet über den Suezkanal Europa mit Asien und gehört zu den wichtigsten Routen für den Handel auf See. Experten befürchten für diesen Fall nochmals deutlich höhere Preise für Öl. US-Präsident Donald Trump sieht allerdings Chancen für eine baldige weitere Verhandlungsrunde mit Teheran.

USA unterbinden iranischen Schiffsverkehr

Unterdessen ist die Blockade der Straße von Hormus für iranische Tanker und Handelsschiffe nach Angaben des US-Militärs erfolgreich angelaufen. "Die Blockade iranischer Häfen ist vollständig ausgeführt worden", teilte der Kommandeur des US-Regionalkommandos Centcom, Admiral Brad Cooper, auf der Online-Plattform X mit. Die US-Streitkräfte hätten den Handel in den Iran und aus dem Iran über das Meer vollständig zum Erliegen gebracht.

Zur Durchsetzung der Seeblockade setzt das Militär nach eigenen Angaben mehr als zwölf Kriegsschiffe, mehr als 100 Kampf- und Überwachungsflugzeuge sowie rund 10.000 Militärkräfte ein.

Trump möchte verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und will das Land von Öleinnahmen abschneiden. Das soll den Druck auf Teheran in Verhandlungen erhöhen. Der Iran ist einer der größten Ölproduzenten der Welt. 

US-Experte sieht schwarz für Teheran

Die Folgen hat ein US-Sanktionsexperte berechnet: Eine Seeblockade verursache im Iran täglich etwa 435 Millionen US-Dollar (rund 370 Millionen Euro) an kombinierten wirtschaftlichen Schäden, so Miad Maleki auf der Plattform X. Mangels großer Ölspeicher zur Zwischenlagerung des Rohstoffs müssten außerdem Bohrlöcher stillgelegt werden, was dauerhafte Schäden in Höhe vieler Milliarden Dollar verursachen könne. Die Landeswährung Rial werde endgültig kollabieren. "Die Blockade macht anhaltenden Widerstand wirtschaftlich unmöglich", so der Experte, der früher für die US-Regierung arbeitete.

Trump macht erneut Hoffnung auf baldiges Kriegsende

US-Präsident Trump sieht Chancen für eine baldige zweite Verhandlungsrunde mit Teheran. Es "könnte in den nächsten zwei Tagen etwas passieren", sagte er der "New York Post" am Telefon, ohne weitere Details zu nennen. In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad war jüngst eine erste Gesprächsrunde zwischen den USA und dem Iran ohne Ergebnis zu Ende gegangen. 

Trump schürte obendrein zum wiederholten Mal die Hoffnung auf ein absehbares Kriegsende. "Ich glaube, er ist fast vorbei", sagte er dem US-Fernsehsender Fox News. Er ergänzte: "Ich meine, ich sehe es so, dass er fast vorbei ist." Trump wiederholte in dem Interview, eine Voraussetzung für eine Einigung sei, dass der Iran keine Atomwaffen besitzen dürfe. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums betonte jedoch, man könne über das Niveau einer Urananreicherung verhandeln, aber sein Land werde auf das Recht zur Anreicherung nicht verzichten.

Inmitten dieser Spekulationen über Diplomatie-Initiativen bricht Pakistans Premier zu einer mehrtägigen Reise in andere Vermittlerstaaten auf. Premierminister Shehbaz Sharif reise nach Saudi-Arabien, Katar und in die Türkei, teilte das Außenministerium mit. Pakistan nimmt eine Schlüsselrolle bei den diplomatischen Bemühungen für ein Kriegsende ein. Am 22. April läuft die zweiwöchige Waffenruhe im Iran-Krieg aus. 

Im Libanon sprechen weiter die Waffen 

Kurz nach den ersten direkten Gesprächen zwischen Israel und dem Libanon seit Jahrzehnten gehen die Angriffe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz weiter. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete Tote bei israelischen Luftangriffen in der Nacht und am frühen Morgen im Süden des Landes. Das israelische Militär teilte derweil am Morgen mit, dass auch die "gezielten Bodeneinsätze" im Süden des Nachbarlandes andauerten. Ziel sei es, die Bevölkerung im Norden Israels zu schützen. 

Damit verhallte ein Appell einer Gruppe von zehn Ländern über "ein unverzügliches Ende der Kampfhandlungen im Libanon" zunächst ungehört. In der gemeinsamen Mitteilung zeigten sich Kanada, Großbritannien, die Schweiz und sieben weitere Staaten "zutiefst besorgt über die sich verschlechternde humanitäre Lage und die Vertreibungskrise im Libanon". Sie mahnten, vor allem Zivilisten und zivile Infrastruktur müssten vor den Auswirkungen der Feindseligkeiten geschützt werden.

Trump legt im Streit mit dem Papst nach

Im Streit mit Papst Leo XIV. um dessen Appell für ein Ende der verschiedenen Kriege auf der Welt hat Trump noch einmal nachgelegt. "Kann bitte jemand Papst Leo sagen, dass der Iran in den letzten zwei Monaten mindestens 42.000 unschuldige, völlig unbewaffnete Demonstranten getötet hat?", schrieb der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social. Es sei "absolut inakzeptabel", dass der Iran über eine Atombombe verfüge. Papst Leo XIV. hatte am Samstag in Rom bei einem Friedensgebet im Petersdom mit eindringlichen Worten ein Ende von Kriegen gefordert.

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